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Wilsdruffer Werk kurz vorm Start

B. Braun stellt Teile für Dialysegeräte her. Im Sommer startet die Produktion im neuen Betrieb. Beim Besuch des Innenministers äußert die Geschäftsleitung einen Wunsch.

© K.-L. Oberthür

Von Hauke Heuer

Wilsdruff. Mitte August soll Produktionsstart sein, aber im Wilsdruffer Werk von B. Braun geht es schon heute rund. „Schon jetzt sind rund 100 Mitarbeiter täglich im Einsatz. Wenn die Produktion voll anläuft, werden es 172 sein“, sagt B.-Braun-Geschäftsführer Patric Karpowitz. In dem neuen Werk in Wilsdruff sollen jährlich rund 16 Millionen Kartuschen für Dialysegeräte hergestellt werden. Offiziell eröffnet wird die Produktion am 7. September. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Mehrere Fertigungsstrecken müssen aufgebaut und aufeinander abgestimmt werden.

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Auf eine Vorab-Besichtigung kam am Dienstag Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) vorbei, begleitet von der Geschäftsleitung der benachbarten Unternehmen Wackler und Eberspächer. Und obwohl diese Firmen eine ganz andere Produkt- und Dienstleistungspalette haben – Logistik und Abgastechnik –, gab es viele gemeinsame Themen. So ging es neben dem Aufbau der neuen Produktion um die Vor- und Nachteile des Standortes Wils-
druff.

Der Wilsdruffer B.-Braun-Werkleiter Dominique Clemen sagte, dass man sich vor allem für den Ort entschieden habe, da er nah an der Autobahn gelegen und gut von den schon vorhandenen Standorten in Berggießhübel und Radeberg aus zu erreichen sei. Auch die Zusammenarbeit mit den Behörden in der Planungsphase habe sehr gut funktioniert, so Clemen. Er und auch die anderen anwesenden Geschäftsführer kritisierten jedoch das Fehlen einer weiteren Autobahnauffahrt und formulierten ihre Hoffnungen auf einen weiteren Ausbau der Trasse. Innenminister Wöller kündigte an, dass sich die Landesregierung weiterhin dafür einsetzen werde.

Darüber hinaus zeigte sich Wöller zufrieden mit der Entwicklung im Wilsdruffer Gewerbegebiet und insbesondere mit der Investition von B. Braun. „Ich freue mich sehr darüber. Hier geht eine Saat auf, die mit anderen Investitionen, etwa in den Universitätsstandort Dresden, schon vor Jahren gesät wurde“, sagte er.

Marktanteil soll steigen

Bei der Konzeption des Werkes setzt man bei B. Braun auf neue Ansätze und gibt insbesondere den Arbeitern in der Produktion mehr Verantwortung. „Wir haben das Werk so organisiert, dass zwei Hierarchieebenen einfach weggefallen sind“, sagt Clemen. Es mache keinen Sinn, nachts den Werkleiter aus dem Bett zu klingeln, wenn die Mitarbeiter vor Ort sowieso den besseren Überblick hätten. Deshalb wolle man die Verantwortung besser verteilen, so Clemen. Das macht B. Braun auch zu einem attraktiven Arbeitgeber. Laut Geschäftsführer Karpowitz seinen es noch einige Stellen zu besetzen. Man befinde sei jedoch bei der Rekrutierung von Personal im Zeitplan.

B. Braun ist ein weltweit agierendes Unternehmen in der Medizinbranche mit einem Jahresumsatz von rund 6,8 Milliarden Euro und bereits seit Jahren in Sachsen aktiv. B. Braun hat in der Sparte Kartuschen für Dialysegeräte bisher einen Weltmarktanteil von rund fünf Prozent. Mit der neuen Produktionslinie will das Unternehmen seine Kapazitäten in diesem Bereich deutlich ausbauen.