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Winterliches Schwergewicht im Vorgarten

Vor dem Haus der Eisfelds steht ein 5,40 Meter großer Schneemann. Der hat sogar historischen Wert.

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© Rafael Sampedro

Von Carina Brestrich

Herwigsdorf. Ein Schneemann ohne Schnee? Und dann auch noch ein 5,40 Meter hoher? Den gibt’s. Und zwar in Herwigsdorf, im Vorgarten der Familie Eisfeld. Dort ragt seit Kurzem ein riesiger Schneemann in die Höhe. Angesichts der derzeit eher frühlingshaften Temperaturen besteht der natürlich nicht aus Schnee, sondern aus bemaltem Kunststoff und Metall. Doch nicht nur wegen seiner Größe gehört das kugelig-weiße Ungetüm zu den eher ungewöhnlichen Weihnachtsdekorationen. Der Schneemann ist nämlich gewissermaßen auch von historischem Wert.

Denn schon tausende Menschen haben das Kerlchen mit der roten Nase und dem blauen Zylinder auf dem Weihnachtsmarkt in Dresden gesehen. Dort leistete der Schneemann einst viele Jahre lang seinen Dienst, bis er schließlich vor einigen Wochen bei Ebay landete, wo ihn Irina Eisfeld entdeckte. Die Herwigsdorferin interessiert sich für Kunst, stöbert immer mal wieder in dem Internet-Auktionshaus nach alten Skulpturen für den Garten. Dabei handelt es sich meist um alte Figuren von alten Häusern. Doch als sie dieses Mal nach einem Exemplar als Geschenk für ihren Mann suchte, stolperte sie über den Kugelmann. „Ich hab dann aus Spaß einfach mal mitgeboten“, erzählt sie.

Aus Spaß wurde allerdings buchstäblich Ernst: Denn Irina Eisfelds Gebot von 51 Euro war schließlich das Höchste. Und so wurde der Schneemann – zerlegt in fünf Einzelteile – nur wenige Tage später von der Firma, die ihn eingelagert hatte, aus der Nähe von Radeburg bei Dresden angeliefert. Selbstverständlich per Radlader. Denn immerhin bringt der Schneemann ein staatliches Gewicht von 1,5 Tonnen auf die Waage. „Wir haben dann noch einen Kran von einer Firma aus dem Ort organisiert, um ihn in den Garten zu heben“, sagt Irina Eisfeld.

Für ihren Mann war die Überraschung damit gleich doppelt groß, wie sie erzählt. „Als er ihn zum ersten Mal gesehen hat, hat er gleich gefragt, ob ich ihn schon bezahlt habe“, berichtet Irina Eisfeld und lacht. Bezahlt war das Monstrum mit den Knopfaugen in der Tat schon. Ärger gab es mit ihrem Mann trotzdem nicht, denn sein anfänglicher Schock war schnell überstanden, erzählt Frau Eisfeld. Stattdessen erfreut auch er sich nun an dem neuen Empfangsmann im Garten, der außerdem jeden Abend von einem extra aufgestellten Strahler angeleuchtet wird.

Wo der Schneemann die Zeit bis zum nächsten Winter verbringt, ist derzeit allerdings noch unklar. „Darüber haben wir bisher noch nicht gesprochen“, sagt Irina Eisfeld mit einem Zwinkern. Eine Lösung werde sich aber schon finden, ist sie optimistisch. Nach Angaben in dem Ebay-Auktionsangebot wäre zumindest eine Option, ihn wieder von der Firma bei Radeburg einlagern zu lassen.