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Trinkwasser-Anschluss weiter auf der Kippe

Der Wasserversorger ist bereit, in Herzogswalde zu bauen. Aber einige Anlieger scheuen die Investition. Platzt das Projekt?

Wasser aus dem Netz: Viele Einwohner vom Landbergblick wollen sich nicht mehr auf ihre Brunnen verlassen.
Wasser aus dem Netz: Viele Einwohner vom Landbergblick wollen sich nicht mehr auf ihre Brunnen verlassen. © Dietmar Thomas

Schöne Aussicht, schlechte Versorgungslage - so könnte man das kleine Wohngebiet am Landbergblick in Herzogswalde beschreiben. Denn hier gibt es bisher keine zentrale Wasserversorgung. In den vergangenen trockenen Sommern war das für die Anwohner ein großes Problem, denn manche Brunnen gaben kaum noch etwas her.

Viele Grundstückseigentümer wollen das ändern und plädieren mittlerweile für einen Anschluss an die zentrale Wasserversorgung. Doch es gibt ein Problem: die Kosten.

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Noch 22 Grundstücke haben Brunnen

Insgesamt liegen am Landbergblick und der angrenzenden Hauptstraße 22 Brunnengrundstücke. Wird gebaut, müsste jeder Anlieger mit einer Wohneinheit etwa 6.500 Euro Eigenanteil beisteuern. Für weitere Wohnungen wird von einem Baukostenzuschuss von 25 Prozent pro Wohnung ausgegangen. Dazu kommen noch die Kosten für den Hausanschluss.

Das ist manchen zu teuer. Laut Wasserversorgung Weißeritzgruppe (WVW) hat zwar ein Großteil der Grundstückseigentümer signalisiert, diese Kosten auf sich zu nehmen. Zudem möchte die Stadt Wilsdruff einen finanziellen Anreiz setzen und gewährt pro Grundstück einen Zuschuss von 1.500 Euro. Aber ein Landwirtschaftsunternehmen, dem insgesamt drei Grundstücke am Landbergblick gehören, zögert noch. "Da liegt trotz mehrerer Gespräche noch keine Zustimmung vor", sagte Frank Kukuczka, Geschäftsführer der WVW.

Trinkwasser-Anschluss nur, wenn alle zustimmen

Dennoch möchte die Verbandsversammlung am 17. Dezember über den Haushalt für das nächste Jahr entscheiden. Darin vorgesehen ist auch eine Kreditaufnahme für Investitionen, unter anderem in Brunnendörfer wie Herzogswalde. Zudem hat der Wasserversorger Fördermittel für die Erschließung beim Land Sachsen beantragt. Mit einem Bescheid wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Kommt der staatliche Zuschuss, könnte die Weißeritzgruppe bauen. "Ob es im nächsten Jahr einen Baustart gibt, hängt aber auch von der Zustimmung aller Grundstückseigentümer am Landbergblick ab", führte Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) vor Kurzem im Stadtrat aus. Unterschreiben einige keine Wasserlieferverträge, könnte das Bauvorhaben vorerst platzen.

Die Verbandsversammlung tagt öffentlich am 17. Dezember im Stadtkulturhaus Freital. Beginn ist 16 Uhr.

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