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Wildgehege ab Sonnabend wieder auf

Sturmtief Friederike richtete vor drei Wochen auch im Moritzburger Wildgehege große Schäden an. Pünktlich zum Start der Winterferien sind diese nun zum Großteil behoben.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

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Moritzburg. Dort, wo der Weg neben der Elchanlage auf den Platz beim Rotwild stößt, arbeiten am Mittwochmittag zwei Männer. Der Berbisdorfer Tischlermeister Christfried Herklotz und ein Mitarbeiter. Sie reparieren eines der zahlreichen Holztore in dem zum Staatsbetrieb Sachsenforst gehörenden Wildgehege. „Diese Tore werden benötigt, um einzelne Bereich abtrennen zu können, wenn einmal ein großes Tier aus seinem Gehege entwichen ist“, sagt Ronald Ennersch, der amtierende Leiter der Einrichtung.

Friederike hatte dem ohnehin in die Jahre gekommenen Tor in der Sturmnacht übel mitgespielt. Nun wird es wieder in Ordnung gebracht. Für die Torsäulen verwendet der Tischlermeister dabei von ihm selbst geschlagenes und zugesägtes Eichenholz aus der Region. „Das ist sogenanntes Mondholz“, sagt Ronald Ennersch. Also Holz, bei dessen Einschlag auf die Mondphasen geachtet wird. Diesem Holz werden besonders viele positive Eigenschaften nachgesagt.

Doch auch einige Meter davon entfernt wird gebaut. Umstürzende Bäume hatten in der Nacht zum 19. Januar mehrere der stabilen Stabgitterzäune getroffen und diese regelrecht zusammengeknüllt. Glücklicherweise hatten die Elche diese Gelegenheit nicht genutzt, sondern waren in ihrer Anlage geblieben. Die Fehlstellen waren nach dem Sturm von den Mitarbeitern des Wildgeheges provisorisch mit Bauzäunen verschlossen worden. Diese wurden gestern ein Stück in die Elchanlage hineingerückt, um die neuen Zaunfelder zu montieren. Die großen Hirsche interessiert das kaum. Sie liegen in sicherer Entfernung auf dem Waldboden und schauten nur manchmal zu den Arbeitern herüber.

Repariert sind inzwischen die Schäden beim Schwarzwild und bei den Wölfen. Als Erstes war noch in der vergangenen Woche das Freigehege der Luchse wiederhergestellt worden. Das besteht nur aus Holzpfosten und Balken sowie einem Draht- und Elektrozaun. Es war besonders schwer getroffen worden. Die beiden Luchse hatten sich daraufhin selbst einen Freigang genehmigt, waren aber noch am gleichen Tag wieder eingefangen worden.

Gleich am Tag nach Friederike war mit den Aufräumarbeiten begonnen worden. Dabei mussten zahlreiche umgeworfene und abgeknickte Stämme und Kronen aus dem Besucherbereich der Anlage gebraucht werde. Wegen erheblicher Gefahren durch angeschobene Bäume und um die Arbeiten zügig abschließen zu können, wurde dabei auch ein Harvester – eine Holzerntemaschine – eingesetzt die an den Tagen zuvor Schäden vom Oktober-Sturm Herwart im Moritzburger Staatswald aufbereitet hatte. Dieser Einsatz wurde unterbrochen, um das Wildgehege schnell wieder öffnen zu können. Beim Bergen des Holzes halfen zudem drei Rückpferde. Das Stammholz – rund 250 Festmeter – und das Reisig liegen derzeit noch neben dem Wirtschaftshof. Das Reisig wird gehackt und dann als Energieholz verwertet.

Allerdings hinterließ die Forsttechnik in den durchweichten Wegen deutliche Spuren. Diese werden nun ebenfalls beseitigt. „Ganz fertig werden wir damit bis zur Wiedereröffnung am Sonnabend aber nicht“, sagt Ronald Ennersch. Diesmal kommt der Frost in die Quere. „Die Wege sind aber wieder begehbar.“

Nächste Woche starten übrigens auch die Veranstaltungen zum 60. Bestehen des Wildgeheges. Geplant sind beispielsweise Vorträge, Führungen und Holztage. An jedem Mittwoch in den sächsischen Ferien werden zudem mit verschiedenen Partnern Basteltage angeboten.

Geöffnet ist vom 10. bis 25. Februar, 9-16 Uhr. Vom 26. bis 28. Februar ist geschlossen. Ab März täglich 10-18 Uhr.