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"Wir wurden nicht eingeladen"

Der britische Armeechef befürwortet einen baldigen Abzug aus dem Irak.

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London - Der britische Armeechef General Sir Richard Dannatt (55) hat sich für einen baldigen Rückzug aus dem Irak ausgesprochen. In einem von der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ am Donnerstag online verbreiteten Interview sagte Dannatt: „Unsere Anwesenheit dort verschlimmert die Sicherheitsprobleme nur.“ Der Irak sei ein muslimisches Land, „und die muslimische Ansicht über Ausländer ist eindeutig“, so Dannatt weiter. „Ausländer sind willkommen, wenn sie eingeladen sind. Aber wir wurden nicht eingeladen. Sein wir ehrlich, bei der Militärkampagne von 2003 haben wir denen doch die Tür eingetreten.“ Im Irak sind derzeit noch mehr als 7000 britische Soldaten stationiert, die meisten in der südirakischen Stadt Basra.

Anders sieht dagegen nach Dannatts Einschätzung die Situation in Afghanistan aus: „In Afghanistan ist unser Status ein vollkommen anderer, da wir dort auf Einladung von Präsident Hamid Karsais Regierung sind. Ich bin optimistisch, dass wir es dort richtig hinbekommen werden.“

Es gebe moralische und logistische Gründe sich statt auf die Mission im Irak auf Afghanistan zu konzentrieren, argumentiert der General: „Unsere Truppen sind bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit im Einsatz. Wir haben nur ein einziges Reservebataillon. Fast jeder wird irgendwann entweder in den Irak oder nach Afghanistan geschickt.“

Kriegsgegner begrüßten die Äußerungen des Armeechefs. Die Antikriegsgruppe „Stop The War“ lud Dannatt ein, an den nächsten Demonstration teilzunehmen und als Redner aufzutreten. (dpa)