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Winterpause auf dem Campus

In den Weihnachtsferien sind Teile der Südvorstadt wie ausgestorben. Doch was machen dann die dortigen Geschäfte?

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© Maximilian Helm

Von Maximilian Helm

Robert Eich sortiert ein paar Arbeiten, kassiert einen Kunden ab, schickt noch einen Druckauftrag los. Es ist viel Betrieb im Copyshop auf der Hettnerstraße an der TU. An diesem Vormittag ist Pause, und unzählige Studenten strömen herein und wollen noch ganz schnell ihre Texte für das nächste Seminar ausdrucken. So würde sein normaler Arbeitstag aussehen. Doch seit Kurzem ist das völlig anders.

Die Weihnachtsferien der TU haben begonnen. Nur noch einige unermüdliche Forscher sind an den Instituten zugange, Vorlesungen und Seminare finden erst wieder ab dem 3. Januar statt. Der Copyshop hat deshalb vom 23. Dezember bis zum 2. Januar geschlossen. „Wir nutzen diese Zeit für die Inventur“ sagt Eich. Er kümmert sich um die Laufkundschaft im Selbstbedienungsbereich. Zwischen Weihnachten und Neujahr öffnet der Laden nur nach Absprache für den Druck von Abschlussarbeiten. Robert Eich hat dann frei, genauso wie alle Studenten. Ganz anders in der Thalia-Buchhandlung, die nur drei Minuten entfernt liegt. Obwohl diese früher die Universitätsbuchhandlung war, spürt man hier in der Ferienzeit kaum Veränderungen. Die Menschen an der Uni sind bereits seit einigen Jahren nicht mehr die Hauptkundschaft. „Früher standen die Studenten in langen Schlangen an der Kasse, heute haben sie ihre Materialien digital auf dem Computer. Da muss man sich anpassen“, sagt Romeo Schmidt, der seit 25 Jahren im Geschäft arbeitet. Man spüre viel deutlicher das Weihnachtsgeschäft und das geringere Leseinteresse im Sommer als die Ferien an der Universität.

Am Verkauf der Apfeltaschen merken die Verkäuferinnen der Bäckerei Möbius am Münchner Platz, dass die Ferienzeit begonnen hat: „Apfeltasche und Kaffee, das ist Standard. In den Ferien müssen wir dann schon auch mal weniger bestellen“, sagt Mandy Siedersbeck. Die 36-Jährige kümmert sich als Verkaufsleiterin um mehrere Filialen in Dresden, steht aber trotzdem häufig hier an der Kasse.

An normalen Werktagen sei der Ansturm besonders morgens um neun sehr groß, wenn die meisten Vorlesungen beginnen. Neben den Apfeltaschen seien dann Laugenbrezeln, Croissants und Käsebrötchen besonders beliebt. Wenn diese Kundschaft dann wegfällt, merke man das schon. In den Sommerferien wird dann auch schon mal die Arbeitszeit ein wenig gekürzt.