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Grumbacher Wehr soll abgerissen werden

Die technischen Planungen sind abgeschlossen. Wilsdruff möchte, dass das Prüfverfahren noch in diesem Jahr beginnt. Das zieht Kreise bis zur EU.

Grumbachs Ortsvorsteher Steffen Fache am alten Wehr an der Wilden Sau.
Grumbachs Ortsvorsteher Steffen Fache am alten Wehr an der Wilden Sau. © Andreas Weihs

Die Stadt Wilsdruff möchte den Hochwasserschutz in Grumbach verbessern. Dazu soll das alte Wehr an der Wilden Sau abgebaut werden. "Die technischen Planungen dazu sind abgeschlossen", informierte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) auf der jüngsten Stadtratssitzung. In diesem Zug wurden auch weitere Veränderungen geplant.

So ist vorgesehen, dass die Hochwasserentlastungsrinne ertüchtigt und eine Stützmauer zur Sicherung der Anliegerstraße am Wehr errichtet werden. Außerdem soll es eine Fischaufstiegsanlage geben. Derzeit arbeitet die Stadt an einer Lösung für die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen. Denn im Bereich des Wehrs sollen Bäume gefällt werden. Der Plan der Stadt sieht vor, dass als Ausgleich im Oberen Park in Wilsdruff Baume gepflanzt beziehungsweise ersetzt werden.

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Landesdirektion trifft wichtige Entscheidung

Liegen die Pläne vor, werden sie bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht. Dort möchte die Stadt erreichen, dass sich die zuständigen Mitarbeiter für die Prüfung in einem sogenannten Plangenehmigungsverfahren aussprechen. Sollte das gelingen, würde das Landratsamt Pirna das Verfahren führen. Nach dem Wunsch der Stadt sollte das Verfahren noch in diesem Jahr beginnen. Ob es dazu kommt, hängt von der Entscheidung der Landesdirektion ab. "Es liegt nicht allein in den Händen der Stadt Wilsdruff", so der Bürgermeister, der seit Jahren für einen besseren Hochwasserschutz kämpft.

Damit ist offen, wann hier Baustart ist. Die Grumbacher dürfte das trösten. Denn vor zwei Jahren schien es so, als ob das Wehr überhaupt nicht abgerissen werden dürfte. Denn es stand unter Denkmalschutz, weil es als „wassertechnische Anlage“ zur Sparmannmühle gehört. Dieser in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Gebäudekomplex sei ein Technisches Denkmal, weil es ortsbildprägend sei und eine ortshistorische Bedeutung habe, erklärte das Landratsamt damals.

Angst vor dem nächsten Hochwasser

Allerdings meldeten sich zum Wehr auch die Naturschützer. Nach einer Vorgabe der Europäischen Union sollten bis 2027 alle europäischen Flüsse - also auch die Wilde Sau - für Fische und andere Wasserlebewesen durchgängig sein. Da in der Wilden Sau derzeit zehn unterschiedliche Fischarten, unter anderem die Bachforelle, der Gründling, der Flussbarsch und die Plötze leben, setzten sich die Naturschützer durch.

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In Grumbach hofft man schon seit Jahren, dass sich hier etwas tut. So sollte entlang der Straße das Ufer erhöht werden. Nur so könnte gesichert werden, dass die Wilde Sau beim nächsten großen Hochwasser nicht über die Ufer tritt, erklärte Ortsvorsteher Steffen Fache bei einem früheren Vor-Ort-Termin. Zuletzt war das bei der Jahrhundertflut 2002 passiert. Mehrere Grundstücke wurden überflutet.

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