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Wird Hohnstein zur Runkel-Burg?

Unter neuer Burg-Regie wird auch nach neuen Ideen gesucht. Eine sorgt jetzt für Diskussionen.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Hohnstein. Die Comic-Figur Ritter Runkel soll die Burg Hohnstein zur Burg Rübenstein werden lassen. So zumindest hat es Ingo Karsch, Präsident des Karnevalvereins und Chef der Bürgerinitiative zur Rettung der Burg Hohnstein, öffentlich kundgetan.

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Auf die Idee brachte ihn die Mosaik-Reihe, eine Comicheft-Serie, die es schon zu DDR Zeiten gegeben hat. Ritter Runkel erlebte in den gezeichneten Geschichten seine Hochzeit von 1964 bis 1969. Ingo Karsch hat da auch schon einiges recherchiert. So stammte offenbar der Mosaik-Erfinder Hannes Hegen aus der Böhmischen Schweiz. Sicher ist zumindest, dass Hohnsteins künftige Burg-Betreibergesellschaft nach neuen Ideen sucht. Einige davon gibt es bereits. Tourismuschef André Häntzschel, der künftig auch die neue Gesellschaft führen soll, denkt zum Beispiel öffentlich über eine Hängebrücke von Hockstein zur Burg nach. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (CDU) schlug kürzlich einen Baumwipfelpfad vor. Und die Stadt Hohnstein arbeitet schon seit weit über zehn Jahren daran, im Gelände der Burg einen Klettergarten einzurichten.

Nun soll es offenbar Ritter Runkel richten und in Scharen die Besucher auf die Burg locken. Allerdings könnte es durchaus sein, dass er sich aus naturschutzrechtlichen Gründen hier nicht niederlassen kann. Das alles ist Spekulation. Erreicht hat Hohnstein auf jeden Fall, dass man im Land über die Stadt und die Burg spricht. So zum Beispiel auch bei den Grünen. Ines Kummer, im Landkreis die Kandidatin von Bündnis 90/Grünen für die Bundestagswahl, kann der Idee wenig abgewinnen, vor allem in Anbetracht der Geschichte der Burg Hohnstein als eines der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Sachsen. Sie sieht eher einen Dreiklang aus Gedenkarbeit, Beherbergung und Hohnsteiner Puppenspiel. Generell müsse man sich über die Sonderstellung in der Nationalparkregion bewusst sein, sagt sie.

Die FDP hingegen hat die Runkel-Burg-Idee aufgegriffen. Direktkandidat Lothar Brandau lenkte gar gemeinsam mit FDP-Landesvorsitzenden Holger Zastrow die Motorräder auf der Wahlkampftour auf die Burg Hohnstein, um sich dort mit der Bürgerinitiative zu treffen, die die Runkel-Burg-Idee hatte. Konkrete Aussagen der FDP speziell dazu gibt es im Nachgang zwar nicht. Die Idee klinge allerdings spannend und man müsse prüfen, wie tragfähig diese ist und ob sie zu dem Nutzungskonzept passe, heißt es.

Wie konkret die Idee nun wirklich ist und ob die Stadt bereits in den Vorbereitungen dazu steckt, konnte SZ nicht erfahren. Weder Ingo Karsch noch Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) waren zu einer Stellungnahme bereit.