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Nach Verfolgungsjagd mit der Polizei: Fahrer vor Gericht

Spielende Kinder sprangen zur Seite, als der 29-Jährige über einen Gehweg rollte. Nicht nur deshalb muss sich jetzt der Wilsdruffer verantworten.

Symbolfoto.
Symbolfoto. © Symbolfoto: dpa

Von Walter Neuwirth

Was im März dieses Jahres in Kesselsdorf als gewöhnliche Polizeikontrolle begann, entwickelte sich rasch zu einer Verfolgungsjagd mit der Polizei, bei dem offenbar Kinder gefährdet wurden. Dafür muss ich derzeit ein 29-jähriger Wilsdruffer vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten.

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Der sichtlich betroffen wirkende Angeklagte gestand gleich zu Prozessbeginn und auch ohne jegliche Umschweife, an jenem Morgen die Droge Crack zu sich genommen zu haben, auch weil ihn das meist beruhigen würde. Der Drogenkonsum war wohl auch der Grund, warum er nicht anhielt, als ihn die Polizei später an der B173 kontrollieren wollte. Stattdessen flüchtete er mit seinem Audi 80 in hohem Tempo durch die 30er-Zone eines Wohngebiets.

Zur gleichen Zeit spielten dort zwei Jungs im Alter von neun und zehn Jahren Fußball. Eine gefährliche Begegnung, denn der Audi-Fahrer rollte über den Gehweg eines Spielplatzes und kam damit den Kindern recht nah. Schließlich landete der Audi-Fahrer in einer Sackgasse, wo er seinen Wagen abstellte und zu Fuß weiterging; kurz darauf stelle ihn auch schon die Polizei nach einem Zeugenhinweis. Eine Blutentnahme erbrachte den Beleg, dass der 29-Jährige unter erheblichem Drogeneinfluss stand und somit offenkundig absolut fahruntüchtig war.

Wie die vorgeladenen Kinder im Beisein ihrer Väter dem Gericht nun berichteten, hatten sie sich durch die wilde Fahrt des Mannes derart erschreckt, dass einer zur Seite sprang und sich dabei leicht verletzte. Zwar hatte wohl keine direkte Gefahr bestanden, von dem Audi überfahren zu werden, jedoch muss das Erlebnis heftig gewesen sein.

Der Angeklagte gab zwar den Drogenkonsum zu, will aber von der Verfolgung durch die Polizei nichts mitbekommen haben. Er sei gar nicht geflüchtet, behauptet er. Bislang wurde im Prozess noch nicht abschließend geklärt, inwieweit das zivile Polizeifahrzeug für den Angeklagten erkennbar war, wobei die bisherigen Zeugen, wenn auch unterschiedlich, von deutlich hörbarer Polizeisirene und Blaulicht berichteten.

Aufgrund der Nähe zum Spielplatz und auch den Wohnhäusern existiert offenbar eine längere Liste potenzieller Zeugen. Das Gericht vertagte nun den Prozess, um weitere Zeugen aber insbesondere auch die betreffenden Polizeibeamten anzuhören. Der Sachverhalt an sich scheint weitgehend klar, in der Fortsetzung geht es darum, konkrete Erkenntnisse zu gewinnen, die strafverschärfend oder auch strafmildernd sein könnten.

Wurden Personen tatsächlich konkret gefährdet und wie riskant und rücksichtslos war das Fahrverhalten des Mannes? Dies sowie die genaue Betrachtung der bisherigen, kriminellen Vorgeschichte des Angeklagten werden erheblichen Einfluss auf das erwartete Urteil nehmen. Diese Woche wird der Prozess fortgesetzt.

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