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Neues Angebot für Wilsdruffs Jugend

Der Jugendhilfeverein Pro Jugend richtet auf der Meißner Straße eine neue Anlaufstelle ein. Für Einzelgespräche ist sie schon geöffnet.

Carolin Pollack und Max Stürmer von Pro Jugend richten derzeit einen Jugendtreff auf der Meißner Straße 3 in Wilsdruff ein.
Carolin Pollack und Max Stürmer von Pro Jugend richten derzeit einen Jugendtreff auf der Meißner Straße 3 in Wilsdruff ein. © Steffen Unger

Ein Tischkicker, ein Sofa, Tische und ein paar Stühle. Viel mehr steht noch nicht in dem Raum, in dem sich künftig Kinder und Jugendliche aus Wilsdruff treffen können. Es sieht noch nicht gemütlich aus. Carolin Pollack und Max Stürmer wissen das.

Die Sozialarbeiterin und der Sozialpädagoge haben ja auch erst vor Kurzem damit begonnen, den Raum zu gestalten. Gern würden sie die jungen Wilsdruffer daran beteiligen. "Sie sollen sich hier auch wohlfühlen", sagt Max Stürmer. Doch durch die Corona-Auflagen sind solche Treffen derzeit nicht möglich. Sobald sich das ändert, werde man dazu einladen. Und dann können die Jugendlichen Vorschläge machen. Bis dahin ist noch einiges zu tun, sagt Max Stürmer und zeigt auf das Büro, die Küche und den kleinen Beratungsraum. Hier wie dort fehlen noch Möbel. Auch eine Musikanlage sollte noch angeschafft werden. "Wir sind gerade dabei, die Räume Stück für Stück auszustatten."

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Nur einen Steinwurf vom Markt entfernt

Der neue Jugendtreff befindet sich zwar nur einen Steinwurf vom Markt entfernt. Doch leicht zu finden ist er nicht. Er liegt etwas versteckt im Hinterhof des Nikolaihofes auf der Meißner Straße. Damit dieser besser gefunden wird, lassen Max Stürmer und Carolin Pollack Schilder anfertigen, die Suchenden den Weg weisen. Erste Vorschläge von einer Layouterin gibt es bereits.

Der neue Jugendtreff hat im Hinterhaus des Nikolaihofes sein Domizil.
Der neue Jugendtreff hat im Hinterhaus des Nikolaihofes sein Domizil. © Steffen Unger

Träger des Jugendtreffs ist der Jugendhilfeverein Pro Jugend aus Dippoldiswalde. Der Verein, der seit vielen Jahren in der Jugendarbeit aktiv ist, ist in Wilsdruff kein Unbekannter - genauso wie dessen Mitarbeiter Max Stürmer. Der 34-jährige Dresdner ist seit 2013 in Wilsdruff und den Ortsteilen als Streetworker unterwegs. "Bisher war ich in Wilsdruff für die mobile Jugendarbeit zuständig", erzählt er. Er besuchte die Jugendlichen, die sich am sogenannten Raster am Stadtrand, auf Bolzplätzen, im Park aber auch in den von Jugendlichen verwalteten Jugendklubs treffen.

Mit Beginn des neuen Jahres hat der Verein weitere Aufgaben übernommen. Er ist nun auch für die offene Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Das ist ein Ergebnis der Neuordnung der Jugendhilfe in der Region, die vom zuständigen Landratsamt Pirna ausging. Dieses hatte die mobile und die offene Jugendarbeit zusammen neu ausgeschrieben. Pro Jugend erhielt den Zuschlag für Wilsdruff. Ein Resultat ist der Jugendtreff, der jetzt eingerichtet wird. Bisher gab es den Schüler- und einen Teenagertreff. Beide wurden hauptsächlich von Mitarbeitern der Stiftung Leben und Arbeit betreut. Um die weiteren Aufgaben von Pro Jugend zu bewältigen, hat der Verein Carolin Pollack als zweite Mitarbeiterin für Wilsdruff eingestellt.

Zwei längere Öffnungstage geplant

Künftig wollen sie den Jugendtreff zweimal in der Woche länger öffnen. "Das wird voraussichtlich am Mittwoch und Donnerstag jeweils von 13 bis 20 Uhr sein." Ob es kommt oder bleibt, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und dem Interesse der Kinder und Jugendlichen ab. "Wir wollen uns nach deren Bedürfnissen richten." Am Wochenende bleibt der Jugendtreff vorerst zu. "Falls die Jugendlichen den Wunsch äußern, dass wir öffnen sollen, ist das diskutabel", ergänzt Carolin Pollack. Zu bedenken gibt sie, dass sowohl sie als auch ihr Kollege keine vollen Stellen haben.

Wenn der Jugendtreff geöffnet ist, wollen beide anwesend sein. Sie verstehen sich nicht nur als "Aufpasser", sondern viel mehr als Gesprächspartner. Kinder und Jugendliche können sich bei ihnen Rat holen. Max Stürmer und Carolin Pollack möchten auch Initiativen unterstützen, die von den Jugendlichen ausgehen. Sei es die Ausrichtung eines Kickerturniers, die Gestaltung eines Kochnachmittages oder - vor dem Hintergrund der Bundestagswahl im Herbst - die Organisation einer U-18-Wahl.

Freitags im Stadtgebiet unterwegs

Einen Kiosk wird es im Jugendtreff nicht geben, Getränke und Snacks werden aber angeboten. "Alkohol werden wir nicht verkaufen", sagt Max Stürmer mit Hinweis auf die Hauptzielgruppe. Das sind Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 27 Jahre. "Hier gilt der Kinder- und Jugendschutz."

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Freitags werden beide unterwegs sein, um Jugendliche an ihren bekannten Treffpunkten aufzusuchen. Derzeit gibt es drei Jugendklubs im Stadtgebiet. Hier will sich Carolin Pollack einarbeiten. Schon jetzt bieten die beiden Jugendtreff-Mitarbeiter Jugendlichen Einzelgespräche an. "Diese können schon im neuen Jugendtreff stattfinden."

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