merken
Wirtschaft

Dieses Haus wurde gedruckt

In Westfalen ist ein Wohngebäude mithilfe eines 3D-Druckers entstanden. Die Macher sehen viele Vorteile in dieser Bauweise.

Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der Einweihungsfeier vor dem 3D-Druckhaus.
Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der Einweihungsfeier vor dem 3D-Druckhaus. © dpa/Guido Kirchner

Beckum. Im westfälischen Beckum ist am Montag das nach Landesangaben erste Wohnhaus in Deutschland aus dem 3D-Drucker offiziell eröffnet worden. Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) lobte bei dem Termin die "weitreichende Vorbildfunktion" des Pilotprojektes.

Das neue Bauverfahren verspreche Zeitgewinn und eine "Verschlankung der Bauabläufe". Dies sei vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Branche ein entscheidender Vorteil. Zudem könnten bisher besonders aufwendige Formen wie Rundungen leichter umgesetzt werden.

Technische Universität Dresden
TU Dresden News
TU Dresden News

Was passiert an der Exzellenzuniversität TU Dresden? Aktuelle News und Informationen finden Sie hier in der Wissenschaftswelt.

Blick in den Wohn- und Esszimmerbereich des 3D-Druckhauses
Blick in den Wohn- und Esszimmerbereich des 3D-Druckhauses © dpa/Guido Kirchner

Das zweigeschossige Einfamilienhaus hat rund 160 Quadratmeter Wohnfläche. Beim Bau trägt der 3D-Drucker aus einer Düse Spezialmörtel und Beton digital gesteuert in jeweils zentimeterdicken Schichten auf. Der Drucker sei flexibel einsetzbar und schneller, weil nicht mehr Stein auf Stein gesetzt werden müsse. Er schaffe einen Quadratmeter in fünf Minuten, so das Ministerium.

Weiterführende Artikel

Aus der Traum vom Eigenheim in Sachsen?

Aus der Traum vom Eigenheim in Sachsen?

Nirgendwo in Deutschland haben die Menschen so wenig Hoffnung, ein eigenes Haus zu erwerben, wie in Sachsen. Woran liegt das?

Bauen wird in Sachsen immer teurer

Bauen wird in Sachsen immer teurer

Das Statistische Landesamt hat die Baukosten im Freistaat unter die Lupe genommen. Fazit: Die Preise steigen wie lange nicht.

NRW hat das Projekt nach Einzelprüfungen genehmigt und es mit knapp 200 000 Euro gefördert. "Jetzt gilt es, Erfahrungen mit dem Bauwerk zu sammeln und den Herstellungsprozess auf dem Markt zu etablieren, denn nur mehr Wohnraum sorgt für günstige Mieten", sagte Scharrenbach. Das Landesministerium erhofft sich von dem Projekt Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften. In mehreren anderen Ländern, etwa in den USA oder Belgien, stehen bereits Gebäude aus dem Drucker. (dpa)

Mehr zum Thema Wirtschaft