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Wiederaufnahme des Schienenverkehrs nach Nossen wird geprüft

Die Meißner Kreisräte folgten einem entsprechenden Antrag von Linken, SPD, Grünen und Piraten.

Bahnhofsgebäude in Nossen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Zugverkehr sei nicht stauanfällig und für Passagiere auf längeren Strecken deutlich bequemer als der Bus. Unter anderem mit diesen Argumenten hat SPD-Kreisrat Matthias Rost auf der Kreistagssitzung am Donnerstagabend für die Rückkehr von Personenzügen auf die Strecke von Meißen über Nossen nach Döbeln geworben.

Unterstützung erhielt er durch die Linken-Kreisrätin Uta Knebel. Auch ihre Fraktion spreche sich dafür aus, eine Wiederaufnahme des Regionalexpresses 110 zu analysieren. „Wir möchten nicht, dass sofort Verkehr auf der Strecke bestellt, sondern alles Für und Wider abgewogen wird“, so Uta Knebel.

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Das vorläufige Aus für die Linie liegt fast genau drei Jahre zurück. Am 12. Dezember 2015 fuhr der bislang letzte Zug der Regionalbahn 110 von Meißen nach Leipzig. Seit dem Fahrplanwechsel an jenem Wochenende ist der Eisenbahnverkehr der DB Regio auf der traditionsreichen Strecke von Meißen bis Döbeln Geschichte. Die Entscheidung von Verkehrsverbünden und Landkreisen folgte auf Jahre mit immer weiter fallenden Nutzerzahlen. So fuhren 2014 nur 180 bis 200 Reisende täglich mit der Regionalbahn von Meißen nach Nossen. Der Zuschuss pro Fahrgast durch die öffentliche Hand lag bei 26 Euro. Zugfreunde hielten dagegen, dieser Niedergang sei durch einen schlechten Takt sowie fehlende Investitionen in neue, besser gelegene Haltpunkte selbst verschuldet. Seit dem Aus für einen regelmäßigen Personenverkehr auf der Strecke hat die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) das Busliniennetz um Nossen erweitert. In der Folge sprach der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in einer Bilanz für 2016 von einer um 25 000 Fahrgäste auf 115 000 Nutzer gestiegenen Kundenzahl. Kritiker zweifeln diese Statistik an.

Im Juni dieses Jahres wurde Nossen sowohl von Dresden als auch von Meißen aus als Station in das sogenannte Plusbus-Netz aufgenommen. Dessen Linien fahren montags bis freitags 15-mal in jede Richtung, an Samstagen mindestens sechsmal und an Sonn- und Feiertagen mindestens viermal. Im Gegensatz zu regionalen Buslinien, die vor allem auf den Schülerverkehr ausgerichtet und daher in den Ferien seltener unterwegs sind, bleibt der dichte Takt beim Plusbus auch an unterrichtsfreien Tagen erhalten. Es ist geplant, dieses Angebot auf ganz Sachsen auszuweiten.

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Mit übergroßer Mehrheit sprachen sich die Kreisräte für einen Prüfauftrag an den VVO aus.