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Wilma verhext den Bauernmarkt

„Wer will fleißige Handwerker seh`n“ ist das Motto am 1. Oktober. Wie gehört da eine Hexe dazu?

© Heike Gretschel

Großenhain. Madeleine Last alias Hexe Wilma ist das Maskottchen vom Kriebelland, einem Baumhaushotel an der Talsperre Kriebstein. Die 47-Jährige wohnt im nahe gelegenen Beerwalde und erzählt, wie sie zu ihrem Namen und ihrer „Funktion“ gekommen ist. „Ich habe eine Nachtwanderung mit Jugendlichen gemacht, wo ich mir etwas Besonderes einfallen lassen wollte“, so Madeleine Last. Ihr kam die Idee mit der Hexe, und sie sagte zu sich: „Ich will ma` probieren.“ So wurde 2009 aus einer Mutter von vier Kindern Wilma, die freundliche Frau mit dem Filzhut.

Beruflich ist sie Lehrerin an einer evangelischen Grundschule bzw. einer Werkschule. Madeleine Last leitet auch eine Kinderschreibwerkstatt. Als Hexe Wilma ist sie erstmalig in Großenhain und auf dem Bauernmarkt. Doch in solchen Auftritten hat sie schon Übung. „Ich trete auf Weihnachtsmärkten in Aktion, begleite den Ruprecht oder zaubere bei uns Geschenke herbei“, erzählt Madeleine Last. Kürzlich war sie beim fünften Lauensteiner Schlossfest im Osterzgebirge zu sehen.

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Hässlich ist nicht gleich böse

Dass es am 1. Oktober im Großenhainer Stadtzentrum um altes Handwerk geht, kommt ihr sehr entgegen. Hexe Wilma spinnt nämlich. „Ich bringe meine Spule und ein Spinnrad mit“, sagt die 47-Jährige. Sie sei keine rituelle Hexe, sondern ein Beispiel dafür, dass „nicht alles, was hässlich ist, böse sein muss“, sagt sie augenzwinkernd. Vor allem Kinder hätten zu Hexen noch ein unverkrampftes Verhältnis – außer Hänsel und Gretel ...

Ihr Handwerk ist also die Wollherstellung und -verarbeitung. Und ihr Handwerk ist auch die Sprache. „Wissen Sie, woher der Ausdruck `sich verhaspeln` kommt?“ Mit ihren Wortdeutungen und Märchen wird Madeleine Last auf dem Markt auch mobil sein und improvisieren. Ihre 17-jährige Tochter hütet derweil den Stand und demonstriert die Herstellung von Senf.

Also halten Sie zum Bauernmarkt Ausschau nach der Dame mit der Oma-Stola und dem Spitzhut. Wenn es heißt: Schnurr, schnurr, schnurr – dreimal gezogen ...

22. Bauernmarkt: Am 1. Oktober 10 bis 18 Uhr