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Riesenantenne: Pläne für den Gedenkort

Die Wilsdruffer wollen vom Sendemast so viel wie möglich erhalten. Hinter den Kulissen wird schon geplant.

Kann das Fußgebäude des Wilsdruffer Sendemastes erhalten bleiben? Das Landratsamt Pirna hat ein Interesse daran.
Kann das Fußgebäude des Wilsdruffer Sendemastes erhalten bleiben? Das Landratsamt Pirna hat ein Interesse daran. © privat

Die Wilsdruffer Riesenantenne ist als Ganzes wohl nicht mehr zu retten. Deshalb wollen die Mitglieder vom Förderverein Funkturm Wilsdruff und vom Technikverein einen Gedenkort schaffen, an dem möglichst viel zu sehen soll.

Bisher sollte dort nur ein Teil der Antenne aufgestellt werden, den der Förderverein von der derzeitigen Eigentümerin, der Kölner Firma Media Broadcast, geschenkt bekommt. Inzwischen arbeitet man weiter an Ideen, wie der Gedenkort aussehen könnte, berichtet Wolfgang Lill. Der Pirnaer arbeitet ehrenamtlich beim Internetportal radiomuseum.org und unterstützt sowohl den Technikverein als auch den Förderverein Funkturm.

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Demnach habe man Kontakt zu Firmen aufgenommen, die bei der Planung des Gedenkorts helfen könnten. Im Gespräch sei auch den Bau eines neuen Fußgebäudes, auf dem auch der Keramikkörper aufgesetzt werden könnte, so Lill. Derzeit steht die Antenne noch auf diesem. Einige Wilsdruffer würden auch diesen Teil der Anlage retten. Allerdings gestaltet sich das noch schwierig, weil nicht klar ist, ob der Keramikkörper die Sprengung unbeschadet überstehen wird.

Die untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt indes ist daran interessiert, das Fußgebäude am jetzigen Standort auch nach der Sprengung des Rohrmastes zu erhalten, sagt der zuständige Beigeordnete, Heiko Weigel auf Nachfrage von Sächsische.de. Um das zu erreichen, werde das Amt zwar keine Experten zur Sprengung abstellen. Allerdings habe man im Vorfeld von der Media Broadcast als Besitzer der Antenne "ein detailliertes Abbruchkonzept verlangt". Und das habe reagiert und Schutzmaßnahmen zugesagt. Diesen habe seine Behörde zugestimmt.

Landratsamt möchte dokumentieren

Nach der Sprengung des Mastes werde sich die untere Denkmalschutzbehörde das Antennenhaus näher anschauen, um Beweise zu sichern und die durch die Sprengung verursachten Schäden dokumentieren. Zudem werde man sich mit dem Eigentümer des Antennenhauses treffen, um die weiteren Schritte abzustimmen.

Unter anderem soll da auch die Beseitigung des Bewuchses an der Steigleiter und der weitere Umgang mit dem Antennenhaus erörtert werden. Bei Bedarf werde man die erforderlichen Schritte veranlassen, verspricht Weigel.

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