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Wilsdruff wächst weiter

Mehr Einwohner, viele Babys – Wilsdruff legt abermals zu. Und die Stadt wird wohl noch größer.

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© Symbolfoto

Von Annett Heyse

Wilsdruff. Seit Jahren gehen die Zahlen nach oben und jetzt gibt es einen neuen Rekord zu vermelden: Erstmals wohnen mehr als 14 200 Männer, Frauen und Kinder in Wilsdruff und den Ortsteilen. Vor einem Jahr waren es noch 14 150 Einwohner. Mit Stichtag 31. Dezember 2016 zählte das Einwohnermeldeamt nun exakt 14 208 Wilsdruffer. Zum Vergleich: Zehn Jahre davor lebten hier 13 783 Menschen.

Auf einem stabil hohen Niveau bewegt sich die Zahl der Geburten. So erblickten im vergangenen Jahr 144 Babys das Licht der Welt, wobei 69 Jungen und 75 Mädchen geboren wurden. Damit verpassten Wilsdruffs junge Eltern knapp den Rekord von 2014 – damals registrierte die Meldestelle 145 Wilsdruffer Babys. Allerdings lag die Zahl der Sterbefälle etwas höher als die der Geburten. 150 Einwohner starben.

Ausschlaggebend für die Einwohnerentwicklung ist der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung mit vielen Unternehmensansiedelungen. Das betrifft nicht nur Wilsdruff, sondern auch Klipphausen. Zudem strahlt die Entwicklung in der Landeshauptstadt auf Wilsdruff aus. Demzufolge wird an der Wilden Sau viel gebaut: 2016 gab es 38 Bauanträge für Eigenheime, vier Bauanträge für Mehrfamilienhäuser und zwei Bauanträge für Doppelhaushälften. Zudem wurden drei Gebäude für Wohnzwecke umgebaut. Das schlägt sich auf die Bevölkerungsbewegung nieder. Zwar gab es 2016 aus Wilsdruff 706 Wegzüge, aber auch 617 Zuzüge. Dazu kommen dann noch etliche Statuswechsel, also die Ummeldung von einer Zweit- zu einer Erstwohnung. Die Geburten- und Sterbefälle hinzugerechnet, ergibt das unterm Strich einen Zuwachs von 58 Einwohnern innerhalb von zwölf Monaten.

Schon ist absehbar, dass die Einwohnerzahlen von Wilsdruff auch in Zukunft steigen werden. So gibt es ein Baugebiet in Grumbach nahe dem kleinen Gewerbegebiet an der Bundesstraße B 173, das sich langsam füllt. Platz ist hier für 31 Eigenheime. Für den ehemaligen Sportplatz in Kesselsdorf ist ein Bebauungsplan genehmigt – hier geht es um 25 Ein- und Mehrfamilienhäuser. In Herzogswalde möchte ein Investor Ein- und Mehrfamilienhäuser mit mehr als 30 Wohneinheiten errichten. In etlichen Ortsteilen werden zudem Eigenheime in kleine Baulücken gesetzt.

Wilsdruffs Wachstum wird von etlichen Einwohnern zunehmend kritisch betrachtet. Auf Skepsis stößt vor allem der Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan. Darin sind weitere Wohnbaugebiete vorgesehen. So am westlichen Wilsdruffer Stadtrand hinter der Bebauung Nossener Straße, wo es gleich um 28 Hektar geht. Schon jetzt, äußern Kritiker, komme doch die Infrastruktur der Stadt kaum noch mit. Zwar wurde in Kitaplätze und Schulen investiert. Doch die Zahl der Grundschüler stieg innerhalb eines Jahres von 623 auf 651. In den Kindertagesstätten werden nun 1 426 Mädchen und Jungen betreut, vor einem Jahr waren es 1 362. Es sei nur eine Frage der Zeit, meinen Kritiker, bis die Einrichtungen an ihre Grenzen kommen. Sichtbar wird das schon heute in der Wilsdruffer Kinderarztpraxis, wo wegen des hohen Aufkommens seit Monaten keine neuen Patienten angenommen werden.