merken

Wildkatzen bekommen neue Anlage

Das Wildgehege Moritzburg wird 60. Geplant sind Veranstaltungen, Bauarbeiten und höhere Preise.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Moritzburg. Die graubraune Katze liegt auf einem Baumstamm und lässt sich die Nase von der Wintersonne wärmen. Aufmerksam beobachtet sie dabei, was vor dem Maschendraht-Geflecht ihres Käfigs passiert. Die Pfleger des Wildgeheges Moritzburg haben versucht, das Zuhause der beiden Europäischen Wildkatzen so naturnah wie möglich zu gestalten. Mit Erfolg. Dennoch – von zeitgemäßer Zootierhaltung erwarten Besucher heute etwas anderes.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Neues Sofa? Geschenkt!

Kein Aprilscherz - Jede 10. Couch ist kostenlos! Anlässlich der Neueröffnung der Ausstellungsräume möchte Möbel Hülsbusch Danke sagen und Sie können gewinnen!

Die Wildkatzenanlage im Wildgehege Moritzburg. © Arvid Müller

Das weiß man auch beim Staatsbetrieb Sachsenforst, zu dem die Einrichtung gehört. Und so gibt es seit Ende 2016 ein Konzept, in dem festgeschrieben ist, was sich bis 2020 alles ändern soll. Dazu gehören auch neue Gehege.

Im Herbst feiert Sachsens ältester Wildpark den 60. Jahrestag seiner Eröffnung. Ganz werden bis dahin die noch vorhanden Käfige nicht verschwunden sein. Aber die Wildkatzen sollen zum Jubiläum eine neue Anlage bekommen.

Das Freigehege wird eine Fläche von 500 Quadratmeter einnehmen und damit um ein Vielfaches größer sein, als das jetzige Quartier der geschützten Tiere. „Geplant sind dafür 125 000 Euro“, sagt Markus Biernath, der Leiter des Forstbezirks Dresden. Eröffnet wird das neue Wildkatzendomizil am 3. Oktober mit einem großen Familienfest.

Bereits am 2. Juni soll im Wildgehege Kindertag gefeiert werden, ergänzt Ronald Ennersch, der amtierende Leiter der Einrichtung. „An diesem Tag haben die beiden Wildkatzen auch Geburtstag“, verrät der Forstmann. Die Geschwister, eine Katze und ein Kater, wurden 2009 in Limbach-Oberfrohna geboren. „Gemeinsam mit ihrer Mutter sind sie nach Moritzburg gekommen.“ Die lebt nicht mehr.

Bereits 2007 hatte der damalige Leiter des Forstbezirks Dresden, Mario Marsch, ein Konzept zur Neugestaltung des Wildgeheges erarbeiten lassen. Einiges davon wurde auch umgesetzt. Wie die moderne Wolfsanlage mit Tierarzthaus, die 800 000 Euro kostete und 2009 eröffnet wurde. Oder die Umgestaltung des Wildschweingeheges 2012, die seitdem eine bessere Sicht auf das Schwarzwild ermöglicht. Auch das seltene Weiße Rotwild, das schon zu Zeiten der Kurfürsten in Moritzburg gehalten wurde, bekam ein neues Zuhause.

Eine komplette Umgestaltung, wie vor fast zehn Jahren geplant, fand allerdings nicht statt. Zum einen fehlte das Geld dafür und zum anderen stießen die Pläne immer wieder an die Grenzen des Denkmalschutzes. An Letzterem scheiterte beispielsweise auch der Bau zusätzlicher Toiletten im Bereich zwischen Elchgehege und Abenteuerpark.

Das neue Konzept sieht nun vor, dass innerhalb von fünf Jahren zunächst rund 1,3 Millionen Euro investiert werden. Das Geld muss der Staatsbetrieb Sachsenforst selbst erwirtschaften. Eine wichtige Maßnahme daraus ist die neue Anlage für die Wildkatzen. „Zu den weiteren Vorhaben zählen Neubauten für die Luchse und Füchse“, sagt der Forstbezirksleiter. Auch Letztere leben derzeit noch in einem Käfig.

Anders dagegen die Luchse. Ihre Anlage ist bereits sehr naturnah und der Gehegezaun aus Holz und Draht ermöglicht einen guten Blick auf die Tiere. Allerdings wurde er in den vergangenen Jahren mehrfach durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume zerstört, wodurch die Tiere ins Freie gelangten. „Das neue Luchsgehege wird nicht nur größer, sondern bekommt auch einen stabilen Zaun.“

Investiert wurde im vergangenen Jahr bereits in die Erweiterung des waldpädagogischen Angebots. Bei den Wildgehegespielen verbinden fünf Stationen sportliche Aktivitäten mit dem Vermitteln von Wissen. Vermutlich ganz zum Schluss der bis 2020 geplanten Maßnahmen soll ein zweiter Eingang zum Wildgehege in Nähe des Kutschketeich-Parkplatzes entstehen.

Damit würde vor allem die Parksituation vor dem Wildgehege entschärft. Zwar wurden 2017 mit 128 000 etwas weniger Besucher gezählt als im Vorjahr, da waren es 142 000, aber vor allem an Wochenenden und in den Ferien bildet sich oft Stau an der Parkplatz-Zufahrt.

Im Jubiläumsjahr soll auch noch der Platz am Wolfsgehege umgestaltet werden. „Das gehört noch zu der bereits eröffneten Wolfsausstellung mit dazu“, sagt Markus Biernath. Und aus der Ziegenanlage soll möglichst bald ein richtiges Streichelgehege werden.

Nach sieben Jahren Preisstabilität hat das Wildgehege jetzt den Eintritt erhöht. Erwachsene zahlen mit fünf jetzt einen Euro mehr, die Kindertageskarte (drei bis 17 Jahre) kostet nun 2,50 statt zwei Euro. „Diese moderate Erhöhung ist notwendig, da die Kosten in dieser Zeit deutlich gestiegen sind“, sagt Markus Biernath.

Die Beseitigung der durch das Sturmtief Friederike im Januar entstandenen Schäden im Wildgehege werde voraussichtlich bis zu 100 000 Euro kosten.

Osterüberraschung