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Wirbel um Bau am Katharinenhof

© Archiv/Claudia Hübschmann

Anwohner zweifeln an, dass der Seniorenpark sich derart erweitern darf. Die Sperrung des Stadtparkes wird kritisiert.

Von Marcus Herrmann

Meißen. Warum darf der Stadtpark an der Plossenhöhe nicht mehr von Spaziergängern betreten werden? Weshalb ist der Zustand des Parkes so schlecht? Oder: Wann gibt es eine dringend notwendige Ortsbegehung durch Stadträte? Diese und weitere Fragen stellte unlängst Linken-Stadtrat Andreas Graff an die Verwaltung.

Die Antwort liegt der SZ vor. Darin teilt Meißens Rathauschef Olaf Raschke mit, dass seitens des Liegenschaftsamtes keine Verträge oder Vereinbarungen hinsichtlich einer Bebauung geschlossen worden sind. Mit dem Grundstückskauf an die Katharinenhof GmbH seien die Sicherungspflichten des Baumbestandes auf den Käufer übergegangen. „Die Gewährleistung des öffentlichen Zugangs wurde bei dem Verkauf mittels einer grundbuchlich gesicherten Dienstbarkeit berücksichtigt“, erläutert Raschke.

Heißt: Der Eigentümer muss die Begehbarkeit ermöglichen. Die Aussichtsplattform am Ende des Parks wurde bereits 2012 verkauft. Auch hier gebe es durch das Liegenschaftsamt keinen Vertrag, wonach der jetzige Eigentümer die Plattform erneuern müsse. Auf die Frage, warum Bäume entlang der Wege im Stadtpark gefällt werden sollen, sagt Raschke, dass dies auf einem Gutachten eines Diplom-Biologen basiere.

Als Grund wird die zu gewährleistende Verkehrssicherheit genannt. „Am 19. Februar hat der Eigentümer eine Information erhalten, dass sein Antrag zuständigkeitshalber beim Landratsamt Meißen, Untere Denkmalbehörde, einzureichen ist“, heißt es in der Antwort weiter. Schließlich steht der im Landschaftsschutzgebiet befindliche Park unter Denkmalschutz. Eine Entscheidung zur Fällung stehe noch aus.

Solange die Sicherheit nicht gewährleistet ist, habe der Eigentümer den Park vorübergehend gesperrt. Baurechtliche Vorschriften seien eingehalten worden, heißt es weiter. Anwohner der Plossenhöhe hatten beklagt, dass die Nähe eines Neubaus zu den eigenen Wohnungen verwundert und außerdem Baulärm und Schmutz die Wohnqualität beeinträchtigten. Der OB will in der nächsten Beratung mit der Denkmalbehörde nachfragen, wann eine Entscheidung fällt und der Eigentümer handeln kann.