merken

„Wir glauben noch an uns“

Dynamo rüstet sich für das eminent wichtige Cottbus-Match am Freitagabend. Kapitän Romain Bregerie schwört auf die Stärke der Mannschaft und versucht, den eigenen Anhang davon zu überzeugen.

© Robert Michael

Tina Hofmann

Dresden. Die Anspannung ist greifbar bei den Profis von Dynamo Dresden. Seit zwölf Spielen und mehr als vier Monaten wartet der Club in der 2. Fußball-Bundesliga auf einen Sieg. „Jeder weiß, worum es geht. Die Mannschaft tut alles für den Klassenerhalt. Es geht nicht nur für die Fans und die Mitarbeiter im Verein um alles“, erklärte Verteidiger Thorsten Schulz vor dem wichtigen Match am Freitag bei Energie Cottbus. Mit vier Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten liegen die Sachsen derzeit auf Relegationsplatz 16. Sechs „Endspiele“ bleiben noch, sechs Punkte fehlen zum rettenden 15. Rang.

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnenschutz
Sommer, Sonne, Sonnenschutz

Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Zuletzt hatten in Dresden sogar die treuen Fans mit Pfiffen und Beschimpfungen gegen die Spieler ihrem Unmut Luft gemacht. „Kritik ist kein Problem. Ich bin nicht mehr 20 und habe im Fußball einiges erlebt. Man weiß, dass die Fans in Dresden ein Traum sind, wenn es läuft und dass Kritik laut sein kann, wenn die Ergebnisse eben nicht so stimmen. Das ist ihr gutes Recht, ich kann das verstehen“, erklärte Stürmer Zlatko Dedic, der wie seine Kollegen vor dem Cottbus-Spiel auf Entspannung setzt: „Sie waren sauer und haben das rausgelassen. Ich hoffe, dass alle seitdem wieder genug Kraft gesammelt haben, um weiter hinter uns zu stehen.“

Auch die Dynamo-Vorstandsetage hatte nach dem jüngsten 0:0 gegen Sandhausen die Spieler in die Pflicht genommen. Der Verein habe kein Trainerproblem, sondern ein Spielerproblem, machte Dynamo-Idol und Aufsichtsratsmitglied „Dixie“ Dörner klar. Für Sportchef Ralf Minge geht es jetzt vor allem um die Mentalität im Team. „Wenn wir ein Spiel gewinnen müssen, dann ist es dieses. Wir glauben noch an uns und werden immer alles geben“, versprach Kapitän Romain Brégerie.

Gemeinschaftliche Interpretation des Gegners

Am Montag hatte die Mannschaft gemeinsam die Partie der Cottbuser beim 1. FC Union Berlin (0:2) verfolgt. Später mussten Abwehrspieler, Mittelfeldakteure und Angreifer aus ihrer Sicht die Erkenntnisse daraus vortragen. „Die Aktion war gut, so konnte sich jeder Spieler noch einmal intensiv Gedanken machen. Am Freitag brauchen wir Kampf und Verstand. Wir benötigen in den sechs Spielen Siege und keine sechs Unentschieden, das ist allen klar“, sagte Schulz.

Der 29-jährige Defensivspezialist wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf mancher Fans, nicht alle Spieler würden alles für den Klassenverbleib tun. „Auch wir haben Verträge, viele sind mit Frau und Kindern in Dresden, die hier in die Schule oder den Kindergarten gehen. Da will keiner freiwillig absteigen. Und es ist nicht so, dass die Spieler dann keine Einbußen hätten“, betonte Schulz.

Weiterführende Artikel

Woher Janßen seinen Glauben nimmt

Woher Janßen seinen Glauben nimmt

Dynamos Trainer war mit Frankfurt abgeschlagen – abgestiegen ist er aber nicht.

Trainer Olaf Janßen stellt sich weiterhin vor seine Mannschaft: „Dass die Spieler in der Pflicht sind, brauche ich ihnen nicht sagen. Das wissen sie seit dem ersten Spiel, in dem ich hier bin.“ Und der 47-Jährige ergänzte: „Mein Team wird nicht davon überrascht sein, dass alle in Cottbus um jeden Zentimeter Boden kämpfen werden.“ (dpa)