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Willkommen im Wolfgangs

Das neue Restaurant in der früheren Bautzener Goethe-Apotheke hat jetzt die ersten Gäste empfangen. Einer freute sich besonders.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Rolf Leidler kennt die Räume ganz genau. Schließlich hat er in der Goschwitzstraße 27 seine Kindheit verbracht. Er ist der Sohn von Paul Leidler, des langjährigen Inhabers der traditionsreichen Goethe-Apotheke. Nun betritt er nach vielen Monaten erstmals wieder deren Räume. Sie sehen fast so aus wie früher, aber eben nur fast. Denn aus der Apotheke ist ein Restaurant geworden, das am vorigen Wochenende seine ersten Gäste empfing. In Anlehnung an den Namensgeber heißt das Lokal „Wolfgangs Restaurant und Café“. Dabei war Goethe nie in Bautzen. Aber Rolf Leidler weiß auch, warum die frühere Schloß-Apotheke nach dem Krieg ihren neuen Namen erhielt: „Die Sowjets fanden den Namen Schloß-Apotheke nicht mehr passend, so musste sich mein Vater einen unverfänglichen Namen einfallen lassen“, sagt er. Nach einem Rundgang mit Betreiber Enrico Paul von IC Team Management Consulting ist Rolf Leidler sehr angetan. „Ich freue mich, dass es so schön geworden ist – genau so, wie wir uns das vorgestellt und erhofft hatten.“

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Zutritt nicht verboten, sondern erwünscht

Den Politikern über die Schultern schauen und die Zeitungsproduktion live erleben – das geht auch zusammen. 

Anstrengende Monate

Das Lob freut Enrico Paul. Nach vielen anstrengenden Monaten ist das Werk nun vollendet. Nicht nur die frühere Apotheke, sondern das gesamte Gebäude mit dem von der Straße aus nicht sichtbaren Seitenflügel sind fertig saniert. In das neue Hotel „Moments“ sind zwar noch keine Gäste eingezogen, aber die ersten Buchungen sind schon eingegangen. Zu Ostern wird hier kein Bett leer bleiben, ist sich Enrico Paul sicher.

Das neue Restaurant kann von den Hotelgästen, wie auch von Bautzenern künftig auch zum Frühstück genutzt werden. Momentan muss sich alles erst noch einspielen. Bereits am ersten Sonntag nach der Eröffnung gab es einen Brunch, der so gut angenommen wurde, dass diese Kombination aus Frühstück und Mittagessen auch an den kommenden drei Sonntagen angeboten wird. Der Clou dabei sind die Führungen durchs Haus, bei denen auch einiges zur Geschichte des Hauses und der Apotheke erzählt wird.

Zwei Millionen Euro für die Sanierung

Das Gebäude wurde 2015 durch die Firma IC Team Management Consulting von den Erben Paul Leidlers erworben. Seitdem sind nach Angaben der Betreiber mehr als zwei Millionen Euro in die Sanierung geflossen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Alleine das Restaurant mit der historischen Apotheken-Ausstattung ist eine Augenweide. Ein Teil der Regale und Wandschränke im Jugendstil war während der Bauarbeiten abgedeckt gewesen. Jetzt kommt ihre ganze Pracht und Schönheit wieder richtig zur Geltung. In den Regalen stehen Wein und Kaffee für die Gäste. Zum Teil werden aber auch Gerätschaften und Flaschen der Apotheke ausgestellt. Außerdem sollen einige Regale mit Büchern gefüllt werden, in denen die Gäste schmökern können. Der Nebenraum, die ehemalige Offizin – der Arbeitsraum – der Apotheke, wurde durch das Herausnehmen einer Zwischenwand in das Restaurant eingegliedert. Dort befindet sich jetzt der Ausschank. Dessen Möbel wurden perfekt an das historische Mobiliar angepasst.

Das Restaurant „Wolfgangs“ ist tagsüber ein Café, zwischen 17.30 und 22 Uhr gibt es Speisen à la carte. Der Küchenchef hat bislang in Frankfurt am Main in einem Sterne-Restaurant gearbeitet. Die Speisekarte im Wolfgangs orientiert sich aber am hiesigen Geldbeutel. Neben deftigen Steaks gibt es auch Vegetarisches.