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Wilsdruff: Flugzeugzulieferer PMG holt neue Aufträge

Die Corona-Pandemie hat zu Auftragsverlusten geführt. Nun arbeitet die Geschäftsführung daran, das Niveau von 2019 zu erreichen.

David Riedrich (links) und Torsten Freudenberg blicken trotz einiger Probleme zuversichtlich in die Zukunft. Neue Kunden sollen helfen, dass sich ihre Firma PMG breiter aufstellt.
David Riedrich (links) und Torsten Freudenberg blicken trotz einiger Probleme zuversichtlich in die Zukunft. Neue Kunden sollen helfen, dass sich ihre Firma PMG breiter aufstellt. © Daniel Schäfer

Keine leichte Zeit liegt hinter David Riedrich und Torsten Freudenberg. Die Corona-Pandemie hat ihrem Unternehmen zugesetzt. Denn ihre Firma produzierte bisher vornehmlich Präzisionsteile für die Flugzeugindustrie. Aber vor allem im zivilen Flugzeugbau wurden in den letzten Monaten weniger Flugzeuge hergestellt, weil der Flugverkehr coronabedingt teilweise zum Erliegen kam.

Airbus vergibt wieder Aufträge

"Die Auftragssituation ist im Wandel", sagt Geschäftsführer David Riedrich. Bisher habe man sich sehr stark auf die Luft- und Raumfahrtindustrie konzentriert. "Unser Hauptauftraggeber Airbus hat nun begonnen, den Weg aus der Krise zu nehmen." Dieser habe nun die ersten, kleineren Aufträge vergeben.

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Riedrich rechnet, dass man erst 2023/24 die Auftragslage von der Zeit vor der Corona-Pandemie erreichen werde. Obwohl es nur langsam zu einer Zunahme von Aufträgen kommen wird, ist man in der PMG-Chefetage zufrieden. "Wir können nun wieder planen." Das dürfte auch die 65 Mitarbeiter des Unternehmens, das vor kurzem eine große Fotovoltaikanlage und eine E-Fahrzeugflotte in Betrieb genommen hat, beruhigen.

Die Corona-Krise hat auch dazu geführt, dass einige Mitbewerber von PMG aufgeben mussten. "Nun sind Aufträge am Markt, um die wir uns nun bemühen", sagt Riedrich. PMG konnte bereits einige Aufträge sichern, die bisher langfristig an anderen Firmen vergeben waren. "Hier haben wir den Zuschlag bekommen."

Parallel zum Kerngeschäft hat das Unternehmen in den letzten Monaten daran gearbeitet, neue Kunden außerhalb der Flugzeugindustrie zu gewinnen. "Da waren wir zum Teil schon sehr erfolgreich", so Riedrich. In den letzten Monaten habe man 15 Neukunden aus verschiedenen Branchen wie der Elektrotechnik und dem Maschinen- und Anlagenbau gewinnen können, aber auch mit Universitäten und Forschungsinstituten werden nun mehr Geschäfte gemacht.

Diese Neuausrichtung hat Folgen für die Fertigung, da diese teilweise umgestellt werden muss. "Wir haben kleinere Losgrößen. Haben wir bisher von einem Teil 1.000 Stück produziert, so werden es jetzt zum Beispiel nur 100 oder nur 50 Stück sein."

Das habe zu Umstrukturierungen geführt, die Arbeit musste neu geplant werden, um einen optimalen Produktionsablauf zu organisieren. Dabei spiele das Thema Digitalisierung der Produktion eine immer wichtigere Bedeutung, so Riedrich.

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Zu Umsatzzielen in diesem Jahr möchte sich die Geschäftsführung nicht äußern, noch sei vieles zu ungewiss. Nur soviel: "Trotz der Neukunden werden wir den Umsatzrückgang noch nicht kompensieren können." Erst 2023/24 wolle man das Niveau vom Vor-Corona-Jahr 2019 erreichen. Damals erwirtschaftete PMG einen Umsatz 7,5 Millionen Euro. "Die Anzeichen, dass wir dieses Ziel schaffen, sind gut."

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