merken

Willy will’s wissen

Bei der Pegida-Demonstration am Montag trat auch Peter Willweber auf. Als Unternehmer verdient er Geld mit Ausländern, die nach Dresden kommen.

© Screenshot: youtube

Von Anna Hoben

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Zur Probefahrt das perfekte Fahrgefühl 

Das kompakte Design und die Ausstattung sind beeindruckend: Jetzt mit dem neuen City-SUV T-Cross von Volkswagen davondüsen.

Die Veranstaltung ist fast zu Ende, da kündigt Pegida-Frontmann Lutz Bachmann einen letzten Redner an: „unser Willy“. Der heißt mit vollem Namen Peter Willweber, ist Inhaber der Dresdner Mitwohnzentrale Home Company und zeichnet als Karikaturist für das Dresdner Kulturmagazin. „Guten Abend Dresden, guten Morgen Welt“, so begrüßt er die Demonstranten.

Die Pegida-Demo am 23. Februar

Dann kritisiert er den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland. „Immer wieder kommt der Eindruck hoch, die DDR ist wieder da.“ Der Redner grinst süffisant, die Menge johlt. „War die Wende ’89 umsonst?“, fragt Peter Willweber. „Gibt es die Bürgerrechte und Freiheit nur auf dem Papier?“ Er vergleicht die Bewegung der selbst ernannten „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mit der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848. „Wir verlangen unsere Freiheit, Demokratie und unser Land zurück.“

Als Inhaber der Wohnungsvermittlung Home Company mit Sitz in der Dresdner Neustadt hat Willweber, 48, täglich mit Ausländern zu tun. „Wir suchen auch ständig Wohnungen für Gastwissenschaftler, Ingenieure, Berufstätige aller Art“, so heißt es auf der Facebook-Seite der Firma. Einen Widerspruch zwischen seiner beruflichen Tätigkeit und seinem Auftritt bei Pegida sieht Willweber indes nicht. „Wir haben zu viele Ausländer der falschen Sorte und zu wenige der richtigen“, sagte er gestern auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Bei den Pegida-Protesten, auf denen regelmäßig ausländerfeindliche Parolen zu hören sind, sei er schon öfter als „Spaziergänger“ dabei gewesen. Von dem Shitstorm, also der Häufung kritischer Kommentare, die jetzt auf der Facebook-Seite seiner Firma gepostet werden, sei er „ein bisschen überrascht“. Er erhalte aber auch viel Zuspruch.

Für seine Lust am Provozieren ist Peter Willweber bekannt, auch als Karikaturist für das Dresdner Kulturmagazin, für das er seit 25 Jahren zeichnet. „Wir distanzieren uns von seinem Auftritt und von seinen Äußerungen“, sagt der Chefredakteur, der sich nur Heinz K. nennt. „Das fällt auf uns als Medium zurück.“ Er wolle das Gespräch mit Willweber suchen. „Aber er bekommt jetzt kein Berufsverbot.“ Ende Januar hatte das Magazin eine Collage aus Fotos von Pegida-Gegendemonstrationen als Facebook-Titelbild hochgeladen. Damals hatte Willweber kommentiert: „Jetzt ist sogar das Titelbild auf Scharia-Patrouille umgestellt.“