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Der Winter hat die Region im Griff

Nicht nur in den Morgenstunden sorgte der Wintereinbruch für Stau. Züge und Busse blieben stehen oder kamen zu spät.

Auf der B 175 sorgten liegengebliebene Lkw für ein zusätzliches Hindernis. Der Berufsverkehr zum Harthaer Kreuz staute sich an, einige Autofahrer gaben sogar entnervt auf und kehrten wieder um. © Dietmar Thomas

Döbeln. Anhaltender Schneefall und glatte Straßen haben am Mittwoch in der Region teilweise für große Probleme im Berufs- und Schülerverkehr und für lange Wartezeiten an Haltestellen gesorgt. Obwohl bereits seit Dienstag vor dem heftigen Wintereinbruch gewarnt wurde, herrschte vielerorts Chaos nach Ansage. 

Dabei war der Winterdienst seit den Nachtstunden mit insgesamt 50 Fahrzeugen im gesamten Landkreis Mittelsachsen unterwegs. Geräumt und gestreut wurden von den 100 eigenen Mitarbeitern die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Überdies waren Fremdfirmen und deren Belegschaft gebunden, teilte André Kaiser, Sprecher des Landratsamtes Mittelsachsen, mit. 

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Eine Frage der Logistik 

Im Institutsbüro des Betriebswirtschaftlers Christian Hein entstehen Lösungsansätze, die dazu beitragen, dass humanitäre Hilfseinsätze in der ganzen Welt sicherer und reibungsloser ablaufen.

Gesperrt werden musste am Nachmittag die Straße zwischen Milkau und Arras sowie zwei weitere Straßen im Oederaner Raum. „Die Glättegefahr ist durch die Temperaturen und den anhaltenden Schneefall sehr groß“, sagte Dirk Schlimper vom Referat Straßenbetriebsdienst und Bauwerksverwaltung. Daher hatte der Winterdienst rund 94 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht.

Gefahr drohte auf den Straßen auch durch Bäume und Äste, die den schweren Schnee nicht mehr tragen konnten. So mussten die Feuerwehrleute aus Döbeln gemeinsam mit den Kameraden aus Ebersbach einen umgestürzten Baum von der Fahrbahn entfernen, berichtete Brandinspektor Thomas Harnisch.

Die Mitarbeiter des Döbelner Baubetriebsamtes waren am Mittwoch seit 4 Uhr mit insgesamt vier Lkw, vier Multicar und drei Traktoren im Winterdiensteinsatz und sorgten somit für freie Fahrt im Stadtgebiet. Per Hand wurden durch zwei Trupps unter anderem Bushaltestellen, Brücken und Fußgängerüberwege beräumt und gestreut. 

„Schwerpunktbereich waren und sind naturgemäß die zahlreichen verschiedenen Anstiege, die es im 91 Quadratkilometer großen Stadtgebiet gibt“, erklärte Stadtsprecher Thomas Mettcher.

Knapp 200 Unfälle

Die Erfahrungen der Kraftfahrer waren jedoch in der Region unterschiedlich. Auf der B 175 zwischen Töpeln und dem Abzweig Saalbach ging am Mittwochmorgen zeitweise gar nichts mehr. Auf den Waldheimer Straßen kamen die Kraftfahrer dagegen gut voran.

Bis zum Spätnachmittag waren in der Polizeidirektion Chemnitz knapp 200 Verkehrsunfälle gemeldet worden. „Glücklicherweise gingen die meisten nur mit Blechschäden aus, Schwerverletzte gab es keine“, sagte Polizeihauptkommissarin und Pressesprecherin Jana Ulbricht.

Verspätungen im Busverkehr

Laut Michael Tanne von Regiobus Mittelsachsen bemühten sich die rund 300 Busfahrer, alle Strecken zu bedienen. „Dennoch können wir Anschlusszeiten und Pünktlichkeit nicht garantieren“, so der Geschäftsführer. Auch der Schulbusverkehr war beeinträchtigt. 

Vor allem im südlichen Gebiet des Landkreises kam es zu Verzögerungen im Öffentlichen Personennahverkehr. „Wir versuchen, diesen mit allen Kräften aufrecht zu erhalten, aber es kann zu erheblichen Verspätungen kommen“, erklärte der zuständige Abteilungsleiter Verkehr und Bauen im Landratsamt Thomas Kranz. 

Die Situation wirkte sich auch auf den Schülerverkehr aus. Schulen konnten mitunter erst sehr spät erreicht werden. Auch am Donnerstag kann die Schülerbeförderung im südlichen Gebiet des Landkreises voraussichtlich nicht umfänglich gewährleistet werden, kündigte er an. „Die Schulen entscheiden individuell, ob Unterricht stattfindet. Das Gymnasium Brand-Erbisdorf bleibt beispielsweise geschlossen,“ erklärte die Referatsleiterin Bildung Carmen Randhahn-Renner.

Bahnverkehr kommt zum Erliegen

Auch der Schienenverkehr wurde durch die Schneemassen erheblich beeinflusst. Zunächst vermeldete die Mitteldeutsche Regiobahn, dass es bei den Fahrten der Linie RB 45 zwischen Chemnitz und Elsterwerda zu Verspätungen kommt. Am Nachmittag wurde der Verkehr schließlich komplett eingestellt. Aufgrund der Wetterlage und defekter Fahrzeuge sei der Betrieb nicht mehr möglich, hieß es. Offenbar waren Probleme mit den Oberleitungen die Ursache. 

„Wir versuchen, einen Busnotverkehr einzurichten, was durch die Witterungs- und Straßenverhältnisse nicht so schnell umsetzbar ist“, so die Information auf der Internetseite des Unternehmens. Ob der Verkehr am Donnerstag nach Plan aufgenommen werden kann, war zunächst nicht klar. „Das hängt von den Wetterverhältnissen ab“, so ein Unternehmenssprecher.

Warnungen per App

Die Landkreisverwaltung Mittelsachsen nutzte die vor kurzem eingeführte Bürger Info und Warn-App BiWapp, um die Bewohner des Landkreises über die Wetterlage sowie über Straßenzustände und die Schülerbeförderung zu informieren. Noch bis zum Donnerstagabend gilt die offizielle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Es werden weiterhin anhaltende Schneefälle angekündigt.