Merken

„Wir suchen Partner für die Bargeldversorgung“

Sparkassen-Vorstand Rainer Schikatzki will bis zum Jahresende Alternativen für die geschlossenen Filialen finden.

Teilen
Folgen
© Claudia Hübschmann

Herr Schikatzki, es gab viel öffentliche Kritik an der Sparkasse Meißen in den letzten Tagen. Grund sind Ihre Schließungspläne von Filialen, vor allem auf dem Land. Haben Sie damit gerechnet?

Die öffentlichen Reaktionen und Emotionen auf die angekündigten Änderungen sind verständlich. Die Sparkasse Meißen existiert nicht um ihrer selbst willen, sondern ist ein Unternehmen mit öffentlichem Auftrag und Gemeinwohlorientierung. Deshalb muss die Sparkasse auch die wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigen. Auf die Niedrigzinspolitik, die Bevölkerungsentwicklung und das veränderte Nutzungsverhalten müssen wir reagieren.

Das hilft den betroffenen Kunden ohne Geldautomaten auf dem Land aber nicht weiter. Oder?

Wir bitten um Verständnis, dass diese Lösungen noch nicht vollständig vorhanden sind. Die Umsetzung wird vor den geplanten Schließungen am 31. Dezember 2016 angestrebt. Um die Bargeldversorgung vor Ort sicherzustellen, sucht die Sparkasse Meißen entsprechende Partner, die eine Bargeldagentur betreiben. Seit Jahren gibt es im Landkreis Meißen bereits acht funktionierende Bargeldagenturen. Unsere Meißner Kunden können jetzt bald auch im GDS-Getränkemarkt auf der Großenhainer Straße täglich bis zu 200 Euro Bargeld verfügen. Die entsprechenden Absprachen wurden getroffen.

Besonders von den Schließungen betroffen sind auch Schönfeld, Ebersbach, Zehren und Stauchitz. Gibt es zumindest Vorstellungen für eine Lösung?

Wir suchen in Schönfeld Räumlichkeiten, um weiterhin Beratungsgespräche anbieten zu können. Entsprechende Verhandlungen mit dem GDS-Getränkemarkt laufen derzeit. Vorbild ist dabei das Modell der Großen Emma in Zabeltitz. Auch in Ebersbach arbeitet die Sparkasse Meißen an ähnlichen Alternativen zur Bargeldversorgung und zu Beratungsräumen. Konkrete Verhandlungen laufen bereits vor Ort. Die neuen Eigentümer des Sparkassen-Objektes in Zehren verhandeln mit keiner anderen Bank wegen der Installation eines Geldautomaten. Vielmehr laufen Gespräche mit der Sparkasse Meißen zur Einrichtung einer Bargeldagentur. Konkretisierungen sind hier erst mit den zukünftigen Betreibern eines Geschäftes möglich. In Stauchitz wurde bereits eine Lösung erarbeitet, die den Kunden weiterhin Bargeldverfügungen und Beratungsgespräche ermöglicht. Diese Lösung bedarf der Zustimmung weiterer Partner. Dies ist für Ende August geplant.

Es fragte Ulf Mallek.