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Noch mehr Fahrräder aus Kesselsdorf

Die Corona-Pandemie beflügelt den Absatz. Der größte Händler in Sachsen stößt am Rande Dresdens an seine Grenzen und hat einen Plan.

Corona und der Fahrradboom: Der Fahrradhändler XXL Emporon muss sein Kesselsdorfer Lager erweitern.
Corona und der Fahrradboom: Der Fahrradhändler XXL Emporon muss sein Kesselsdorfer Lager erweitern. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Erfolg lagert in einer unscheinbaren grauen Halle im Gewerbegebiet Kesselsdorf. Das Gebäude fällt noch nicht mal mit einem sichtbaren Schriftzug groß auf. Doch unter seinem Dach befindet sich begehrte Ware. Ob Trekkingräder, Mountainbikes oder City Cruiser - Fahrräder haben sich in der Corona-Pandemie zum Verkehrsmittel des Jahres entwickelt. Und das weltweit.

Die Nachfrage ist so rasant gestiegen, dass Sachsens größter Händler - Fahrrad XXL Emporon - jetzt handeln muss. Das Unternehmen möchte sein Lager in Kesselsdorf erweitern.

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Nachfrage nach Fahrrädern rasant gestiegen

XXL betreibt vier Läden in Dresden, Chemnitz und Halle. Sie alle werden von Kesselsdorf aus beliefert. Die Räder kommen hier teilmontiert an und werden in der Kesselsdorfer Lagerhalle verkaufsfertig zusammengebaut. Zudem wird hier ein Teil des Online-Geschäfts abgewickelt.

2017 wurde das Lager, in dem gut 15.000 Räder und allerlei Zubehör Platz haben, eröffnet. Damals hieß es seitens der Geschäftsführung, man sei für die nächsten zehn Jahre gut aufgestellt und könne mit dem Lager in Ruhe wachsen.

Mit der Ruhe ist es spätestens seit diesem Jahr vorbei. Die Corona-Pandemie bescherte der Zweiradbranche zwar ausgerechnet zum Saisonbeginn im Frühjahr zunächst geschlossene Läden. Umso stärker griffen damals schon viele Kunden auf die Angebote im Internet zurück.

Unscheinbar, aber voller begehrter Ware: Von dieser Hale in Kesselsdorf aus werden vier Filialen und ein Teil des Internethandels mit neuen Fahrrädern bedient.
Unscheinbar, aber voller begehrter Ware: Von dieser Hale in Kesselsdorf aus werden vier Filialen und ein Teil des Internethandels mit neuen Fahrrädern bedient. © Daniel Schäfer

E-Bikes sorgen für volle Kassen

Als die Händler dann wieder öffnen durften, wurden sie nahezu überrannt. Der Umstieg vieler Bürger von den öffentlichen Verkehrsmitteln aufs Rad und der pandemiebedingte Urlaub im eigenen Land kurbelte den Verkauf an.

Schon in den Jahren zuvor waren die Umsatzzuwächse nicht schlecht. XXL verzeichnete vor allem mit der Eröffnung seines Neubaus an der Washingtonstraße in Dresden im Jahr 2018 eine steile Kurve nach oben. "Der Umsatz ist extrem gestiegen", sagt André Hans, XXL-Geschäftsführer in Dresden.

Vor allem die preisintensiven E-Bike sorgen für volle Kassen in der Zweiradbranche. Aber auch andere Spielarten des Fahrrads, wie beispielsweise die geländetauglichen Rennräder, Gravelbikes genannt, sind gefragt.

Viele Modelle sind schon seit Monaten nicht mehr lieferbar - auch, weil die Branche nicht auf Vorrat, sondern auf Bestellung produziert. "Wir kaufen in der Jahresmitte den gesamten Bedarf fürs kommende Jahr. Was wir nicht geordert haben, können wir auch nicht mehr nachbestellen", erklärt der XXL-Geschäftsführer.

Umso wichtiger ist es, große Lagerkapazitäten zu haben, um in Zeiten großer Nachfrage der Industrie möglichst große Posten abnehmen zu können. Das Lager in Kesselsdorf soll deshalb einen Anbau erhalten.

Platz für weitere 8.000 Fahrräder in Kesselsdorf

Geplant ist, direkt an das Depot an der Ecke Zschoner Ring/Sachsenallee einen gut 2.000 Quadratmeter großen Anbau zu setzen. Damit kann man rund 8.000 Räder zusätzlich einlagern. Dafür kauft XXL der Stadt Wilsdruff ein Grundstück von rund 3.300 Quadratmetern Größe ab. Das Geschäft ist bereits vom Stadtrat bewilligt und soll dem Vernehmen nach nächste Woche per Unterschrift besiegelt werden.

Zudem hat XXL bereits einen Bauantrag beim Landratsamt eingereicht. Die Bearbeitungszeit beträgt erfahrungsgemäß um die drei Monate. Liegt die Genehmigung spätestens im Januar vor, soll sofort mit dem Projekt begonnen werden. "Wir brauchen die Erweiterung so schnell wie möglich. Der Plan ist, im April oder Mai einzuziehen", sagt André Hans.

Das wäre dann schon mitten in der nächsten Saison. Wenn man von Saison überhaupt noch reden kann. Milde Frühlingstage, lange Sommer, trockene Herbstwochen und schneefreie Wintermonate machen das Radfahren selbst in hiesigen Gegenden inzwischen bis auf wenige Ausnahmen ganzjährig möglich.

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Deshalb merken die Radhändler noch nicht viel vom Saisonende. Zwar flaut der Kundenstrom jetzt etwas ab. Hans: "Aber wir hatten selbst im Oktober und November eine deutlich höhere Nachfrage nach Rädern als in den vergangenen Jahren."

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