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Zittau

Willkommensnetzwerk stellt sich neu auf

Hilfe für Migranten ist weiter notwendig, darin sind sich die Aktiven einig. Die sieht aber anders aus, als zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise.

2015 haben viele Menschen in Deutschland Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Vielerorts gründeten sich in der Folge Willkommensbündnisse - so auch in Zittau.
2015 haben viele Menschen in Deutschland Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Vielerorts gründeten sich in der Folge Willkommensbündnisse - so auch in Zittau. © Archiv / Pawel Sosnowski

Es lebt! Das Willkommensnetzwerk Zittau hat sich dieser Tage erneut getroffen. Wie wird aktuell geholfen und wo ist weitere Unterstützung notwendig - diese Fragen standen im Mittelpunkt des Treffens. Das Hilfe weiter notwendig ist, darin sind sich die Aktiven einig. Immerhin leben momentan über 1.100 Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge im Landkreis Görlitz, wie die Statistik der Kreisverwaltung zeigt. Knapp 70 Prozent von ihnen leben in Zittau und Löbau. Im Vergleich zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 sind die Bedürfnisse heute ganz anderer Natur, meint Rebecca Smith vom Willkommensnetzwerk. Benötigt werde eher Hilfe im oft unspektakulären Alltag, ob Situationen an Schulen, die Sprache zu lernen und auch anzuwenden, Unterstützung beim Umzug oder eine Arbeit oder eine Ausbildung zu finden. Dabei sei nicht nur die Unterstützung von hauptamtlichen Helfern wichtig, sondern auch von ehrenamtlich tätigen Personen wie denen im Willkommensnetzwerk, findet Rebecca Smith. Der Austausch und die Kommunikation innerhalb des Netzwerkes könne die Helfer ermutigen und inspirieren.

Viele Monate war es recht still um das Willkommensnetzwerk gewesen. Auch das Sachgebiet Integration hatte in seinen monatlichen Berichten immer wieder mitgeteilt, dass derzeit keine Termine für Netzwerktreffen in Zittau bekannt seien. Dass es eine längere "Pause" gab, bestätigt Rebecca Smith. Nun aber will sich das Netzwerk neu aufstellen. Dass das nicht von heute auf morgen geht, zeigen die ersten beiden Treffen nach der längeren "Pause". Etwa zehn Aktive waren dabei. Nach den großen Flüchtlingsströmen 2015 und der damaligen Gründung des Willkommensnetzwerkes hatten in der Regel 30 und mehr Personen an den Treffen teilgenommen, die eine Zeit lang alle zwei Wochen stattfanden. Mit den sinkenden Flüchtlingszahlen nahm aber die Anzahl der Netzwerkmitglieder und auch die Häufigkeit der Treffen ab.

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Im Zittauer Raum wurde in der Zwischenzeit eine gut geordnete und gelenkte regionale hauptamtliche Netzwerk-Struktur etabliert, in deren Rahmen auch Anliegen und Themen aus dem ehrenamtlichen Willkommensnetzwerk Zittau kontinuierlich thematisiert und behandelt werden, erklärt Franziska Glaubitz, Pressesprecherin des Landkreises.

Dass das ehrenamtliche Engagement nachgelassen hat, beobachtet auch Ansgar Schmidt, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Die Kirche hatte seit 2015 viel für Flüchtlinge getan, unter anderem wurde eine Familie aus Syrien im Pfarrhaus aufgenommen. Schmidt ist durchaus bereit, sich wieder stärker zu engagieren. Bisher gibt es aber nur Überlegungen, noch nichts Konkretes. Das könnte vielleicht beim nächsten Treffen des Willkommensnetzwerkes nach der Sommerpause festgemacht werden. Im Blick haben die Aktiven dabei vor allem die Interkulturelle Woche vom 22. bis 29. September, in der in zahlreichen Städten und Gemeinden verschiedene Aktionen auf die Beine gestellt werden.

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