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Coronapandemie befeuert neue Arbeitsmodelle

Corona hat die Arbeitswelt um drei bis zehn Jahre beschleunigt, sagen Leipziger Unternehmen. Doch den Anstoß geben meist einzelne Führungskräfte.

Viele Beschäftigte haben in der Corona-Krise von zu Hause aus gearbeitet. Die Arbeitswelt hat sich dadurch auch langfristig verändert.
Viele Beschäftigte haben in der Corona-Krise von zu Hause aus gearbeitet. Die Arbeitswelt hat sich dadurch auch langfristig verändert. © dpa

Leipzig. In einer Leipziger Studie haben zwei von drei Mitarbeiter mit büronahen Tätigkeiten angegeben, neue Arbeitsmodelle seien in ihrem Unternehmen bereits "eher" oder "sehr" relevant. Die Coronapandemie habe wie ein Katalysator gewirkt und dafür gesorgt, dass sich Leipziger Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzen.

Den größten Anteil machte dabei die Möglichkeit, sich die Arbeitszeiten flexibel einzuteilen. Diese Möglichkeit bestand bereits bei 78,5 Prozent der befragten Unternehmensmitarbeiter. Damit einher geht die Wahl eines flexiblen Arbeitsortes - also beispielsweise das Arbeiten von zu Hause - sowie die dafür notwendigen Tools zur Kommunikation und die technisch notwendige Ausstattung für Home Office und mobiles Arbeiten.

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Einzelne setzen sich durch gegen alte Denkmuster

Die Studie, die von der Leipziger Handelshochschule (HHL) und der Leipziger Foren Holding-Gruppe durchgeführt wurde, zeigt aber auch, dass es häufig einzelne Führungskräfte sind, die Entwicklungen hin zu alternativen Arbeitsweisen anstoßen, manchmal aber auch andere Mitarbeiter oder Teams. Doch die Modernisierung der Arbeitsweise läuft nicht immer gleich glatt. Häufig stünden veraltete Denkmuster, festgefahrene Hierarchien, aber auch fehlende Ressourcen oder Führungskräfte, die sich dem Wandel widersetzen, im Wege, heißt es in einer Pressemitteilung zur Studie. Außerdem müssten Führungskräfte lernen, ihren Mitarbeitern zu vertrauen.

Claudia Lehmann, Professorin für Digitale Innovation in Dienstleistungsbranchen an der HHL, bemerkt aber auch, dass sich die Anforderungen für Mitarbeiter mit der Modernisierung veränderten. "Unter anderem sind Selbstorganisation und Proaktivität wichtige Kompetenzen, die entwickelt werden müssen."

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Für den größten Anteil der befragten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist allerdings weiterhin der Spaß an der Arbeit und ein ausreichendes Einkommen der wichtigste Grund für ihren Job. Bei den 30- bis 49-Jährigen nimmt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen großen Stellenwert ein, bei allen anderen ist es eher der Sinn hinter der eigenen Arbeit.

Bei der Studie wurden 279 Mitarbeiter und 25 Führungskräfte in Leipziger Unternehmen befragt. Unterstützt wurde die Studie vom Leipziger Amt für Wirtschaftsförderung.

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