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Wir brauchen Zeit für den Strukturwandel

Gegen die drohende Einsparung beim Personal bei Siemens und Bombardier macht Görlitz mit vielen Aktionen mobil. Auch zahlreiche Persönlichkeiten stellen sich hinter die Mitarbeiter der Werke. Wie Edgar Wippel, Vorsitzender des Allgemeinen Unternehmerverbandes Görlitz und Umgebung.

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© privat

Von Edgar Wippel

Für uns als Wirtschaftsverband hat die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Görlitz und der Region – wie bereits seit 1830 – oberste Priorität. Im Hinblick auf den Görlitzer Produktionsstandort fordert der Unternehmerverband, andere zukunftsfähige Produktlinien in Görlitz zu installieren. Der Siemens-Konzern muss seine unternehmerische Verantwortung wahrnehmen und die Politik in Bund und Land ist aufgefordert, die Erosion einer ganzen Region zur verhindern.

Im Rahmen eines Gespräches mit Managern von Siemens Görlitz zum aktuellen Stand der Situation wurde über gemeinsame Möglichkeiten diskutiert, den Standort und die Region Görlitz voranzubringen und den anstehenden Strukturwandel konstruktiv zu begleiten. Hier lautet auch die Aussage des Unternehmerverbandes Görlitz: „Siemens, wir wollen mit euch Zukunft gestalten!“ Die große Notwendigkeit besteht, neben der konstruktiven und verantwortungsvollen Herangehensweise von Siemens, darin, Zusagen zur Unterstützung aus Landes- und Bundespolitik abzuringen und zügig relevante Akteure für Innovation wie die Fachhochschule, TU Dresden, Fraunhofer Institut und Unternehmen an einen Tisch zu bekommen.

Hier muss das komplexe Thema des regionalen Strukturwandels intensiv behandelt werden, damit der zeitlich überschaubare Vorlauf für die Entwicklung technologischer Zukunftsthemen und eines tragfähigen Zukunftskonzeptes bestmöglich genutzt wird. Die aktuell schwierige Situation des Wirtschaftsstandortes Görlitz muss daher als Chance gesehen werden, neue Entwicklungszweige zu platzieren und aus der Not eine Tugend zu machen. (szo)