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Bauen und Wohnen

7 Fakten zur "Wärmewende" in Deutschland

Warum sind Immobilien entscheidend für die Energiewende? Welche Möglichkeiten und Ansätze bestehen, um diesen Teil der Energiewende erfolgreich zu gestalten?

©  pixabay.com/PIRO4D (Symbolfoto)

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, ist es unumgänglich, dem Gebäudesektor besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Denn rund 35 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf ihn zurück.

Warum genau Immobilien so entscheidend für die Energiewende sind und welche Möglichkeiten und Ansätze bestehen, um die Wärmewende als Teil der Energiewende gelingen zu lassen, zeigen die folgenden sieben Fakten. Sie stammen aus dem Factbook "Energiewende in Gebäuden - Bedeutung der Digitalisierung", das Techem, ein Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude, gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institute erstellt hat.

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1. Gebäude sind Hauptquellen von CO2-Emissionen

In der öffentlichen Debatte zum Thema Energiewende liegt der Fokus oftmals auf der Stromversorgung. Aber: Mit 122 Mio. t CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 liegt der Gebäudesektor auf Platz 3 der größten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen - nach der Energiewirtschaft (254 Mio. t CO2) und der Industrie (188 Mio. t CO2). Dabei ist CO2-Neutralität im Gebäude möglich. Das Einsparpotenzial bei Gebäudehülle, Nutzer und Anlagentechnik liegt bei rund 43 Prozent, weitere 47 Prozent CO2-Einsparung können durch regenerative Energien beigesteuert werden.

2. Wo die Bürger ihren Beitrag zur Energiewende sehen

Nicht nur Politik und Wirtschaft sind in der Pflicht, auch jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag für die Energiewende leisten. Der größte Teil der Bevölkerung setzt dabei bereits beim Energiefresser Wärme an: Eine repräsentative Umfrage von 2019 hat gezeigt, dass 30 Prozent der Befragten versuchen, weniger zu heizen, 23 Prozent nutzen weniger Licht und 18 Prozent versuchen beim TV, Standby-Modus und Smartphone Energie zu sparen.

3. Smarte Technik hilft beim Energiesparen

Zutrittskontrolle, bequeme Steuerung von Küchengeräten, Rollläden und Multimedia oder intelligentes Heiz- und Energiemanagement: Die Möglichkeiten für Smart Home sind vielfältig. Zwar nutzt weniger als die Hälfte der Haushalte Smart Home-Geräte, diese setzen dabei aber meist auf das richtige Pferd: Die größte Motivation zur Anschaffung ist die Energieersparnis (39 Prozent). Denn: 9 bis 14 Prozent der Heizenergie können durch den Einsatz von digitalen Anwendungen im Eigenheim oder der Mietwohnung eingespart werden. Weitere Anschaffungsgründe sind Fernsteuerung (38 Prozent) oder Automatisierungsmöglichkeiten (35 Prozent).

4. Im Wärmesektor fehlt grüne Energie

Der Ausbau von erneuerbaren Energien ist neben dem sorgsamen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Energie die zweite zentrale Säule der Energiewende. Der Strombereich ist bereits heute mit 55 Prozent grün. Wie ist die Lage im Wärmesektor? Noch immer stammen gut 85 Prozent der Energie, die für Heizungen, Warmwasser oder Klimaanlagen benötigt wird, aus Öl, Gas und Kohle. Die Nutzung von Geo- und Solarthermie, Biogas oder Biomasse ist weit abgeschlagen.

5. Hoher Sanierungsbedarf bei Wohngebäuden

Der Wärmeverbrauch neuer Gebäude wurde durch energetische Vorschriften stark verringert, jedoch ist der gesamte Wärmeverbrauch über die Jahre kaum gesunken. Woran liegt das? Rund zwei Drittel aller Wohngebäude sind älter als 40 Jahre. Und rund die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sollte in den kommenden 20 Jahren saniert werden. Denn: Vollsanierte Gebäude verbrauchen rund 22 Prozent weniger Heizenergie als unsanierte Gebäuden. Auch der Unterschied zu teilsanierten Gebäuden beträgt noch rund 19 Prozent.

6. Wo alte Gebäude am meisten Wärme verlieren

Die Ansatzpunkte für die energetische Sanierung von Gebäuden sind vielfältig. Bei einem Mehrfamilienhaus aus den 60er Jahren gehen im Schnitt 37 Prozent der Wärmeverluste auf die Außenwand zurück, 13 Prozent auf die Fenster und immerhin 12 Prozent gehen durch ineffiziente Heizungen verloren. Gerade bei letzteren lassen sich oft schon durch geringe Investitionen große Einsparungen erreichen.

7. Die Wärmewende ist Chance für die Wirtschaft

Deutsche Unternehmen sind traditionell stark bei technisch anspruchsvollen und klugen Lösungen, die die Energieeffizienz und Nutzung von erneuerbaren Energien voranbringen. Heute beträgt der Anteil Deutschlands am globalen Umwelt- und Effizienzmarkt 14 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung liegt bei 4,6 Prozent. (ots)

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