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Die Agrarwende ist weiter nicht in Sicht

Julia Klöckner spricht von einem Meilenstein in der europäischen Agrarpolitik. Doch auf sächsischen Äckern wird es erst mal keine Agrarwende geben.

SZ-Redaktuer Georg Moeritz kommentiert die Einigung der EU zur Agrarreform.
SZ-Redaktuer Georg Moeritz kommentiert die Einigung der EU zur Agrarreform. © dpa/SZ

Sachsens Bauern können mit den jüngsten Beschlüssen zur Agrarreform noch nichts anfangen. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Also wird es auf sächsischen Äckern in den nächsten Jahren keine Agrarwende geben. Dabei hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch von Systemwechsel und Meilenstein in der europäischen Agrarpolitik gesprochen. Doch wirklich entschieden ist noch nichts.

Bisher bekommen Sachsens Landwirte einen festen Teil ihrer Einnahmen vom Staat: mindestens 268 Euro pro Hektar im Jahr laut jüngstem Agrarbericht. Ein Teil des Geldes hängt zwar jetzt schon von Umweltleistungen ab. Doch die Anforderungen dafür sind so niedrig, dass so gut wie jeder Hof Anspruch darauf hat.

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Ob sächsische Bauern künftig für mehr Tierschutz und weniger Chemie von der EU belohnt werden, lässt sich aus der jüngsten Einigung der europäischen Landwirtschaftsminister nicht voraussagen. Zwar hat Ministerin Klöckner durchgesetzt, dass in einigen Jahren 20 Prozent der EU-Agrarsubventionen von Öko-Maßnahmen abhängen werden. Doch ob die Betriebe sich dafür wirklich stark umstellen müssen, steht noch nicht fest – Staaten von Irland bis Lettland reden mit.

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E-Mail an Georg Moeritz

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