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Porsche und BASF entwickeln Batterien für E-Autos

Der Autobauer und der Chemiekonzern wollen umweltfreundliche Batteriezellen herstellen. Dabei spielt der Standort in Schwarzheide eine wichtige Rolle.

Industrieanlagen auf dem Gelände der BASF Schwarzheide GmbH. Von dort kommt ab 2022 Kathodenmaterial für die Batterien in E-Autos von Porsche.
Industrieanlagen auf dem Gelände der BASF Schwarzheide GmbH. Von dort kommt ab 2022 Kathodenmaterial für die Batterien in E-Autos von Porsche. © dpa-Zentralbild

Porsche will Hochleistungs-Akkus für seine E-Fahrzeuge. Deshalb hat die VW-Tochter mit der Customcells Itzehoe GmbH das Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group ins Leben gerufen. Cellforce hat nun wiederum den Chemiekonzern BASF als exklusiven Zellentwicklungspartner für ihre Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation ausgewählt. Das teilten BASF und Porsche am Mittwoch mit.

Im Rahmen der Zusammenarbeit stellt BASF hochenergetische HEDTM NCM-Kathodenmaterialien für leistungsstarke Batteriezellen zur Verfügung, die ein schnelles Laden und eine hohe Energiedichte ermöglichen. Die Cellforce Group mit Sitz in Tübingen wird die Hochleistungsbatterien herstellen. Die Produktionsanlage von Cellforce soll 2024 mit einer Anfangskapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr in Betrieb gehen und Batterien für rund 1.000 Motorsport- und Hochleistungsfahrzeuge herstellen.

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Kathodenmaterial kommt aus Schwarzheide

Mit ihren Produktionsanlagen für Vorprodukte für Kathodenmaterialien in Harjavalta, Finnland, und für Kathodenmaterialien in Schwarzheide, Brandenburg, werde BASF ab 2022 Batteriematerialien mit einer herausragenden Nachhaltigkeitsbilanz anbieten können und einen Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft leisten, heißt es bei Porsche zur Begründung. Die Produktionsabfälle aus der zukünftigen Batterieproduktionsanlage der Cellforce Group werden in der BASF-Prototyp-Anlage für Batterie-Recycling in Schwarzheide recycelt, so wird der Kreislauf geschlossen. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan werden in einem hydrometallurgischen Prozess recycelt und wieder in den Produktionsprozess für Kathodenmaterialien eingebracht.

BASF strebt den niedrigsten CO2-Fußabdruck entlang der Lieferkette an. Er soll nach Angaben des Chemiekonzerns rund 30 Prozent niedriger sein als der heutige Industriestandard. Erreicht wird das unter anderen durch die neue Anlage in Schwarzheide. Dort werden energieeffiziente Prozesstechnologien eingesetzt werden, um Kathodenmaterialien mit hoher Energiedichte herzustellen, die den Energieverbrauch deutlich reduzieren und so den CO2-Fußabdruck der Produktion verringern. Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Schwarzheide wird derzeit modernisiert, um seine Ökoeffizienz weiter zu steigern. Die Integration von erneuerbaren Energien ist geplant. Die Vorprodukte in Finnland werden mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien hergestellt, heißt es weiter. Auch wird auf kurze Transportwege entlang der Wertschöpfungskette geachtet.

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Porsche möchte 2030 als Automobilhersteller insgesamt bilanziell klimaneutral sein. "Ein niedriger CO2-Footprint, Closed-Loop-Recycling und Nachhaltigkeit stehen insofern zunehmend im Vordergrund“, sagt Michael Steiner, Vorstand Forschung und Entwicklung der Porsche AG. Europäische Quellen für die Materialien Nickel und Kobalt, die damit einhergehende Versorgungsicherheit und die kurzen Transportwege von Schwarzheide nach Baden-Württemberg seien alles wichtige Argumente für die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit BASF gewesen. "Die Batteriezellen – insbesondere die Kathodenmaterialien – stehen hier im Mittelpunkt der Überlegungen", so Steiner.

Die BASF Schwarzheide GmbH beschäftigt rund 2.000 Personen. Im Zusammenhang mit laufenden Wachstumsprojekten sind 2021 insgesamt mehr als 100 Stellen neu zu besetzen.

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