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Peta zeigt Landwirt aus Wilsdruff an

Der Bauer soll seine Kuhherde in Kesselsdorf nicht ordnungsgemäß mit Wasser und Futter versorgt haben. Aufgefallen war das Nachbarn.

Diese Aufnahme wurden der Tierschutzorganisation Peta aus Kesselsdorf zugespielt.
Diese Aufnahme wurden der Tierschutzorganisation Peta aus Kesselsdorf zugespielt. © Peta Deutschland e.V.

Die Tierschutzorganisation Peta hat Strafanzeige gegen einen Landwirt aus dem Wilsdruffer Stadtgebiet gestellt. Sie wirft ihm vor, eine Rinderherde auf einer Wiese bei Kesselsdorf nicht ordnungsgemäß gehalten zu haben. Der Fall liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft Dresden.

Dort wurde das Verfahren wurde am 11. Januar eröffnet. "Die Ermittlungen dauern an und werden einige Zeit in Anspruch nehmen", sagt Pressesprecher Jürgen Schmidt. Wie das Verfahren weitergeführt wird, sei abhängig von dem Ergebnis der Ermittlungen. Gegenwärtig lasse sich das nicht einschätzen, so Lehmann.

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Auch dieses Bild spielten Augenzeugen der Tierschutzorganisation zu.
Auch dieses Bild spielten Augenzeugen der Tierschutzorganisation zu. © Peta Deutschland e.V.

Peta wirft dem Landwirt vor, eine Rinderherde mit Mutterkühen und Kälbern vernachlässigt zu haben, und beruft sich dabei auf einen Augenzeugen. Dieser hatte im Oktober 2020 die Tierrechtsorganisation über den Zustand der Tiere, die auf einer Weide offenbar sich selbst überlassen wurden, informiert. "Nach seinen Angaben war er zusammen mit anderen Anwohnern den Tieren seit Monaten immer wieder zu Hilfe gekommen", erklärt Peta-Sprecherin Britta Nolte.

Tier verendete auf der Weide

Peta verweist auf Fotos. Diese zeigen bis auf die Knochen abgemagerte und sogar tote Tiere auf einer Weide. "Ausreichend Futter und frisches Wasser waren anscheinend nicht vorhanden", so Nolte. Auf der Suche nach Nahrung und Wasser brachen die Rinder den Angaben des Zeugen zufolge immer wieder aus. Sie wurden jedoch eingefangen und zurück zur Weide gebracht. Bei einigen Tieren waren die Bäuche extrem aufgebläht.

Ende Oktober soll dem Augenzeuge zufolge eine Mutterkuh, die krank war und sichtlich unter erheblichen Schmerzen litt, über einen längeren Zeitraum nicht tierärztlich versorgt worden sein. Das Tier verendete auf der Weide. Das sei kein Einzelfall gewesen.

Die toten Tiere seien teils tagelang verwesend auf der Weide liegen gelassen worden. Eine Aufnahme zeigt eine schwer röchelnde Kuh – trotz Versorgung durch die Tierfreunde starb sie qualvoll, so die Peter-Sprecherin.

Auch dieses Foto legt Peta als Beweis für seine Vorwürfe vor.
Auch dieses Foto legt Peta als Beweis für seine Vorwürfe vor. © Peta Deutschland e.V.

Versuche, einen Kontakt zum Landwirt aufzunehmen, seien fehlgeschlagen. Deshalb habe man eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutznutztierhaltungsverordnung erstattet, sagt Peta-Sprecherin Britta Nolte. Ihre Organisation fordert ein Tierhalteverbot für den Landwirt.

„Wer der Verantwortung für Tiere in seiner Obhut nicht nachkommt und sie dermaßen vernachlässigt, sie bis auf die Knochen abmagern und sogar sterben lässt, muss rechtlich bestraft werden“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta. „Die zuständigen Behörden müssen Betriebe, die sich der Tierquälerei schuldig gemacht haben, anschließend zuverlässig kontrollieren, um dem in der Verfassung verbrieften Tierschutz Genüge zu tun.“

Landratsamt verhängt Bußgeld

Auch das Veterinäramt des Landkreises hat sich mit der Rinderherde beschäftigt, nachdem auch dort Anwohner im Oktober auf "augenscheinliche Tierschutzverletzung" des Halters hinwiesen. Erst nach mehreren Versuchen sei es gelungen, Kontakt zum Landwirt aufzunehmen, erklärt das Veterinäramt auf Nachfrage.

"Da aufgrund des schlechten Zustandes eines Rindes mit einer tierärztlichen Behandlung keine Heilung mehr möglich war, musste durch das Veterinäramt die Einschläferung angeordnet werden. Auch der Zustand der anderen auf der Weide befindlichen Kühe war mäßig bis schlecht", teilt das Amt mit.

Der Landwirt erhielt nach den Kontrollen Auflagen. Gemeinsam mit dem Rindergesundheitsdienst der Tierseuchenkasse haben anschließend Nachkontrollen stattgefunden, sagt Kreissprecherin Maria Ehlers. Außerdem wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Da dieses Verfahren noch läuft, kann das Veterinäramt keine weiteren Auskünfte dazu erteilen. "Selbstverständlich werden die Verstöße entsprechend geahndet", so Ehlers.

Der Landwirt erklärte gegenüber Sächsische.de, dass er fast alle Tiere dieser Herde - zu ihr gehören rund 30 Rinder - inzwischen verkauft habe. Zu den Vorwürfen, die Peta gegen ihn erhebt, möchte er sich nicht öffentlich äußern.

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