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Wirt für Nationalparkbahnhof gesucht

Im Sebnitzer Bahnhof verbirgt sich eine komplett eingerichtete Gaststätte. Dafür sucht die Stadt jetzt einen Pächter.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

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Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Sebnitz. Die Ausstattung ist erstklassig – verspricht zumindest das Schild über dem Durchgang. „Wartesaal 1. Klasse“ ist darauf zu lesen. Nach historischem Vorbild wurde die Gaststätte im Sebnitzer Bahnhofsgebäude vor gut zwölf Jahren hergerichtet.

Die mit Liebe zum Detail gestalteten Räumlichkeiten versprühen tatsächlich den mondänen Charme aus den Glanzzeiten der Eisenbahn: schwarzbraunes Holz, dunkelgrüne Lederpolster, dazu historische Fotos und die originale Bedienkonsole des alten Stellwerks im Vorraum. Genutzt werden die Räume seit der Sanierung nur punktuell – alljährlich zur M-Night-Party während der Sebnitzer Museumsnacht, für Diskussionsrunden oder für private Feiern, für die man den Saal anmieten kann.

Jetzt sucht die Stadt Sebnitz, der das Gebäude gehört, einen dauerhaften Pächter für die Gastwirtschaft. „Es wäre schön, wenn sich jemand findet, der hier ein Restaurant eröffnet“, sagt Tourismuschef Julian Ipsen. Sebnitz will damit den nächsten Schritt zur Belebung seines Nationalparkbahnhofs schaffen. Die Bahnhofshalle ist derzeit nur dann für Reisende zugänglich, wenn die hier eingemietete Bäcker-Filiale geöffnet hat. Ab dem späten Nachmittag, den Großteil des Wochenendes und während der Schulferien bleiben die Türen zugesperrt. Die aufwendig sanierte und mit Glasvitrinen bestückte Wartehalle würde andernfalls zum Opfer von Vandalismus werden, so die Sorge.

Besonders für Ausflügler ist die am Wochenende verschlossene Wartehalle ärgerlich. Seit einem Jahr trägt die Station offiziell den Titel Nationalparkbahnhof, die Sommerhalle wurde dafür aufwendig mit einem Panorama von Ausflugszielen der Sächsisch-Böhmischen Schweiz bemalt.

Im Wartesaal nebenan findet der potenzielle Pächter eine beinahe komplett ausgestattete Gaststätte vor: ein großer Gastraum mit etwa 55 Plätzen, eine kleine Küche, Toiletten und einen Lagerraum. Sämtliche Einrichtungsgegenstände wie Tische, Stühle, Theke, Schankanlage und Küchengerät werden mit vermietet. Die Lage ist günstig, sagt Tourismuschef Ipsen. Der Bahnhof ist nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, kostenlose Parkplätze gibt es vor der Tür. Der Zugang ist auch direkt vom Bahnsteig möglich.

Eine Summe für die Pacht nennt die Stadt nicht. „Ganz bewusst“, sagt Julian Ipsen: „Entscheidend sind das Konzept und die Ideen.“ Wer die hat, kann sich mit seinem Pachtangebot an die Tourismusabteilung wenden.

Die Ausschreibung läuft bis 31. März. Vereinbarung von Besichtigungsterminen unter Tel. 035971 70960.