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Wilsdruff hebt Gebühren für Turnhallen an

Die neuen Preise gelten ab dem kommenden Jahr. Stadtrat und Verwaltung hoffen, dass die Freizeitsportler diese Anpassung akzeptieren.

Der Vereinschef der SG Motor Wilsdruff, Mario Gnannt, steht in der bekanntesten Wilsdruffer Turnhalle, der Saubachtalhalle. Deren Nutzung wird für Freizeitsportler ab 2022 ein wenig teurer.
Der Vereinschef der SG Motor Wilsdruff, Mario Gnannt, steht in der bekanntesten Wilsdruffer Turnhalle, der Saubachtalhalle. Deren Nutzung wird für Freizeitsportler ab 2022 ein wenig teurer. © Norbert Millauer

Noch ist es ruhig in der Wilsdruffer Saubachtalhalle. Doch wenn die Inzidenzzahlen weiter sinken, wird sich das ändern. Bereits in den nächsten Tagen könnte das Training hier und in den anderen Wilsdruffer Hallen wieder beginnen. Ein Thema vor und nach dem Sport könnte das liebe Geld sein.

Denn der Stadtrat hat eine neue Gebührenordnung beschlossen. "So etwas bringt immer Unruhe in die Vereine", weiß Mario Gnannt, der nicht nur Stadtrat, sondern auch Chef des größten Wilsdruffer Sportvereins, der SG Motor, ist.

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Erste Erhöhung seit 2003

Wie heftig darüber diskutiert wird, lässt sich nicht abschätzen. Im Stadtrat hofft man auf Verständnis. Schließlich habe man seit 2003 nicht an den Gebühren gerüttelt, erklärte Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der Stadtratssitzung. Und im Vergleich zu den noch geltenden Gebühren seien die vorgesehenen Erhöhungen moderat.

Unmittelbar neben der Saubachtalhalle steht die Turnhalle der Grundschule. Auch sie wird von Freizeitportlern genutzt.
Unmittelbar neben der Saubachtalhalle steht die Turnhalle der Grundschule. Auch sie wird von Freizeitportlern genutzt. © Norbert Millauer

Um den Sportlern entgegenzukommen, werden die neuen Gebühren nicht ab dem 1. Juli - wie zunächst geplant - sondern erst mit Beginn des kommenden Jahres erhoben, erklärte Rother. Das wurde von Stadtrat Matthias Schlönvogt (Freie Wähler) begrüßt. Das sei goldrichtig und ein gutes Signal in einer Zeit, in der einige zum Teil recht hohe Verdienstausfälle haben, meinte der Stadtrat.

Rabatt für den Kinder- und Jugendsport

Auch den Kinder- und Jugendsport will Wilsdruff weiter fördern. Deshalb wird die Stadt den Nachwuchsabteilungen der Vereine und Sportgruppen weiterhin Nachläse in Höhe von 60 Prozent gewähren. Rother hofft, dass sich die Sportler mit den neuen Gegebenheiten arrangieren. "Wir haben mit allen Nutzer gesprochen."

Grundlage für die neuen Gebühren sind die Betriebskosten der Jahre 2018 und 2019 und die bisherige tatsächliche Nutzung der städtischen Sportstätten, die sich in Wilsdruff, Mohorn und Oberhermsdorf befinden, begründete die Stadt ihr Vorgehen.

In der neuen Gebührenordnung wurde auch die Turnhalle des Gymnasiums berücksichtigt, die seit 2020 genutzt werden kann. Sie ist genauso groß wie die Saubachtalhalle, kann aber nicht in drei, sondern nur in zwei Felder geteilt werden.

Nur einen Steinwurf von der Saubachtalhalle und der Turnhalle der Grundschule steht die Turnhalle des Gymnasiums. Vereinschef Mario Gnannt: Drei Hallen in Sichtweite. So etwas gibt es ganz selten.
Nur einen Steinwurf von der Saubachtalhalle und der Turnhalle der Grundschule steht die Turnhalle des Gymnasiums. Vereinschef Mario Gnannt: Drei Hallen in Sichtweite. So etwas gibt es ganz selten. © Norbert Millauer

Genutzt werden die drei Wilsdruffer Hallen vornehmlich von Mitgliedern der SG Motor Wilsdruff, vom Tanzteam und der SG Kurort Hartha. "Das sind die Dauernutzer" , sagt Gnannt. Die große Saubachtalhalle ist aber auch bei anderen beliebt. Seit Jahren sind hier der Tischtennisverband Sachsen, der Futsalverband, eine Taekwon-Do-Gruppe aus Dresden und die Organisatoren des Wilsdruffer Blasmusikfestes feste Mieter. In dieser Halle finden auch der Neujahrsempfang des Bürgermeisters und die Sportlergala der Sächsischen Zeitung und des Kreissportbundes statt.

Die neuen Gebühren für Vereine im Überblick (Stundensatz)

  • Spiegelsaal (netto): 4,54 Euro (alt: 2,50 Euro)
  • Turnhallen Mohorn, Oberhermsdorf, GS Wilsdruff (brutto): 7,17 Euro (alt: 7 Euro)
  • Saubachtalhalle, 1 Feld (netto): 10,28 Euro (alt 10 Euro)
  • Saubachtalhalle, 2 Felder (netto): 20,57 Euro (alt 20 Euro)
  • Saubachtalhalle, 3 Felder (netto): 30,86 Euro (alt 30 Euro)
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 1 Feld: 15,43 Euro
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 2 Feld: 30,86 Euro

Die neuen Gebühren für Sportgruppen im Überblick (Stundensatz)

  • Spiegelsaal (netto): 11,35 Euro (alt: 10 Euro)
  • Turnhallen Mohron, Oberhermsdorf, GS Wilsdruff (brutto): 11,35 Euro (alt: 10 Euro)
  • Saubachtalhalle, 1 Feld (netto): 25,70 Euro (alt 25 Euro)
  • Saubachtalhalle, 2 Felder (netto): 51,43 Euro (alt 50 Euro)
  • Saubachtalhalle, 3 Felder (netto): 77,15 Euro (alt 75 Euro)
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 1 Feld: 38,58 Euro
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 2 Feld: 77,15 Euro

Die neuen Gebühren für kommerzielle Nutzer im Überblick (Stundensatz)

  • Spiegelsaal (netto): 22,70 Euro (alt: 22,50 Euro)
  • Turnhallen Mohron, Oberhermsdorf, GS Wilsdruff (brutto): 35,88 Euro (alt: 50 Euro)
  • Saubachtalhalle, 1 Feld (netto): 51,40 Euro (alt 60 Euro)
  • Saubachtalhalle, 2 Felder (netto): 102,85 Euro (alt 130 Euro)
  • Saubachtalhalle, 3 Felder (netto): 154,30 Euro (alt 200 Euro)
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 1 Feld: 77,15 Euro
  • Gymnasiums-Sporthalle (netto), 2 Feld: 154,30 Euro
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Noch keine Reaktionen in Wilsdruff und Kurort Hartha

In der SG Kurort Hartha hat man sich noch nicht mit den neuen Gebühren befasst, sagt der Vorsitzende der Abteilung Handball, Thomas Petzsch. Ein Vereinsmitglied habe sich dazu unterrichten lassen. Ausgewertet habe man dieses Gespräch noch nicht. "Wir würden gern weiter in Wilsdruff trainieren, müssen aber auch sehen, wie wir das im nächsten Jahr finanziert bekommen", sagt der Abteilungsleiter.

Beim größten Nutzer der Wilsdruffer Hallen, der SG Motor Wilsdruff, möchte sich Vereinschef Gnannt in den kommenden Wochen in den Abteilungen umhören, wie die Vereinsmitglieder mit den neuen Gebühren klarkommen. Aus seiner Sicht müssten diese für seinen Verein zu schultern sein, wenn man den Mitgliedsbeitrag um etwa einen Euro pro Monat anheben würde. "Damit müssten wir hinkommen."

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Bisher verlangt der Verein einen Jahresgrundbeitrag von 72 Euro, bei manchen Sportarten wie Fußball, Volleyballer und Handballer werden noch Zusatzbeiträge verlangt. Im Vergleich zu anderen, gleichgroßen Vereinen sei das günstig, meint der Vereinschef. "Wir liegen weit unter dem Mittelfeld", sagt Gnannt. "Ob die Volkssportler mit den zwölf Euro Erhöhung leben können, das wissen wir noch nicht."

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