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Wird es ein friedfertiger 13. Februar?

Die Stadt will würdig gedenken und Oberbürgermeister Hilbert droht Störern mit „bürgerschaftlicher Gegenwehr“.

© Sven Ellger

Andreas Weller

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Dresden. Zunächst sind es leisere Töne als 2017, die Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in diesem Jahr anschlägt. Damals hatte er mit seiner Aussage – „Dresden war keine unschuldige Stadt“ – für Aufregung gesorgt. Es folgten Aufrufe zum Mord am Stadtoberhaupt und Polizeischutz für die Wohnung, in der Hilbert mit seiner Familie lebt.

Dieses Mal beschränkt er sich darauf, auf die Veranstaltungen hinzuweisen. Es geht vor allem darum, das dezentrale Gedenken an vielen Orten der Stadt beizubehalten. Deshalb werden er und seine Bürgermeister sich am Vormittag des 13. Februar aufteilen und an unterschiedlichen Veranstaltungen teilnehmen. Der Schülergipfel und die Bürgerbegegnungen in der Dreikönigskirche stellen aktuelle Bezüge her – etwa zum Krieg in Syrien.

Zentrales Element des Gedenkens bleibt die Menschenkette. Der Auftakt dazu beginnt um 17 Uhr an der Goldenen Pforte des Rathauses. Dort sprechen Anmelder und Rektor der technischen Universität, Hans Müller-Steinhagen, und Hilbert. Schließen soll sich die Kette wieder um 18 Uhr. Das Motto, unter dem der 73. Jahrestag der Bombardierung steht, lautet Friedfertigkeit. Im Aufruf zur Menschenkette verweist Hilbert, dass in Dresden Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Weltanschauung und Lebensentwürfen friedvoll zusammenleben wollen. „Dies gelingt nur, wenn wir offen und friedfertig aufeinander zugehen.“ Die Kette sei ein starkes Symbol zur friedlichen Konfliktbeilegung, sagt Müller-Steinhagen. „Gewalt und Fremdenfeindlichkeit dürfen in Dresden keinen Platz finden.“

Demo von verurteiltem Hetzer

Auch die Frauenkirche bringt sich wieder intensiv in die friedlichen Gedenkveranstaltungen ein. Von 15 bis 22 Uhr kann man vor der Kirche gedenken, danach ist im Inneren die „Nacht der Stille“. Zuvor gibt es den Dresdner Gedenkweg, der um 18.15 Uhr im Innenhof der Synagoge startet sowie mehrere Andachten in Kirchen.

Bereits am 10. Februar, dem vorhergehenden Sonnabend, lädt „Dresden Nazifrei“ zum Mahngang Täterspuren, der an Orte führt, an denen zu NS-Zeiten in Dresden Unheil geschah. Motto: „Macht – Bildung – Propaganda“ im faschistischen Dresden während der NS-Zeit. Los geht es um 14 Uhr an der Fiedlerstraße, Uni-Klinik. Ebenfalls an dem Tag wird am Schlesischen Platz den vom Bahnhof Neustadt deportierten jüdischen Mitbürger gedacht.

Doch es gibt auch anders gelagerte Versammlungen, die bereits angemeldet sind und bei denen mit Gegenprotest zu rechnen ist. So wollen die asylfeindlichen „Wellenlängen“ am 13. Februar ihr „stilles Gedenken“ in der Innenstadt durchführen. Und die AfD hat eine Versammlung auf dem Altmarkt angemeldet. Eine Gegenveranstaltung ist bei der Stadt bisher auch schon angezeigt. Am Sonnabend danach, dem 17. Februar, plant der verurteilte Volksverhetzer und Holocaustleugner Gerhard Ittner aus Franken erneut einen Marsch durch Dresden. Im vergangenen Jahr konnte er rund 100 Anhänger auf die Straße locken. In einer Rede verherrlichte er den Nationalsozialismus und bekam dafür einen Strafbefehl über 5 400 Euro. Für den Tag sind bereits zwei Veranstaltungen von Neonazi-Gegnern angemeldet. „Dresden Nazifrei“ wirbt auch für Demo-Trainings und ruft auf, Nazis zu blockieren.

Unklar ist, was die örtliche Neonazi-Szene plant. Bisher gibt es von dieser Seite noch keine Anmeldung. Nach SZ-Informationen wird aber etwas im Umfeld des 13. Februar geplant. Im vergangenen Jahr gab es einen Marsch vom Hauptbahnhof in Richtung Süden. Oberbürgermeister Hilbert war damals als erstes Stadtoberhaupt ganz offiziell bei einer der Gegendemonstrationen. An anderen Stellen gab es Blockadeversuche und Gerangel. Im Großen und Ganzen blieb es aber friedlich.

Polizei sichert die Stadt

In diesem Jahr, sagt der OB, gehe er erneut von einem friedlichen Verlauf aus. „Das kann ich auch nur jedem empfehlen, denn dies ist, was die Dresdner wollen.“ Es sei Konsens, dass das Gedenken möglichst still und vor allem friedlich ablaufe. In den vergangenen Jahren sei dies größtenteils gelungen. Brutale Auseinandersetzungen zwischen dem rechten und dem linken Lager, mit Verletzten, brennenden Blockaden und Autos liegen bereits mehrere Jahre zurück. Auf die rechten Demonstrationen angesprochen, wird er dann doch emotional. „Wer sich nicht daran hält, dass es friedlich zugeht, wird genügend bürgerschaftliche Gegenwehr bekommen.“ In jedem Fall werden die Tage rund um den 13. Februar wieder für einen großen Polizeieinsatz sorgen. Hunderte Einsatzkräfte werden die Stadt absichern.

>>> Übersicht über die Veranstaltungen zum 13. Februar unter 13februar.dresden.de