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Wilsdruff: Ein Wichtelhaus für den Dorfplatz

In Grumbach ist etwas Besonderes entstanden. Die Idee dazu hatte ein Mann, der für Sendungen von TV-Star Florian Silbereisen gearbeitet hat.

Noud Jansen (rechts) mit Jens Tlusty (links) und Konstantin Kirsten (Mitte, im Stapler) bereiten das Aufsetzen mit Ketten und einem Gabelstapler vor.
Noud Jansen (rechts) mit Jens Tlusty (links) und Konstantin Kirsten (Mitte, im Stapler) bereiten das Aufsetzen mit Ketten und einem Gabelstapler vor. © Daniel Schäfer

Der kommende Advent wird in Grumbach ein ganz besonderer sein. Erstmals wird sich das Dorf an einem Wichtelhaus versammeln können.

Die Idee dazu hatte Alfred Kirchner. Der gebürtige Berliner, der seit Mitte der 1990er-Jahre in Grumbach wohnt, hatte coronabedingt in den letzten Monaten viel Zeit, sich mit seinem Dorf zu beschäftigen. Von Ortsvorsteher Steffen Fache erfuhr er, dass Grumbach einer der wenigen Orte in der Region ist, in dem es weder eine Weihnachtspyramide oder einen großen Schwibbogen gibt. Noch suche man nach einer zündenden Idee, erklärte der Ortschef.

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Alfred Kirchner öffnet zum Probeaufbau vom Adventskalender für jungen und alte Kinder in Grumbach das Türchen mit der Nummer 5. 24 Türen mit Bildern und einer Geschichte erwarten die Bewunderer in der Vorweihnachtszeit.
Alfred Kirchner öffnet zum Probeaufbau vom Adventskalender für jungen und alte Kinder in Grumbach das Türchen mit der Nummer 5. 24 Türen mit Bildern und einer Geschichte erwarten die Bewunderer in der Vorweihnachtszeit. © Daniel Schäfer

Kirchner, der über viele Jahre als Chefkameramann beim MDR in Leipzig gearbeitet und dort unter anderem für Sendungen mit Florian Silbereisen Kulissen entwickelt hat, hatte eine Idee. Grumbach sollte weder eine Drehpyramide noch einen Schwibbogen bekommen. Er schlug vor, ein Wichtelhaus zu bauen. "Wichtig war mir ein Objekt zu schaffen, das bespielt werden kann und in der Perspektive viele weitere Gestaltungsmöglichkeiten hat", erzählt der 70-Jährige.

Er ahnte aber schon da, welche Konsequenzen das haben wird. Zwar gehörte es zu seiner Arbeit, so etwas zu bauen. Dennoch: "Ein bisschen verrückt sein muss man schon, sich solch ein Projekt selbst überzuhelfen", meint er augenzwinkernd. Aber Dank Corona fand der Rentner genügend Zeit. Das honorierten auch die Ortschaftsräte, als er ihnen das Vorhaben erläuterte und erklärte, dass er sich den Hut dafür aufsetzen werde.

EU fördert das Wichtelhaus

Auch von vielen anderen bekam er Zuspruch. Wenn er das Vorhaben vorstellte, schaute er in freudige Gesichter und leuchtende Augen. Schnell gewann er Mitstreiter. Der Heimat- und Kulturpflegeverein Grumbach erklärte sich bereit, das Projekt unter seinem Dach laufen zu lassen. Und mit Ortsvorsteher Steffen Fache fand er einen starken Fürsprecher im Ort. Anfang März stimmte der Ortschaftsrat für das Projekt.

Rückendeckung gab es auch von der Stadt Wilsdruff. Bürgermeister Ralf Rother (CDU) empfahl den Grumbachern, sich um Fördermittel aus dem Leader-Programm zu bemühen. Und das taten sie. "Mit sehr guter Bewertung wurde unser Antrag bestätigt", freut sich Kirchner heute noch. Denn bereits Mitte Juni konnten die Grumbacher die Arbeiten an einheimische Firmen vergeben. Ein festes Team von handwerklich begabten Rentnern aus Grumbach übernahm die Eigenleistungen.

Neue Aufgaben für den Naturkinderland-Kindergarten

Außerdem konnte Kirchner die Tharandterin Raymonde Binning, die Grumbacherin Martina Hahn, den Dresdner Ulf Lehmann und die Grumbacherin Heike Uhlmann für Spezialaufgaben gewinnen. Gemeinsam haben sie 24 Bilder konzipiert, die hinter den Fensterläden versteckt sind. Zu einigen sind Geschichten entstanden, zu anderen gehören Lieder, Bastelanleitungen und Weihnachtslieder.

Ab dem 1. Dezember soll dann täglich Tür für Tür geöffnet werden. Diese schöne Aufgabe werden die Kinder des Naturkinderland-Kindergartens Grumbach übernehmen, deren Einrichtung sich unweit des Platzes befindet. Auch die Großen und Familien werden sich künftig am Wichtelhaus treffen, sagt Steffen Fache.

Der Probeaufbau der Wichtelhaus dauerte länger als geplant. Dennoch waren die Initiatoren am Ende zufrieden. "Es ist genauso geworden, wie ich mir das vorgestellt habe", sagt der Schöpfer Alfred Kirchner.
Der Probeaufbau der Wichtelhaus dauerte länger als geplant. Dennoch waren die Initiatoren am Ende zufrieden. "Es ist genauso geworden, wie ich mir das vorgestellt habe", sagt der Schöpfer Alfred Kirchner. © Daniel Schäfer

Um dem Fördermittelgeber zu dokumentieren, was mit dem Geld passiert ist, haben die Grumbacher das Wichtelhaus in dieser Woche vor dem Grumbacher Hof probehalber aufgebaut. Dazu war auch Kindergartenleiterin Angela Gläser-Jung gekommen. Sie zeigte sich begeistert. Auf die Spaziergänge zum Wichtelhaus freue sie sich schon jetzt, versicherte sie. Gekoppelt werden diese mit Lesungen im Kindergarten. Mehr wolle sie aber noch nicht verraten. Und auch der Schöpfer war sichtlich zufrieden: "Es ist genauso geworden, wie ich mir das vorgestellt habe. Eins zu eins", sagt Alfred Kirchner.

Zahlen und Fakten zum Wichtelhaus

  • Baukosten: 20.000 Euro (16.000 Euro Förderung aus dem Regionalbudget "Kleinprojekte der Leader-AG Silbernes Erzgebirge", 4.000 Euro Eigenmittel, die von der Stadt vorfinanziert werden)
  • Bauausführende Firmen: Holzbau - Auerbach und Hahn, Metallbau - Tlusty, Bölstler Haustechnik – Dachklempner, Lackiererei Poweleit, Werbetechnik Schönberg, Elektro-Müller (Kesselsdorf),
  • Grundfläche: 4,50 x 4,50 Meter breit, sechs Meter hoch, darüber wird noch ein 1,30 Meter großer Herrnhuter Stern abgebracht.
  • Eröffnung am 1. Dezember, am 12. Dezember wird es einen Weihnachtsmarkt geben zusammen mit dem Grumbacher Hof.

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