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Wie fährt sich ein Quad mit 200 PS?

In der Exeet Blackbull H2 steckt ein Kompressormotor von Kawasaki. Wir durften mit dem Prototypen eine Proberunde drehen.

Sebastian Jornitz (l.) erklärt die Besonderheiten seines neuesten Straßenquads.
Sebastian Jornitz (l.) erklärt die Besonderheiten seines neuesten Straßenquads. © Markus Fisch

Von Deutschlands einzigem Rallyeweltmeister Walter Röhrl stammt der schöne Satz , ein Auto sei dann schnell genug, „wenn man morgens davor steht und Angst hat, es aufzuschließen“. Wenn dem so ist, dann sollte die Exeet Blackbull H2 schnell genug für mich sein. Ich stehe vor der Maschine und habe schwitzige Hände. Ist diese Probefahrt eine gute Idee? Schon die technischen Daten wirken einschüchternd: 200 PS leistet das Quad, wiegt dabei aber nur 280 Kilo. Das ergibt ein Leistungsgewicht von 1,4 Kilo pro PS. Zum Vergleich: Selbst der Supersportwagen McLaren Senna kommt „nur“ auf 1,62.

Nomen est omen: Der Prototyp der Exeet Blackbull H2 ist schwarz, steht auf breiten Reifen und hat einen Kawasaki-Motor, der 200 PS leistet.
Nomen est omen: Der Prototyp der Exeet Blackbull H2 ist schwarz, steht auf breiten Reifen und hat einen Kawasaki-Motor, der 200 PS leistet. © Andreas Rentsch
Auch der Preis ist heftig: Mindestens 38.900 Euro werden für das Extrem-Quad fällig. Eines der ersten Modelle ist nach Sachsen geliefert worden.
Auch der Preis ist heftig: Mindestens 38.900 Euro werden für das Extrem-Quad fällig. Eines der ersten Modelle ist nach Sachsen geliefert worden. © Andreas Rentsch
Multifunktionsanzeige im Cockpit: Bei 12.000 Umdrehungen pro Minute beginnt der rote Drehzahlbereich. Das Getriebe hat sechs Gänge.
Multifunktionsanzeige im Cockpit: Bei 12.000 Umdrehungen pro Minute beginnt der rote Drehzahlbereich. Das Getriebe hat sechs Gänge. © rentsch
Die Blackbull H2 wird in einer Kleinserie hergestellt und ist das neue Topmodell des Quadherstellers Exeet. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 soll sie in 2,8 Sekunden schaffen.
Die Blackbull H2 wird in einer Kleinserie hergestellt und ist das neue Topmodell des Quadherstellers Exeet. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 soll sie in 2,8 Sekunden schaffen. © Andreas Rentsch
Eine Fabrikhalle in Euskirchen bei Köln dient als Firmenzentrale. E-ATV sitzt nur rund 100 Kilometer entfernt, am Rande des Ruhrgebiets.
Eine Fabrikhalle in Euskirchen bei Köln dient als Firmenzentrale. E-ATV sitzt nur rund 100 Kilometer entfernt, am Rande des Ruhrgebiets. © Andreas Rentsch
Auftragswerk: Für einen Kunden, der viel Autobahn fährt, hat Sebastian Jornitz dieses Turbo-Quad gebaut. Der Motor aus einer Kawasaki ZX-14R leistet 284 PS.
Auftragswerk: Für einen Kunden, der viel Autobahn fährt, hat Sebastian Jornitz dieses Turbo-Quad gebaut. Der Motor aus einer Kawasaki ZX-14R leistet 284 PS. © Andreas Rentsch
Noch ein Einzelstück: Auch die Exeet RR ist bereits verkauft. Als Motorenspender fungierte in diesem Fall eine BMW S1000 RR mit 207 PS.
Noch ein Einzelstück: Auch die Exeet RR ist bereits verkauft. Als Motorenspender fungierte in diesem Fall eine BMW S1000 RR mit 207 PS. © Andreas Rentsch

Immerhin: Exeet-Chef Sebastian Jornitz wirkt nicht sonderlich besorgt um seinen Prototypen. Die Blackbull H2 fahre sich vergleichsweise simpel, beteuert er. Schalten, kuppeln, bremsen – alles funktioniere genauso wie bei anderen Quads. Nur das von Offroadmodellen gewohnte Daumengas fehlt. Stattdessen sitzt auf der rechten Lenkerseite ein Drehgriff wie beim Motorrad. Der Schlüssel steckt, ich muss nur noch den Motor anlassen, indem ich einen Schieberegler betätige. Ein kurzes Brüllen, dann verfällt der Vierzylinder in sonores Brabbeln. Vorsichtig senke ich den linken Fuß auf den Ganghebel. Klack, erster Gang. Gefühlvoll einkuppeln. Und los.

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Wäre mir mehr als eine kurze Proberunde vergönnt, würde ich jetzt Richtung Eifel starten. Von Euskirchen bei Köln, wo Exeet zuhause ist, sind es weniger als 50 Kilometer bis zur legendären Nordschleife. Doch Jornitz hat mir zu verstehen gegeben, ich möge nicht so weit weg fahren.

Was das Extrem-Quad zu leisten vermag, bekomme ich auch auf den Landstraßen südlich von Euskirchen zu spüren. Selbst wenn ich den Gasgriff nur verhalten aufziehe, drückt es mich in die Sitzmulde, und ich presse unweigerlich die Knie an den bauchigen Tank. Zack, stehen 120 auf dem Tacho. So also fühlt sich Beschleunigung auf einem Motorrad an. Das Auskuppeln kurz vor jedem Gangwechsel untermalt der Motor mit einem unnachahmlichen Zwitschern. „Wenn sich beim Gaswegnehmen die Drosselklappen schließen, entsteht ein Überdruck, der den Kompressor bremsen und damit Leistung rauben würde“, hat mir Jornitz vorher erklärt. „Damit das nicht passiert, wird die überschüssige Luft in die Umgebung abgeblasen.“

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Trotz der aberwitzigen Fahrleistungen bleibt die Blackbull gut beherrschbar. Was nicht zuletzt an der Elektronik und dem ausgeklügelten Fahrwerk liegen dürfte. Dessen Aufhängung arbeitet nach dem Pushrod-Prinzip, wie es auch in Formel-1-Wagen üblich ist.

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