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Wie aussagekräftig sind die Zeugnisse?

Trotz Homeschooling und Wechselunterricht sollten die Eltern die Zeugnisnoten ernst nehmen. Warum, das erklärt Schulleiterin Katja Laetsch.

Seit 2020 kann Schulleiterin Katja Laetsch ihre Schüler in Wilsdruff in einem neu errichteten Schulgebäude begrüßen.
Seit 2020 kann Schulleiterin Katja Laetsch ihre Schüler in Wilsdruff in einem neu errichteten Schulgebäude begrüßen. © Norbert Millauer

Ein ungewöhnliches Schuljahr geht zu Ende. Über Wochen mussten die Schüler zu Hause lernen, dann folgte der Wechselunterricht. Die Folge: Über Monate konnten die Lehrer keine Arbeiten und Tests schreiben. Wie leicht oder schwer fiel es den Lehrern, Noten zu bilden. Das wollte Sächsische.de von Katja Laetsch wissen. Sie leitet das Wilsdruffer Gymnasium, dass 2020 einen Neubau in Wilsdruff beziehen konnte.

Frau Laetsch, wie schwer war es für die Lehrer, gerechte Zeugnisnoten zu erstellen?

Es war in diesem Schuljahr, insbesondere in den Zeiten ausschließlich häuslicher Lernzeit, nicht einfach, gerechte Bewertungen von Schülerleistungen vorzunehmen. Viele Lehrkräfte haben in dieser Zeit bewertet, ohne gleichzeitig zu benoten. Die Kinder brauchen eine Rückmeldung zum Lernerfolg, um zu erkennen, wo sie Stärken und Schwächen haben. Die Lehrkraft braucht diese Rückmeldung als Grundlage für das weitere Vorgehen im Unterricht. Da sich nicht alle Fächer für die Benotung auf digitalem Weg gleichermaßen eignen, gab es auch nicht in allen Fächern Noten.

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Wie ernst sollten Schüler und Eltern die Zeugniszensuren in diesem Schuljahr nehmen?

Eltern sollten die erteilten Zeugnisnoten natürlich ernst nehmen. Die Kinder haben hart dafür gearbeitet und die Lehrkräfte bei der Erstellung der Lernerfolgskontrollen auf die besonderen Bedingungen Rücksicht genommen. Natürlich war der Anspruch an die Kinder in diesem Schuljahr enorm hoch und deshalb sind die individuell erreichten Leistungen auch besonders zu würdigen.

Welche Tipps haben Sie als Pädagogin für Eltern und Schüler für die Ferien und das neue Schuljahr?

Ich wünsche mir, dass die Kinder ihre Ferien jetzt in vollen Zügen genießen und nicht permanent daran erinnert werden, welche Lernrückstände ihnen im nächsten Schuljahr Probleme bereiten könnten. Sie brauchen dringend eine Pause, um ihnen die Chance zu lassen, im kommenden Schuljahr wieder „Lust auf Schule“ zu haben. Mit dieser im Gepäck werden sie Stück für Stück das nötige Wissen und die erforderlichen Kompetenzen erwerben, um den eigenen Ansprüchen und den Erwartungen wieder gerecht zu werden. Da bin ich sehr zuversichtlich.

Bekommen die Schüler die Chance, Lernstoff in den nächsten Schuljahren nachzuholen?

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