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Winterdienst mit Hightech

Der Salzvorrat ist aufgefüllt. Die ersten Streufahrzeuge waren schon unterwegs.

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© Christian Juppe

Von Ronja Münch

Ganz lyrisch geht es zu, als Reinhard Koettnitz vorstellt, wie Dresden für den Winter gewappnet ist. „Schneeflocken sind eines der zartesten Dinge in der Natur, aber sieh nur, wenn sie zusammenhalten“, zitiert der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes aus einem Sprüchekalender. Besonders beklagen über Schneeberge konnte er sich in den letzten Jahren allerdings nicht. Die milden Winter haben weniger Schneeschieben und Streuen nötig gemacht, Jahr für Jahr wird außerdem weniger Salz gebraucht. Waren im Winter 2012/2013 noch an 100 Tagen die Einsatzfahrzeuge unterwegs und streuten 10 000 Tonnen Salz, reduzierte sich die Menge in den Jahren danach erheblich. Es musste nur noch an etwa 50 Tagen geräumt oder gestreut werden. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 1 700 Tonnen Salz benötigt.

Das liegt auch an verbesserter Technik. Erstmals sind in diesem Winter alle Streu- und Räumfahrzeuge mit GPS und einem Überwachungssystem ausgerüstet. Das ermöglicht, genau nachzuvollziehen, wer wann gestreut oder geräumt hat, wo das war und wie viel Salz verbraucht wurde. „Wie viel wir dadurch einsparen, ist noch schwer zu beziffern“, sagt Koettnitz. Insbesondere wegen eines Systems zum Bestimmen der Asphalttemperatur, das sogenannte „Thermal Mapping“, können die Streufahrzeuge aber weniger und gezielter ausrücken. Sechs Messstellen gibt es in der Stadt, auf Strecken, wo es erfahrungsgemäß besonders kalt und entsprechend glatt wird. „Wenn die unter null Grad sind, müssen wir den Winterdienst einsetzen. Aber wenn da nichts friert, dann brauchen wir auch sonst nirgendwo zu streuen.“ In den letzten Tagen waren wegen Reifglätte schon die ersten Fahrzeuge unterwegs.

Insgesamt werden 707 Kilometer Straßennetz geräumt, wobei Hauptverkehrsstrecken Priorität haben. Die Stadt plant dafür etwa 3,5 Millionen Euro ein, wovon 1,5 Millionen an externe Dienstleister gehen. In der Winterdienstzentrale lagern bereits etwa 2 500 Tonnen Salz, ein Teil stammt noch aus dem letzten Jahr. Radwege werden nur auf einer Strecke von etwa 25 Kilometern geräumt, das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern. Es habe zwar den Auftrag vom Stadtrat gegeben, Wege zu prüfen. Aber insbesondere für den Elberadweg fehlt derzeit die Technik.