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Herrnhuter Architekt erhält Bau-Staatspreis

David Haupt hat ein Feuerwehrhaus zu Miet-Büros umgebaut. Auch Herrnhuts Ärztehaus und ein Faktorenhaus in Schönbach wurden geehrt.

Von Anja Beutler
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Sie arbeiten dort, wo einst Herrnhuts Feuerwehren standen (von links): David Haupt, Arno Hoffrichter und Andreas Frei.
Sie arbeiten dort, wo einst Herrnhuts Feuerwehren standen (von links): David Haupt, Arno Hoffrichter und Andreas Frei. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Der Herrnhuter Architekt David Haupt ist für den Umbau des denkmalgeschützten ehemaligen Spritzenhauses zu einem Co-Working-Space mit dem Sächsischen Staatspreis Ländliches Bauen in der Kategorie Gewerbliche Nutzung ausgezeichnet worden. Das hat das Staatsministerium für Regionalentwicklung an diesem Donnerstag bekannt gegeben.

Die Jury würdigte beim Umbau des Gebäudes in der August-Bebel-Straße, dass die Investition kostenbewusst und auf das Wesentliche begrenzt gewesen sei. Gelungen sei "eine behutsame Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz in Verbindung mit einer einladenden, modernen Atmosphäre im Inneren und bis in den Stadtraum hinaus", heißt es zur Begründung. Hervorgehoben wird zudem, dass die nötigen Anforderungen an die "Miet-Büros" durch einzelne Büroboxen, Teeküche und einen Gemeinschaftsbereich "sowohl räumlich als auch ästhetisch hervorragend erfüllt" worden sind.

David Haupt hatte den Umbau des Gebäudes, das seiner Familie gehörte und nach der Nutzung als Feuerwehr-Spritzenhaus noch als Lager für des Elektrogeschäftes seines Großvaters und dann als Garage gedient hatte, in diesem Frühjahr fertiggestellt - mitten in der Corona-Zeit. Anlass zum Umbau waren Nachfragen nach vorübergehend mietbarem Büroraum in Herrnhut gewesen. Da vor Ort Internetanschluss besteht, war sein Co-Working-Space auch in Pandemiezeiten eine Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten, wenn man zu Hause nicht die nötigen Gelegenheiten dazu hat. Architekt Haupt hatte dazu auch Vorkehrungen getroffen, um coronagerecht arbeiten zu können.

Der Staatspreis wurde außerdem in den Kategorien Wohnen, Öffentliche Nutzung und Gestaltung der Ortsmitte vergeben. Die Preisträger erhalten eine Prämie in Höhe von jeweils 5.000 Euro. Zudem verlieh die Jury weitere Auszeichnungen für 20 gelungene Bauprojekte. Darunter sind Auszeichnungen für die gewerbliche Umnutzung eines Faktorenhauses in Schönbach, den Umbau eines kommunalen Gebäudes zum Ärztehaus in Herrnhut und die Umgestaltung des Hermannplatzes in Bad Muskau. Die Jury hat 37 von insgesamt 110 eingereichten Projekten vor Ort begutachtet.