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Auch bei der Autoversicherung lässt sich sparen

Autofahrer bekommen die Inflation mehrfach zu spüren. Eine kluge Anpassung der Tarife hilft, Kosten bei der Versicherung zu senken.

Von Wolfgang Mulke
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Bei der Versicherung des Auto lässt sich durchaus etwas Geld sparen.
Bei der Versicherung des Auto lässt sich durchaus etwas Geld sparen. © Christin Klose/dpa-tmn

Autofahrer werden derzeit finanziell gleich von mehreren Seiten in die Mangel genommen. Die hohen Spritkosten sind nur einer der Preistreiber. Auch Ersatzteile, Reparaturen oder Services wie der Ölwechsel haben sich massiv verteuert. Laut dem unabhängigen Verbraucherportal Finanztip kostete ein Ölwechsel in diesem Jahr 25 Prozent mehr als noch 2017.

Auch die Kfz-Versicherung kennt keine Schnäppchenpreise mehr. Die durchschnittliche Jahresprämie liegt mittlerweile bei 425 Euro – immerhin sind in dieser Summe schon Teil- oder Vollkasko inklusive. Doch im kommenden Jahr droht ein weiterer Hammer: Nach Einschätzung des Rückversicherers Münchner Rück müssen die Beiträge allein schon inflationsbedingt um zehn Prozent steigen.

So wird der Preisvergleich der angebotenen Policen für die Haftpflicht- und Kaskoversicherung in diesem Jahr zu einer der wenigen Möglichkeiten, die Ausgaben für den Pkw zu drücken. Die Wechselsaison beginnt bald: Bis Ende November können sich die meisten Autofahrer um bessere Verträge zum Beginn des neuen Jahres kümmern. Eine zweite Möglichkeit sei die Anpassung der Tarifmerkmale, sagt Finanztip-Expertin Kathrin Gotthold. „Wir haben in diesem Jahr ein besonderes Sparpotenzial ausgemacht.“

Dieser Spielraum kommt laut Gotthold durch ein verändertes Fahrverhalten und gestiegener Spritpreise zustande. Der Verzicht kann sich auf die Kosten der Versicherung auswirken: Wer weniger fährt, muss weniger Prämie zahlen. Hat der Kunde zum Beispiel bei Vertragsabschluss eine Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern geschätzt, ist jedoch nur 10.000 Kilometer gefahren, hat er für die Haftpflicht neun Prozent mehr bezahlt als nötig.

Auch kleine Veränderungen helfen beim Sparen

Es ist daher sinnvoll, der Versicherung einen realistischen Wert zu melden. „Schätzen Sie wahrheitsgemäß, aber defensiv“, empfiehlt Gotthold. Der Blick auf den Tachostand und den Versicherungsvertrag kann sich auch rückwirkend lohnen. Laut Finanztip gewähren immer mehr Unternehmen eine nachträgliche Anpassung der Fahrleistung – mit dem entsprechenden Nachlass bei den Kosten.

Auch andere beeinflussbare Tarifmerkmale sollten sich Autobesitzer derzeit noch einmal anschauen. Denn auch kleine Veränderungen bringen schnell einen günstigeren Tarif. Dazu gehört zum Beispiel die Zahlungsweise. Wer seine Prämie monatlich abbuchen lässt, zahlt neun Prozent mehr als bei einer jährlichen Abbuchung. Selbst der Umstieg von einer halbjährlichen auf eine jährliche Zahlung bringt noch drei Prozent Entlastung. Ein weiteres Element ist die Werkstattbindung. Sich darauf einzulassen, bedeutet elf Prozent weniger Prämie. Auch ein Selbstbehalt bei der Teilkaskoversicherung lohnt sich in Form niedrigerer Kosten. 150 Euro Selbstbehalt sparen im Schnitt 20 Prozent.

Zudem gibt es zwischen den Anbietern auch noch beträchtliche Preisunterschiede. Wie groß sie für den Beitrag 2023 sind, lässt sich noch nicht sagen. Die Tarife kommen erst nach und nach auf den Markt. Mit einigen Eintragungen bei Vergleichsportalen im Internet lässt sich dann ein besseres Angebot finden und die alte Versicherung durch einen neuen Vertrag ersetzen. Das ist in der Regel bis Ende November möglich. Die Kündigung muss auf jeden Fall schriftlich erfolgen. Je nach Vertrag reicht eine Mail, oder sie muss per Brief erfolgen.