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Parkplatzproblem Glashütte

Das Rathaus Glashütte hatte einen Plan. Doch der scheint nicht aufzugehen.

© Archivfoto: Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Bleiben die 34 Garagen an der Emil-Lange-Straße stehen? Oder werden sie abgerissen, um 54 Stellplätze zu schaffen? Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) will sich dazu noch nicht öffentlich äußern.

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Zunächst soll es ein Gespräch mit der Garagengemeinschaft geben. Mit denen möchte er das Ergebnis einer Umfrage auswerten. Nur so viel ließ sich der Rathauschef entlocken: Es haben rund 40 Leute Interesse an einem Parkplatz angemeldet. Indirekt bestätigt er damit, dass der Plan, Stellflächen zu schaffen, offenbar gestorben ist. Denn die Stadt wollte das ehrgeizige Vorhaben nur anpacken, wenn es sich rechnet. Und das würde es nur bei mindestens 54 Interessenten, die verbindlich erklären, dass sie einen Stellplatz für 30 bis 40 Euro pro Monat und den für einige Jahre mieten wollen. Das würde sicherstellen, dass die Stadt die hohen Investitionskosten von rund 700 000 Euro langfristig wieder einspielen kann.

Dass der Plan offenbar nicht verwirklicht wird, bestätigte Dreßler auch mit diesem Satz: „Die Situation wird sich entspannt lösen lassen“. Damit spielt er auf die hitzig geführten Debatten der vergangenen Monate an. Für den Plan der Stadt sprachen sich öffentlich nur einige Stadträte aus. Widerstand kam – wie zu erwarten – von den Garagenbesitzern. Sie liefen Sturm. Sowohl in Stadt- als auch in den Ortschaftsratssitzungen sprachen sie sich gegen die Pläne aus, sie sammelten auch Unterschriften, die deren Sprecher Frank Schütze der Verwaltung übergeben hat. Offenbar hat ihr Widerstand Erfolg.

Warum das Interesse an den Parkplätzen so gering ist, darüber kann bislang nur gemutmaßt werden. Vielleicht liegt es am veranschlagten Mietpreis? Doch den hält Bäckermeister Ringo Tannenbaum für angemessen. Der Schlottwitzer kennt das Problem mit den Parkplätzen, weil er in Glashütte eine Filiale betreibt. Deshalb sind er, seine Mitarbeiter und Kunden auf Parkplätze angewiesen. „Ich stamme aus Dresden-Gorbitz, dort zahlen die Leute zwischen 30 und 50 Euro im Monat für einen Parkplatz“, sagt er. Auch Dippoldiswalde bietet seinen Bürgern Stellflächen zum Mieten an. Derzeitig gibt es etwa 70, von denen sich die meisten in der Kernstadt befinden. Sie kosten zwischen 15 und 20 Euro im Monat, war aus dem Rathaus zu erfahren. Die Stellflächen sind zu fast 100 Prozent vermietet. Wird ein Parkplatz frei, finde sich schnell ein Nachmieter.

Viele Grundstücke untersucht

Das geringe Interesse kann aber auch einen anderen Grund haben. Vielleicht hat sich die Parkplatzsituation wieder etwas entspannt. Zwar kommen nach wie vor täglich rund 2 000 Pendler in die Stadt, um in einer der Uhrenfirmen zu arbeiten. Aber möglicherweise sind es derzeit ein paar weniger. Harald Weidig, der am Glashütter Markt wohnt und oft Probleme hat, eine Stellfläche vor seinem Haus zu finden, kann sich die Schwankungen auch nicht erklären. „Es ist von Tag zu Tag unterschiedlich, mal gibt es wenig, mal viele freie Stellflächen.“ Weil sein Grundstück zu klein ist, um einen privaten Parkplatz anzulegen, ist er auf öffentliche Stellflächen angewiesen. Seit Jahren folgt er einem Motto: „Entweder bleibt das Auto stehen und ich fahre mit dem Fahrrad, oder ich fahre weit weg.“ Eine Idee, wo die Stadt Parkplätze schaffen kann, hat auch Weidig nicht. Und auch Ringo Tannenbaum zuckt bei der Frage mit den Schultern. Gemeinsam habe er mit Weidig verschiedene Workshops der Stadt besucht. Dabei ging es auch ums Parken. Tannenbaums Fazit: Die Stadt bemühe sich, Parkplätze zu schaffen. Sie habe getan, was sie konnte. Er glaube, dass man mit der Situation, dass es zu bestimmten Zeiten zu wenig Parkplätze gibt, leben müsse. In anderen Städten und Stadtteilen ist es ähnlich.

Dreßler indes weiß, dass Parken ein Thema bleiben wird: „Grundsätzlich ist die Parkplatzsituation weiter angespannt, in aller Regel findet man aber in Glashütte einen Parkplatz“, sagt er. Ob die Stadt nun an anderen Stellen Parkplätze schaffen wird, dazu wollte sich Dreßler auf SZ-Anfrage nicht äußern. In einer der letzten Stadtratssitzungen erklärte er, dass die Stadt bereits sehr viele Grundstücke rund um die Uhrenmeile untersuchen ließ. Doch aufgrund der engen Tallage habe man keine gefunden, auf denen zu vertretbaren Preisen eine größere Anzahl von Parkplätzen geschaffen werden könne. Die Emil-Lange-Straße hätte sich dafür angeboten.