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Deutschland & Welt

Wirbel um Schüler-Warnwesten

Eine Firma wollte in Berlin 34.000 kostenlose Westen mit Werbeaufdruck verteilen. Nun gibt es Ärger - wegen politischer Vorwürfe. 

Die frisch eingeschulten Berliner Erstklässler müssen auf ihre versprochenen kostenlosen Warnwesten für den Schulweg verzichten.
Die frisch eingeschulten Berliner Erstklässler müssen auf ihre versprochenen kostenlosen Warnwesten für den Schulweg verzichten. © Dirk Dehmel/Autodoc/dpa

Berlin. Die neuen Berliner Grundschüler bekommen zu Beginn ihres ersten Schuljahres doch keine Warnwesten geschenkt. Nach einem Streit mit dem Senat hat sich die Sponsor-Firma Autodoc aus der gemeinsamen Aktion zurückgezogen und will ihre Westen nun lieber an die eigenen Kunden verschenken. Es sei nicht sinnvoll, "weiter Zeit zu vergeuden", um auf eine Entscheidung der Berliner Schulsenatorin zu warten, sagte Sprecher Thomas Casper am Dienstag.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Werbeanzeigen von Autodoc, einem großen Internetvertrieb für Auto-Ersatzteile, vor zwei Jahren auf sechs schwedischen Internetseiten mit rechtsextremen Inhalten erschienen waren. Autodoc betonte, man habe mit Rechtsextremismus und Rassismus nichts zu tun und distanziere sich davon. Anzeigen der Firma würden auf 20.000 Internetseiten in 26 Ländern erscheinen. Das würde von eigens beauftragten Firmen erledigt, ohne dass Autodoc genaueres darüber erfahre.

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Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte vor zwei Wochen angekündigt, den Verfassungsschutz einzuschalten, um prüfen zu lassen, ob es Bedenken gebe. Bislang gab es dazu kein Ergebnis, wie die Senatsbildungsverwaltung zuletzt am Montag mitgeteilt hatte.

Autodoc erklärte nun, der Verfassungsschutz habe offenbar nichts Belastendes gefunden. "Das ist eine gute Nachricht und das haben wir auch erwartet." Es gebe aber trotzdem keine Entscheidung des Senats, die 34.000 orangefarbenen Warnwesten mit Werbeaufdruck wie geplant an die Schüler zu verteilen. Daher würden sie jetzt jedem Internetkunden bei dessen Bestellung kostenlos angeboten. "Wir denken, dass die Kunden dieses Angebot zu honorieren wissen." (dpa)