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Wilsdruff: Mieter bibbern im Advent

Und plötzlich war die Heizung aus: Über drei Tage mussten einige Wilsdruffer im Kalten sitzen.

Von Maik Brückner
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Mehr als drei Tage funktionierte die Heizung in den Häusern auf der Birkenhainer Höhe 1 bis 3 nicht.
Mehr als drei Tage funktionierte die Heizung in den Häusern auf der Birkenhainer Höhe 1 bis 3 nicht. © Daniel Schäfer

Diesen Adventssonntag wird Michaela Heilig nicht so schnell vergessen. Draußen war es kalt und in ihrer Wohnung war es auch nicht sehr kuschelig. Denn bereits zwei Tage zuvor funktionierte die Heizung nicht. Aus der Wasserleitung lief kein warmes Wasser.

Die 61-jährige Wilsdrufferin war nicht die Einzige, der es so erging. Die gleichen Probleme hatten auch ihre Nachbarn in den drei Wohngebäuden auf der Birkenhainer Höhe unmittelbar neben dem früheren Funkamt Dresden in Wilsdruff.

Die Misere begann bereits am Freitag 11 Uhr. Da fiel die Heizung aus, erinnert sich die Wilsdrufferin. Die Mieter in 18 Wohnungen mussten kreativ werden. Manche, so wie Michaela Heilig, warfen einen Elektroheizer an. Das hat nur bedingt geholfen. "Draußen minus ein Grad, drinnen 13 Grad und das im 21. Jahrhundert", sagt die Wilsdrufferin mit einem sarkastischen Unterton. Immerhin: Im Wohnzimmer schaffte es der Heizer, die Raumtemperatur auf 16 Grad zu bringen.

Kein Kontakt zur Hausverwaltung

Parallel dazu versuchte die Wilsdrufferin, Kontakt zur Hausverwaltung aufzunehmen. "Doch diese hat sich leider nicht bei uns gemeldet. Sie antwortete auf keine Mail, die wir gesendet haben." Das Bedauerliche aus ihrer Sicht: In den Wohnungen der Gebäude, die am Stadtrand stehen und einst der Deutschen Post gehörten, wohnen viele ältere Bürger. "Erkältung werden nicht ausbleiben", sagt sie. Da nach ihren Informationen alle Mietparteien betroffen waren, dürfte vor allem für die, die von zu Hause aus arbeiten oder ihren Unterricht online verfolgen müssen, nicht einfach sein.

Warum die Hausverwaltung nicht sofort reagierte, kann sich Michaela Heilig nicht erklären. Die zuständige Verwalterin bestätigte gegenüber Sächsische.de, dass es ein Problem mit der Heizung gegeben habe. Dazu habe sie auch mit mehreren Mietern in Kontakt gestanden. Das Problem, so erklärte sie, sollte sich am Montag lösen. Es wurde Öl geliefert. Weitere Erklärungen wollte sie nicht machen. Sie verwies auf ihren Chef, der die schriftlich eingereichten Fragen von Sächsische.de beantworten solle.

Nicht zum ersten Mal Problemen mit der Versorgung

Das war bis Dienstagnachmittag nicht passiert. Allerdings tat sich zwischenzeitlich an der Heizung etwas. Bei Michaela Heilig nahm sie am Montagabend gegen 21.45 Uhr ihren Betrieb wieder auf. "Nach vier Tagen ohne Heizung braucht es ewig, um die Räume wieder zu erwärmen."

Es war nicht das erste Mal, dass die Mieter Probleme mit der Versorgung hatten. 2009 mussten die Mieter der früheren Postwohnungen ein Vierteljahr ohne Trinkwasser leben, weil eine alte Leitung stillgelegt werden musste. Der Vermieter hat es zudem verpasst, rechtzeitig eine neue Leitung zu legen und eine Druckerhöhungsstation zu installieren.

Die Mieter mussten sich zunächst aus einem Wassertank versorgen, den die Drewag auf die Straße gestellt hatte. Später wurde dieser durch einen Kunststofftank ersetzt, der von der Feuerwehr bei Bedarf aufgefüllt wurde. Zwei Tage vor Heiligabend stand den Bewohnern wieder Trinkwasser zur Verfügung.