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„Wir haben nur den ersten Schritt geschafft“

Bürgermeister Jörg Jeromin ist 2016 besonders stolz auf den Erfolg bei der B-182-Umgehung – und erklärt, wie es weitergeht.

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© Lutz Weidler

Herr Jeromin, was sticht für Sie aus dem Jahr besonders hervor?

Natürlich der Abschluss mit der B 182-Ortsumfahrung, die jetzt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans steht.

Hätten Sie Anfang 2016 gedacht, dass so ein Sprung nach vorn möglich ist?

Gehofft ja, aber nicht gedacht. Anfangs sah es ja wirklich nicht so gut für uns aus. Deswegen freut mich der jetzige Status natürlich. Wobei man auch ganz klar sagen muss: An dem Punkt, an dem wir jetzt sind, waren wir vor 20 Jahren schon mal.

Danach kamen die Herabstufungen. Woran liegt es, dass Strehla wieder nach vorn gekommen ist?

Sicher auch an den Umständen: dass die Bundestagswahl ansteht und wir mit Thomas de Maizière den entsprechenden Bundestagsabgeordneten hier haben. Andererseits haben wir auch sehr viel mit den zuständigen Behörden, Ämtern und auch den Nachbarkommunen geredet.

Was haben Sie denen gesagt?

Uns ging es immer darum, dass die Ebene der Entscheidungsträger unsere Probleme wahrnimmt und versteht. Die reinen Verkehrszahlen sind das eine. Wir wollten vermitteln, was der Verkehr wirklich bedeutet, zum Beispiel mit Fotos vom Lkw-Verkehr an den Engstellen in der Stadt.

Mancher hätte gern gesehen, dass Sie öffentlich sichtbar auf den Putz hauen, etwa mit einer Straßenblockade.

Ich bin der Meinung, es bringt nichts, sich auf die Straße zu stellen. Statt den Protest in die Breite zu tragen, haben wir Entscheider direkt angesprochen. Vielleicht war das doch der bessere Weg, als nur auf öffentlichkeitswirksame Aktionen zu setzen.

Noch 2015 hieß es, die Chancen für die Umgehung stünden schlecht. An welchem Punkt ist die Stimmung gekippt?

Da gab es keinen bestimmten Punkt. Es hat sich immer mehr verstärkt. Irgendwann hieß es zum Beispiel in Gesprächen mit den Behörden, dass wir sie nicht mehr von der Notwendigkeit der Umgehung überzeugen brauchen. Sondern dass es jetzt darum geht, Strehla in die vorderen Bedarfsstufen für die Planung zu bringen.

Dort ist Strehla ja nun angekommen. Wie geht es jetzt weiter?

Wir wollen uns als Stadt mit der Planungsbehörde zusammensetzen, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Gern sollen auch Mitglieder unserer städtischen Arbeitsgruppe Flächennutzungsplan / B 182-Ortsumgehung dabei sein. Wir müssen jetzt sehen, was wir als Stadt tun können, um die Planung voranzubringen.

Es hieß kürzlich, sie sei schon angelaufen. Ist da etwas dran?

Es gab eine Auftaktveranstaltung, bei dem mehrere Behörden zusammengekommen sind und sich ausgetauscht haben. Auch wir als Stadt waren dort dabei.

Der Startschuss ist also gefallen?

Das Landesamt wird der Ortsumfahrung Planungskapazitäten einräumen. Wie das genau laufen wird, weiß ich aber selbst noch nicht. Das wollen wir Anfang des neuen Jahres herausfinden. Wenn wir das herausgefunden haben, will ich einen Bürgerstammtisch einberufen, bei dem wir die Öffentlichkeit über den Planungsablauf informieren.

Der Bundesverkehrswegeplan trifft Festlegungen bis zum Jahr 2030. Was glauben Sie, wo steht die Strehlaer Umgehung dann?

Das weiß ich nicht, das wäre jetzt der Blick in die Glaskugel. Was wir bis jetzt geschafft haben, ist nur der erste Schritt. Bis 2030 muss aber auf jeden Fall etwas passieren. Sonst geht alles wieder von vorn los.

Das Gespräch führte Eric Weser.