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Hochwertige Uhren aus Kesselsdorf

Die Chemnitzer Uhrenhandels-Firma Zeitauktion hat eine neue Niederlassung bei Dresden eröffnet. Deren Chef sagt, warum der Ort eine ideale Wahl war.

Christopher Richter leitet die Kesselsdorfer Werkstatt der Firma Zeitauktion aus Chemnitz.
Christopher Richter leitet die Kesselsdorfer Werkstatt der Firma Zeitauktion aus Chemnitz. © Daniel Schäfer

Seit einem halben Jahr pendelt Uhrmacher Christopher Richter zwischen Chemnitz und Kesselsdorf. Der Grund: Im Sommer eröffnete die in Chemnitz ansässige Firma Zeitauktion GmbH eine Niederlassung im Wilsdruffer Ortsteil. Deren Leitung hat der 54-jährige Chemnitzer inne. Er sieht sich selbst als "Uhrgestein" des 2008 gegründeten Unternehmens. Der zweite Chef in Kesselsdorf heißt Falk Arnold. Gegründet wurde Zeitauktion von dem Informatiker Stephan Sohn.

Die Chemnitzer Firma Zeitauktion hat in diesem Bürogebäude in Kesselsdorf eine Werkstatt eröffnet. Hier werden hochwertige Uhren repariert und aufgehübscht.
Die Chemnitzer Firma Zeitauktion hat in diesem Bürogebäude in Kesselsdorf eine Werkstatt eröffnet. Hier werden hochwertige Uhren repariert und aufgehübscht. © Daniel Schäfer

Herr Richter, seit Anfang Juni besitzt die Firma Zeitauktion aus Chemnitz eine Niederlassung in Kesselsdorf. Warum haben Sie sich gerade hier niedergelassen?

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In und um Dresden gibt es viele Fachkräfte. Deshalb haben wir in der Region nach einem Objekt gesucht, wo wir eine Uhrmacherwerkstatt einrichten können, die gut zu erreichen ist. Im Gewerbegebiet Kesselsdorf haben wir es gefunden. Nachdem wir uns für diese Räume entschieden haben, hat uns der Vermieter diese in drei Monaten so vorgerichtet, wie wir sie haben wollten. Corona machte uns keinen Strich durch die Rechnung. Wir sind im Plan geblieben.

Wie gut haben sich Ihre Kollegen eingearbeitet?

Gut. Wir sind mit einem Team von 14 Mitarbeitern gestartet. Davon kamen zwei aus unserem Stammhaus in Chemnitz, die anderen haben wir neu eingestellt. Sie wohnen in Dresden und Umgebung, aber auch in Glashütte, Radeberg und Bautzen. Unter unseren "Neuen" sind fünf Uhrmacher, die im Sommer ihre Ausbildung an der Uhrmacherschule in Glashütte abgeschlossen haben. Die anderen haben vorher in Uhrenfirmen gearbeitet, unter anderem bei Nomos Glashütte und bei Glashütte Original. Wir haben aber auch Zahntechniker eingestellt. In Kesselsdorf haben wir ein junges Team, das inzwischen auf 17 Mitarbeiter angewachsen ist. Unsere Mitarbeiter sind zwischen 20 bis 50 Jahre alt.

Wie haben Sie die Uhrmacher nach Kesselsdorf gelockt?

Anfang 2020 haben wir in Glashütte mit mehreren Plakaten auf uns aufmerksam gemacht. In den Gaststätten und in der Uhrmacherschule haben wir Flyer ausgelegt. Danach kamen die Bewerbungen. Einige Uhrmacher dürfte gereizt haben, dass wir mit vielen Uhrenmarken arbeiten, von A. Lange & Söhne bis Zenith. Wir bieten Abwechslung. Bei ihren bisherigen Arbeitgebern haben sie sich nur mit einer Marke beschäftigt. Oftmals sitzen Uhrmacher in der Produktion und gehen einer Art Fließbandarbeit nach.

Arbeiten Sie mit der Uhrmacherschule und den Firmen in Glashütte zusammen?

Mit einigen Unternehmen gibt es Geschäftskontakte, mit der Uhrmacherschule arbeiten wir eng zusammen. Wir bieten im Jahr zwei Praktika an. Diese sind begehrt. Denn die Vollzeitschüler müssen im Jahr ein dreiwöchiges Praktikum absolvieren. Die Schule ist froh darüber, denn es gibt nicht viele solche Angebote.

Bilder, die man fast nur aus Glashütte kennt: Die Mitarbeiter der Zeitauktion GmbH arbeiten natürlich auch an Uhrmachertischen.
Bilder, die man fast nur aus Glashütte kennt: Die Mitarbeiter der Zeitauktion GmbH arbeiten natürlich auch an Uhrmachertischen. © Daniel Schäfer

Wie lange brauchen Ihre Kollegen, um eine Uhr wieder "aufzuhübschen"?

Das hängt vom Reparaturaufwand ab, es kann von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Die Teile, die wir ersetzen müssen, kommen teilweise von den Herstellern. Es gibt auch Firmen, die keine Ersatzteile bereitstellen. In diesen Fällen müssen wir auf dem freien Markt von Sammlern und Uhrenliebhabern Teile kaufen oder diese selbst herstellen. Bevor die Uhren nach Chemnitz zurückgehen, werden sie hier noch einmal geprüft. Wir verkaufen die Uhren über unser eigenes Portal, auf Chrono24 und zum Teil auch über die Plattform Ebay.

Vorausgesetzt, das Geschäft läuft weiter gut, könnten Sie in Kesselsdorf erweitern?

Gegenwärtig arbeiten hier 17 Kollegen. In den uns zur Verfügung stehenden Räumen – wir haben hier eine Fläche von mehr als 600 Quadratmetern - können wir auf 32 Arbeitsplätze erweitern. Des Weiteren haben wir noch eine Option, weitere Räume zu mieten. Das war auch ein Grund, uns hier niederzulassen. Im Moment suchen wir aber keine neuen Mitarbeiter. Wir schauen, wie sich das Geschäft aktuell entwickelt.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Wir haben die Auswirkungen kurzzeitig gespürt. Aber das Geschäft hat sich schnell stabilisiert und wir profitieren natürlich auch von der Tendenz, das die Kunden immer mehr online bestellen.

Zur Kesselsdorfer Betriebsstätte gehört auch eine Mitarbeiterküche.
Zur Kesselsdorfer Betriebsstätte gehört auch eine Mitarbeiterküche. © Daniel Schäfer

Welche Pläne hat Ihr Unternehmen 2021?

Oberste Priorität hat die Fertigstellung unserer neuen Werkstatt in Chemnitz, an der wir seit gut einem Jahr bauen. Im ersten Halbjahr wollen wir sie mit 30 Uhrmachern und Poliseuren beziehen. In unserem Haupthaus, das sich 300 Meter Luftlinie von der Werkstatt befindet, werden einige Abteilungen umziehen.

Letzte Frage: Welche Uhrenmarke ist Ihr Favorit?

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