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Wirtschaft

Ein neuer Markenname für Volkswagen?

Eine vermeintliche Umbenennung in "Voltswagen" ist als Aprilscherz gedacht gewesen. Für VW könnte der PR-Gag unangenehme Folgen haben.

Die vermeintliche Umbenennung seines Markennamens in den USA in "Voltswagen" ist ein PR-Gag, wie VW mittlerweile einräumte.
Die vermeintliche Umbenennung seines Markennamens in den USA in "Voltswagen" ist ein PR-Gag, wie VW mittlerweile einräumte. © Hendrik Schmidt/dpa

Wolfsburg. Die Meldung schien spektakulär: Der Autoriese Volkswagen ändert seinen Markennamen in den USA in "Voltswagen". Im Zuge der strategischen Neuausrichtung des Konzerns hin zur E-Mobilität ein zwar überraschender, auf den ersten Blick aber durchaus passender Schritt. Allein: Die vermeintliche Umbenennung ist ein PR-Gag, wie VW mittlerweile einräumte. Weil das Unternehmen die Meldung anfangs bekräftigte und gleichzeitig die Aktie deutlich an Wert gewann, setzt es nun Kritik an dem verfrühten Aprilscherz.

Ihren Anfang nahm die Posse Anfang der Woche mit einer angeblich versehentlich zu früh veröffentlichten Pressemitteilung. Darin teilte Volkswagen of America inklusive eines Statements ihres Chefs Scott Keogh mit, der neue Name, ein Wortspiel mit Volt als Einheit elektrischer Spannung, sei ein Bekenntnis zur E-Mobilität. Kurz darauf verschwand die Mitteilung wieder von der VW-Webseite, jedoch erst nachdem US-Journalisten sie gesehen hatten.

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Wie es in folgenden Berichten von US-Medien heißt, bestätigte VW auf Nachfrage, dass es sich um eine ernstgemeinte Mitteilung handelt. Tatsächlich erschien die Pressemitteilung tags darauf ein zweites Mal - nur um doch wieder gelöscht zu werden.

Aktienkurs stieg um fast fünf Prozent

Der Deutschen Presse-Agentur erklärte ein VW-Sprecher in den USA schließlich am Dienstagabend (Ortszeit): "Es wird keine Umbenennung von Volkswagen of America geben. Die vermeintliche Umbenennung war als Ankündigung im Geiste des 1. April gedacht, um den Start des vollelektrischen SUV ID.4 hervorzuheben und unser Bekenntnis zur Elektromobilität für alle mitzuteilen."

Für VW könnte das Verwirrspiel ernsthafte Konsequenzen seitens der US-Börsenaufsicht SEC nach sich ziehen, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Denn infolge der Mitteilung sei der Aktienkurs am Dienstag um fast fünf Prozent gestiegen. Eine Reaktion seitens der SEC gab es dazu zunächst nicht.

Ein VW-Sprecher in Deutschland erklärte dazu am Mittwoch: "Eine Beeinflussung des Börsenkurses können wir aufgrund der Werbekampagne nicht erkennen. Das war und ist auch nicht Ziel der Aktion." Die Absicht sei gewesen, Aufmerksamkeit "für ein wichtiges Unternehmens- und Industriethema in den USA" zu schaffen. "Dazu wurde eine integrierte nationale US-Marketingkampagne - auch mit einem Augenzwinkern - entwickelt und umgesetzt."

Ziel erreicht?

Positive Rückmeldungen in den sozialen Netzwerken zeigten, dass das Ziel erreicht worden sei. "Gleichzeitig bedauern wir, sollten wir in der Wahrnehmung Einzelner über das Kampagnenziel hinausgeschossen sein", erklärte der Sprecher. Gesteuert habe die Kampagne Volkswagen of America. Die zuständigen Bereiche der Marke Volkswagen Pkw in Wolfsburg seien darüber vorab informiert gewesen.

Erst 2019 hatte die Marke Volkswagen, die sich immer noch vom Dieselskandal erholen muss, ihren Markenauftritt samt Logo umfassend überarbeitet, um authentischer und umweltfreundlicher zu wirken.

"Wenn VW halb so gut beim Klimaschutz wäre wie beim kalkulierten Kalauern, man müsste sich nicht sorgen um die Zukunft des Konzerns", kritisierte nun Benjamin Stephan von Greenpeace. "Damit "Voltswagen" kein hohler PR-Gag bleibt, braucht VW einen klaren und schnellen Abschied vom Verbrennungsmotor", forderte er.

Auch Pedro Pacheco, Autoexperte der Analysefirma Gartner, bewertet die Werbeaktion kritisch. "Es ist zwar einerseits gut, dass sie mutig sein wollen, da große Autokonzerne eher bekannt dafür sind, ungern Risiken einzugehen", sagte er. "Aber es war ein riskanter Schritt, der enttäuschte Kunden hinterlassen könnte."

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Die Werbung des Autokonzerns hat zuletzt mehrfach zu Kontroversen geführt. So erschien im Februar eine Anzeige auf dem rechten US-Nachrichtenportal "Breitbart". VW führte das auf einem fehlerhaften Filter zurück. Im vergangenen Jahr musste VW zudem ein rassistisches Werbevideo für den neuen Golf zurückziehen. Darin wurde ein schwarzer Mann von einer weißen Hand herumgeschubst. (dpa)

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