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Wiedersehen mit Rolf Hoppe bei Aschenbrödel

Auf Schloss Moritzburg öffnet wieder die im Vorjahr neu gestaltete Schau zum Kultfilm. Die Macher haben noch einmal investiert – in mehr Qualität.

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© Norbert Millauer

Von Sven Görner

Moritzburg. Winterzeit ist auf dem einstigen Jagdschloss der Wettiner Aschenbrödelzeit. Schnee gibt es zwar noch nicht, doch der war ja auch bei den Dreharbeiten vor über 40 Jahren Mangelware. Den vielen Fans des deutsch-tschechischen Kultfilms ist das aber wohl egal. Denn ab dem heutigen Sonnabend können sie auf Schloss Moritzburg wieder ganz tief in Aschenbrödels bezaubernde Märchenwelt eintauchen. Wer am Einlass nicht anstehen wollte, sicherte sich bereits im Vorverkauf sein Zeitfensterticket. Und das waren einige.

Kuratorin Margitta Hensel schlüpft in der neugestalteten Kostümecke in eines der nachgeschneiderten Filmkostüme, die auch die Besucher für ihre privaten Fotoshootings nutzen können.
Kuratorin Margitta Hensel schlüpft in der neugestalteten Kostümecke in eines der nachgeschneiderten Filmkostüme, die auch die Besucher für ihre privaten Fotoshootings nutzen können. © Norbert Millauer

Nach mehreren sehr erfolgreichen wechselnden Ausstellungen war die Schau im Vorjahr in komplett neuem Gewand aufs Schloss zurückgekehrt. Und das mit einem Erfolg, von dem die Macher vom Schlösserland Sachsen nicht einmal zu träumen gewagt hatten. In den knapp vier Monaten kamen fast 130 000 Besucher, um am authentischen Drehort so manche unterhaltsame Anekdote und wenig bekannte Hintergrundgeschichten von den Dreharbeiten zu entdecken. Damit ließen sich bereits über 700 000 Besucher in den bisherigen fünf Aschenbrödel-Ausstellungen von den märchenhaften Inszenierungen mitreißen und stehen für die ungebrochene Faszination, die das wohl schönste Wintermärchen aller Zeiten bis heute ausstrahlt.

Auch wenn die neue Schau als ständige Winterausstellung für mehrere Jahre konzipiert ist, wollen sich die Schlossleute nicht auf traumhaften Besucherzahlen ausruhen. Und so wurde in diesem Jahr erneut investiert. Allerdings nicht in Quantität – das lassen die zehn Ausstellungsräume mit ihren rund 450 Quadratmetern nicht zu –, sondern in Qualität. Das ist nicht zu übersehen, wenn man den nachempfundenen Ballsaal betritt und plötzlich der Schauspieler-Ikone Rolf Hoppe gegenübersteht. Zumindest sieht es so aus, als ob dieser dort – kräftig verjüngt – an der Seite seiner Kollegin Karin Lesch leibhaftig auf dem königlichen Thronsessel sitzt. „Diese zwei lebensechten Figurinen haben wir bei einer Berliner Firma anfertigen lassen“, verrät Kuratorin Margitta Hensel. Sie komplettieren nun die ebenso originalgetreuen Figuren von Aschenbrödel und dem Prinzen sowie Dora und dem Präzeptor. Rund 20 000 Euro hat diese Investition gekostet. Ein echter Gewinn für die Ausstellung. Zugleich auch Würdigung für einen großen mit der Region eng verbundenen Schauspieler.

Ohne zusätzliche Kosten ist dagegen eine weitere Veränderung ausgekommen, die bei den Besuchern aber sicher nicht weniger auf Zustimmung stoßen wird. Mit der Neugestaltung der Winterschau sollten die Räume der barocken Dauerausstellung dafür eigentlich nicht mehr genutzt werden. In diesem Jahr ist Aschenbrödel nun zumindest in den Steinsaal zurückgekehrt. Dort befindet sich die beliebte Kostümecke, in der sich kleine und große Besucher nach Herzenslust selbst einkleiden und so für selbstgeschossene Fotos in verschiedene Filmrollen schlüpfen können. „In der Wagenhalle war dafür einfach nicht genügen Platz“, sagt die Schlossfrau. „Jetzt haben die Besucher erst mal ein bisschen Zeit, um anzukommen. Und auch das Licht ist hier viel besser.“ Und noch eine schöne Nachricht gibt es zu vermelden: Die Fotoerlaubnis für die gesamte Winterausstellung gibt es in diesem Jahr gratis dazu.

Am Ende des Ausstellungsrundganges empfängt wieder die beheizte Schlossküche die Besucher mit einem kleinen Café und einem märchenhaften Shop-Sortiment, das keine Wünsche offenlässt. Darunter eine Reihe neuer Souvenirs und ein umfangreiches Begleitbuch zur Ausstellung, das so manches Herz höher schlagen lassen wird und im Rahmen der Neugestaltung der Ausstellung im vergangenen Jahr entstand.

Und wer sich schon auf den Ausstellungsbesuch einstimmen möchte, dem sei ein Besuch der SZ-Treffpunkte empfohlen. Dort gibt es eine Aschenbrödel-Prinzessinnen-Box mit Kleid, Diadem, Film und Hörspiel.