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Bischofswerda

Wird das Sportlerheim zum Vereinshaus?

Zur Zukunft des Gebäudes stehen Entscheidungen noch aus. Doch kurzfristig gibt es eine gute Nachricht für die Schmöllner.

Den Nutzungsvertrag fürs Sportlerheim hat der SV Schmölln gekündigt. Mindestens bis Ende Mai bleibt er im Gebäude, vielleicht auch länger, sagt Bürgermeister Achim Wünsche. © Steffen Unger

Schmölln. Gibt es in diesem Jahr in Schmölln ein Hexenbrennen oder nicht? Diese Frage wird nicht nur im Ort, sondern auch in Nachbardörfern diskutiert. Der Sportverein als Hauptveranstalter gibt darauf eine klare Antwort: „Das Hexenbrennen am 30. April findet auch in diesem Jahr auf dem Sportplatz statt“, sagt Heike Metzner, Schatzmeisterin des SV Schmölln.

Selbstverständlich ist es nicht, dass der Verein das Fest auch in diesem Jahr organisiert. Aufgrund des jahrelangen Sanierungsstaus im Sportlerheim und daraus resultierenden hohen Betriebskosten, die der Verein allein schultern muss, kündigte er den Nutzungsvertrag mit der Gemeinde (die SZ berichtete). Als kürzlich auf einer Einwohnerversammlung über die Zukunft des Gebäudes beraten wurde, war der Gemeinschaftsraum rappelvoll. Auch die Ansage der Bürger in Richtung Gemeinderat und -verwaltung war eindeutig: Das Sportlerheim soll den Schmöllnern erhalten bleiben. Die Gemeinde, der das Haus gehört, stehe hier in der Pflicht und müsse ein Konzept für dessen Sanierung und Erhalt erarbeiten, hieß es.

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Das könnte Wirkung haben. Bürgermeister Achim Wünsche (parteilos) sagte jetzt auf Anfrage der SZ, man werde in den kommenden Wochen den Investitionsbedarf ermitteln, nach Fördermöglichkeiten schauen, aber auch prüfen,wie und durch wen das Haus künftig genutzt werden kann. Eine Sanierungszusage ist das bei Weitem aber noch nicht. Gemeinderat Markus Helbig startete inzwischen in Absprache mit der Gemeindeverwaltung eine Umfrage in Schmöllner Vereinen, um deren Interesse an dem Haus zu ermitteln. Frühestens im Zuge der Diskussion um den Gemeindehaushalt 2020 könnten eventuelle Schritte zu einer Sanierung konkret werden. Bisher gibt es nur eine Schätzung für eine Dachreparatur. Rund 8 000 Euro würde sie voraussichtlich kosten.

Zuzug im Ort

Der Schmöllner Gemeinderat Freddy Grosser, zugleich ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister, startete unterdessen eine eigene Initiative und appelliert, das Sportlerheim zu erhalten. Die Gemeinde müsse hier Vorreiter sein, sagte er der SZ. Sie müsse die Vorarbeiten leisten und ein Konzept erstellen. „Das sollte in diesem Jahr finanziell drin sein. Dann muss man weiter schauen“, fordert er. Das Dorfgemeinschaftszentrum in der umgebauten ehemaligen Schule sei kein Vereinshaus und kein Ersatz dafür. „Die Vereine brauchen einen Ort, wo sie unter sich sind“, sagt Freddy Grosser. Er nennt als Beispiel das zum Bürgerhaus umgebaute ehemalige Herrenhaus in Putzkau. Das Vereinsleben im Ort habe dadurch einen deutlichen Schub bekommen – von Vorträgen bis zum Weihnachtmarkt.

Schmölln verzeichnet Zuzug, sagt Freddy Grosser. Jüngere Familien ziehen in den Ort. Das Sportlerheim und der benachbarte Sportplatz – der einzige Sportplatz in der Gemeinde Schmölln-Putzkau – könnten zu einem Zentrum für die Vereine werden. Der Schmöllner denkt dabei auch an Angebote für Kinder und Jugendliche. Vielleicht sogar eine Skaterbahn in der Perspektive. Freddy Grosser appelliert jedoch nicht nur an die Gemeindeverwaltung, sondern auch an die Schmöllner selbst, in ihrem Engagement fürs Sportlerheim nicht nachzulassen, sondern sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Denn Fakt ist auch: Ohne effektive Nutzung wird es kaum Sinn haben, ins Haus zu investieren.

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