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Wiedersehen mit Freude

Auf die deutsche Auswahl wartet bei der WM nicht nur das Duell gegen den Ex.

© dpa

Von Jens Mende

Das reizvolle Wiedersehen mit Jürgen Klinsmann, heißer Samba mit Superstar Cristiano Ronaldo und ein brisantes Brüderduell: Die deutsche Nationalmannschaft steht in den Gruppenspielen bei der WM-Endrunde 2014 in Brasilien vor unangenehmen, aber machbaren Aufgaben. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw trifft in der Gruppe G auf Portugal mit Superstar Ronaldo, Ghana mit Kevin-Prince Boateng und die von Klinsmann trainierten USA. Zudem versprach die Auslosung am Freitagabend in Costa do Sauipe der deutschen Auswahl einen leichten Weg durch die K.o.-Runde, ohne frühe Aufeinandertreffen mit Spanien oder Brasilien.

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„Ich akzeptiere es so, wie es ist. Wir wussten, dass wir keine andere Wahl haben. Wir können jetzt den nächsten Schritt machen, um zu arbeiten für die WM“, sagte Löw zu den Losen, die seinem Team voraussichtlich drei Hitzespiele im heißen Norden bescheren. „Ich glaube, dass wir uns in der Vorbereitung daran gewöhnen müssen an die Schwüle.“ Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff befand, dass man „nicht unzufrieden“ mit der Auslosung sein könne: „Es ist klar, dass wir da Favorit sind.“

Löw nahm vor allem das gezogene Los mit dem Aufdruck „USA“ mit Humor: Zunächst lächelte der Bundestrainer über das Duell mit seinem früheren Chef, das zum Abschluss der Gruppenphase am 26. Juni in Recife ansteht. Wenige Sekunden später lachte Löw neben DFB-Präsident Wolfgang Niersbach auf. „Der Fußball schreibt schon verrückte Geschichten. Das ist eine Wahnsinnsgruppe“, befand Klinsmann. „USA in der Gruppe, das ist etwas ganz Besonderes vor allem für Deutschland“, sagte Löw und berichtete von einem „sehr, sehr guten und innigen Verhältnis“ mit dem früheren Coach der DFB-Elf. „Es ist ja nicht nur Jürgen Klinsmann, wir hatten auch schon Ghana 2010 in der Gruppe.“

Final-Neuauflage in der Vorrunde

Der dreimalige Weltmeister Deutschland startet seine Jagd auf den vierten Titel in seinem insgesamt 100. Endrundenspiel am 16. Juni in Salvador gegen Portugal, das bereits beim 1:0-Erfolg bei der EM 2012 Auftaktgegner war.

Die Auslosung ist generell ein gutes Omen für die deutsche Mannschaft: In bislang vier WM-Duellen mit den Vorrundengegnern gab es bislang ausschließlich Siege. Gegen Ghana gelang mit einem 1:0 durch einen Treffer von Mesut Özil im letzten Gruppenspiel bei der WM 2010 der Sprung ins Achtelfinale. Mit 3:1 über Portugal wurde beim Heimturnier 2006 Platz drei gesichert, die Amerikaner mussten sich 1998 und 2002 bislang zweimal geschlagen geben. „Ist eine sehr interessante Gruppe, die wir natürlich erfolgreich überstehen wollen“, schrieb der derzeit noch verletzte Stürmer Mario Gomez.

Eine vermeintlich leichte Gruppe erwischte der Gastgeber. Brasilien trifft neben Kroatien auch auf Mexiko und Kamerun. Deutlich mehr Spannung verspricht die Wiederauflage des vorigen WM-Finals zwischen Titelverteidiger Spanien und den Niederlanden – bereits in der Vorrunde. Weitere Teams der Gruppe B sind Chile und Australien. „Das ist eine sehr schwere, aber auch eine sehr schöne Gruppe“, sagte Bayerns Arjen Robben. Auch Spaniens Weltmeister-Trainer Vicente del Bosque erwartet keine einfache Vorrunde: „Ich würde es nicht als Todesgruppe bezeichnen, aber es wird schwer. Es wird seltsam sein, gegen die Niederländer zu starten, weil es ja das letzte Spiel der WM 2010 war.“

Nachdem die Zeremonie mit einer Samba-Einlage eröffnet wurde, gedachten die Gäste dem tags zuvor gestorbenen südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela mit einer Schweigeminute. „Das brasilianische Volk denkt an ihn“, sagte Präsidentin Dilma Rousseff. Mandela galt als das Gesicht der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Über das Turnier im kommenden Sommer sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter: „Es war wirklich höchste Zeit, dass die WM wieder nach Brasilien kommt. Wir sind absolut überzeugt, dass es die größte Weltmeisterschaft aller Zeiten werden wird.“ (dpa)