merken

„Wir wollen die Schmiedebrücke im Sommer nutzen“

Bürgermeister Dirk Naumburger zu Plänen für Kreba-Neudorf, Ärger mit Steuerrückzahlungen und Zuversicht.

Auf dem Papier steht die neue Turnhalle im Krebaer Schlosspark schon. Eigentlich hatten Bürgermeister Dirk Naumburger und die Gemeinderäte im vergangenen Jahr die Vorbereitungen vorangetrieben.
Auf dem Papier steht die neue Turnhalle im Krebaer Schlosspark schon. Eigentlich hatten Bürgermeister Dirk Naumburger und die Gemeinderäte im vergangenen Jahr die Vorbereitungen vorangetrieben. © André Schulze

Kreba-Neudorf ist nicht nur das schönste Dorf im Landkreis und das drittschönste in Sachsen. Der Ort mit aktuell 875 Einwohnern ist auch die einwohnerkleinste Gemeinde im Kreis Görlitz und einer der wenigen so kleinen, der noch selbstständig ist. Trotzdem oder gerade deshalb haben die Kreba-Neudorfer auch in diesem Jahr sehr viele ehrgeizige Projekte auf der Aufgaben-Liste stehen. Im Gespräch mit der SZ erzählt Bürgermeister Dirk Naumburger, was alles geplant ist.

Herr Naumburger, in diesem Jahr geht es mit dem Turnhallenprojekt garantiert los?

sz-Reisen
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken
Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

Ja das ist so. Denn kurz vor Weihnachten kam bei uns endlich die Baugenehmigung an.

Knallten da erst mal die Sektkorken?

Wir haben das nicht gefeiert. Unsere Sportgemeinschaft plant aber tatsächlich eine Feier, eine Abrissparty. Immerhin gehört die Turnhalle zu Kreba-Neudorf, den Sommer-, Sport- und Parkfesten.

Dass nicht im vergangenen Jahr begonnen werden konnte mit dem Abriss und Neubau, hat das Planungen durcheinandergebracht?

Unser Ziel war eigentlich, direkt nach dem Zuckertütenfest für die neuen Erstklässler im August mit dem Abriss zu starten. Für die Zeit ohne Turnhalle hatten wir Ausweichideen für den Schulsport und die Sportgruppen. Daran ändert sich nichts. Denn wir rechnen mit einer Bauzeit von mindestens einem Jahr, vielleicht auch anderthalb Jahren. Wir brauchen also auch 2019 Ausweichlösungen. Aber da sind wir im Gespräch mit umliegenden Gemeinden, Nachbarsportvereinen. Und wir haben für kleinere Gruppen auch den Übernachtungsraum im Haus der deutsch-polnischen Vereine. Ich bin sicher, wir bekommen das hin.

Ein anderes anspruchsvolles Projekt ist der Neubau der Schmiedebrücke. Sind dafür alle Weichen gestellt?

Wir rechnen im Februar mit der Entscheidung über die Fördermittel. Die auch sehr wichtige wasserrechtliche Genehmigung für den Brückenbau liegt uns bereits vor, die Planungen sind fertig. Sobald der Bescheid da ist, suchen wir eine Baufirma und die kann sofort starten. Ich hoffe, dass wir die Schmiedebrücke im Sommer in Betrieb nehmen können.

Mir ist keine Stadt und kein Dorf bekannt, das sich eine neue Brücke leistet. Wieso macht das Kreba-Neudorf?

An der Stelle gab es bis 1964 eine Brücke über den Schöps. Sie ist als Rad- und Fußgängerbrücke wichtig für Einwohner und Touristen. Denn sie ist auch Teil des Seeadlerrundweges. Jetzt nehmen die Leute den Weg über das neue Wehr. Aber das ist nicht ungefährlich.

Mit viel Herzblut haben Sie und die Frauen und Männer im Gemeinderat immer wieder Geld locker gemacht, um in die Schulräume im Schloss zu investiert. Geht das weiter?

Aus dem Förderprogramm Schulinvest haben wir 75 000 Euro bekommen und packen noch was drauf. Mit den 100 000 Euro wollen wir in der Mitteletage die Sanitärräume endlich modernisieren und Flure streichen. Aus dem gleichen Fördertopf können wir weitere 75 000 Euro auf dem Sportplatz einsetzen für eine Tartanbahn und eine Weitsprunganlage. Auch das kommt unserer Grundschule zugute. Hilft aber auch bei dem Projekt Sportplatzumbau, um das sich die Sportgemeinschaft und die Gemeinde gemeinsam kümmern. Da ist unser Ziel, im August nach dem Sommer-, Sport- und Parkfest loszulegen.

Woher nimmt die Gemeinde das Geld? Auch bei Ihnen war doch eine Gewerbesteuerrückzahlung an Vattenfall fällig?

Wir bauen, kaufen und gestalten grundsätzlich mit Fördergeld. Bisher haben wir es immer geschafft, die Eigenanteile dafür zusammen zu bekommen. Die Rückzahlung an Vattenfall betrug inklusive Zinsen 40 000 Euro. Wenn man bedenkt, dass wir als Pauschalzuweisung nur 61 000 Euro pro Jahr bekommen, weil wir ja nicht mal 1 000 Einwohner sind, ist dies eine nicht unbeachtliche Summe. Für das neue Feuerwehrauto MTW läuft aktuell die Ausschreibung, und auch mit der Heimatstube in Tschernske wollen wir in diesem Jahr starten. Bei allen Projekten haben wir Fördermittel erhalten, welche wir mit Eigenmitteln ergänzen müssen. Da ist es richtig bitter, wenn eine solche Gewerbesteuerrückzahlung ins Haus steht. Denn dann fehlt das Geld bei neuen Ideen, die wir in Zukunft umsetzen wollen.

Müssen Sie geplante oder angedachte Projekte absagen oder aufschieben deswegen?

Erstmal müssen wir nichts aufschieben. Wir haben zwar nicht viele finanzielle Mittel in der Rücklage, da wir aber grundsätzlich sparsam wirtschaften und in den vergangenen Jahren immer wieder neue Möglichkeiten für Fördermittel gefunden haben, können wir diesen Verlust ausgleichen. Es wäre mir natürlich lieber, ich hätte die 40 000 Euro auf dem Konto. Es kann auch nicht sein, dass wir immer wieder Gewerbesteuern zurückzahlen müssen, welche bereits vor Jahren gezahlt wurden. Das ist ärgerlich und tut uns weh. Wir wollen jetzt wenigstens die Zinsen vom Freistaat zurückerhalten. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Es geht weiter, wir schauen nach vorn, denn unser Dorf hat Zukunft!

Mehr lokale Artikel:

www.sächsische.de/niesky